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        <title>Weintrauben frisch halten mit Lehm</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
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          <title>Koch vnd Kellermeysterey von allen Speisen vnd Getrencken</title>
          <date when="1574">1574</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/kochkell.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="kkm-032">
        <head>Weintrauben frisch halten mit Lehm</head>
        <div type="original" xml:id="kkm-032-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#kkm-032-trans">
          <p>Weinbeer frisch behalten.

Mach ein dünnen Leimen mit Brunnenwasser in ein weit Geschirr/ stos die Traubenstengel darein/ das sie vnden nicht anrüren/ henck sie in ein Keller. So du jrer bedarffst/ so füll ein Zuber mit Brunnenwasser/ henck sie darein/ bis das der Leimen erweicht/ vnd stös jn ab/ darnach begeus mit anderm frischen Wasser sauber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="kkm-032-trans" xml:lang="de" corresp="#kkm-032-orig">
          <p>Um Weintrauben frisch zu bewahren, bereitet man zunächst einen dünnen Lehmbrei mit Brunnenwasser in einem weiten Gefäß zu. Die Stiele der Weintrauben werden dann so in den Lehmbrei gesteckt, dass die Trauben selbst den Boden des Gefäßes nicht berühren. Anschließend werden die Trauben in einem kühlen Keller aufgehängt. Wenn die Trauben benötigt werden, füllt man einen Zuber mit Brunnenwasser und hängt die Trauben hinein, bis der Lehmbrei aufweicht. Danach wird der Lehm vorsichtig abgestoßen und die Trauben gründlich mit frischem Wasser gereinigt.</p>
        </div>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Weinbeer">Weintrauben</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Leimen">Ausreichend Lehm / Tonerde</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Brunnenwasser">Ausreichend Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Traubenstengel">Traubenstiele</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#kkm-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine Frischhalte-Methode für Weintrauben über den Lehm-/Tonmantel - Teil der KKM-Konservierungs-Reihe neben dem Obstlager (kkm-029) und "Nüsse frisch halten" (kkm-031).

Wie der Lehm wirkt. Ein dünner Leimen (Lehm-/Tonbrei mit Brunnenwasser) versiegelt die Stiele und schließt die Trauben gegen Luft ab - das bremst Austrocknung und Fäulnis. Entscheidend ist, dass die Beeren frei hängen und den Gefäßboden nicht berühren (kein Druck, keine Quetschstellen), und dass im kühlen Keller gelagert wird.

Wieder freilegen. Zum Gebrauch hängt man die Trauben in einen Zuber mit frischem Wasser, bis der Lehm aufweicht, stößt ihn vorsichtig ab und spült gründlich nach - so kommt nichts Erdiges an die Frucht.

Praxis. Reine Tonerde (Töpferbedarf) mit Wasser zu dünnem Brei rühren, die Stielenden eintauchen, Trauben kopfüber kühl und frei hängend lagern. Vor dem Essen einweichen, abspülen. Funktioniert; ist aber aufwendig und heute eher Kuriosum als nötig - Kühlschrank tut es auch.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-032-orig" n="Leimen" resp="#fyndling">Lehm oder Tonerde, der mit Wasser zu einem Brei angerührt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-032-orig" n="weit Geschirr" resp="#fyndling">Ein breites Gefäß, z.B. eine Schüssel oder ein Trog.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-032-orig" n="Zuber" resp="#fyndling">Ein großes, offenes Gefäß, oft aus Holz, ähnlich einer Wanne oder einem Bottich.</note>
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