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      <titleStmt>
        <title>Pastete nach italienischer Art</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/kkm-066/</idno>
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          <title>Koch vnd Kellermeysterey von allen Speisen vnd Getrencken</title>
          <date when="1574">1574</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/kochkell.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="kkm-066">
        <head>Pastete nach italienischer Art</head>
        <div type="original" xml:id="kkm-066-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#kkm-066-trans">
          <p>Pasteten auff Welsche art zu machen.

KNitt Weitzen Mehl/ vnd stoß es hart/ mach einen Hafen daraus in ein ander [&lt;einander] verglast scherben gerecht/ thu warme Butter darzwischen/ klopffs gar wol zum teig/ füll drein Eyer/ Hünerbrüh/ Milch oder Wein/ würtz ab/ Saltz/ vnd gehackte Peterlin/ thu gebrahten Hüner vnd Vögel geschicklich auch darein/ desgleichen Fleisch/ Birn/ oder derre Würst/ alles gebrahten oder gesotten. Also setz du den Hafen zu einer Gluot/ on rauch/ je lenger je neher/ geus je ein wenig buttern in Scherben/ das der Teig nicht anbrenne/ wenn die füll backt/ reib die scherben offt vmb/ das es gleiche hitze hab/ geus je ein halben löffel Buttern daran/ so hat sie messig feucht/ stich je mit eim Höltzlin [Hötzlin] bis an Boden/ das die heisse Butter zu grund gehe/ so wird die füll hart/ darnach thu es vom fewr/ wenn die Butter eingesuncken/ so heb den Teighafen aus in ein Schüssel/ trag es so verdecket für.
Wenn du den Scherben ansetzest/ bedeck jn mit einer warmen Pfann/ die so weit sey/ das sie die Scherben vnd Teighafen begreiff/ oder mach ein blat vom Teig/ daraus der Hafen gemacht ist/ vnd decks darüber. Oder zwecks auff ein Bret/ das da nicht zerfalle/ vnd lug dazu wie sich die füll setzt/ vnd das der Teighafen nicht anbrenne.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="kkm-066-trans" xml:lang="de" corresp="#kkm-066-orig">
          <p>Knete Weizenmehl und stoße es kräftig. Forme daraus einen Topf, der genau in eine andere glasierte Schale passt. Gib warme Butter dazwischen. Klopfe den Teig sehr gut durch.</p>
          <p>Fülle hinein: Eier, Hühnerbrühe, Milch oder Wein. Würze ab mit Salz und gehackter Petersilie. Gib gebratene Hühner und Vögel geschickt ebenfalls hinein, desgleichen Fleisch, Birnen oder Dörrwürste - alles bereits gebraten oder gesotten.</p>
          <p>Setze den Teigtopf so in rauchfreie Glut, je länger die Backzeit, desto näher an die Glut. Gieße immer ein wenig Butter in die äußere Schale, damit der Teig nicht anbrennt. Wenn die Füllung backt, drehe die Schale oft um, damit sie gleichmäßige Hitze hat. Gieße immer einen halben Löffel Butter daran, so hat die Füllung mäßige Feuchtigkeit. Stich immer mit einem Hölzchen bis an den Boden, damit die heiße Butter zu Grund geht; so wird die Füllung hart.</p>
          <p>Danach nimm es vom Feuer. Wenn die Butter eingesunken ist, hebe den Teigtopf heraus in eine Schüssel und trage es so verdeckt auf.</p>
          <p>Wenn du die Schale ansetzt, bedecke sie mit einer warmen Pfanne, die so weit ist, dass sie die Schale und den Teigtopf umschließt. Oder mache ein Blatt vom Teig, aus dem der Topf gemacht ist, und decke es darüber. Oder lege es auf ein Brett, das nicht zerfällt, und achte darauf, wie sich die Füllung setzt und dass der Teigtopf nicht anbrennt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Weitzen Mehl">Weizenmehl</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="warme Butter">Butter</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Eyer">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Hünerbrüh">Hühnerbrühe</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Milch">Milch</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Wein">Weißwein</ingredient> - 100 ml</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gehackte Peterlin">gehackte Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebrahten Hüner">gebratenes Hühnerfleisch</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Vögel">gebratenes Geflügelfleisch</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Fleisch">gebratenes oder gesottenes Fleisch</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Birn">feste Birnen</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="derre Würst">getrocknete Würste</ingredient> - 100 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#kkm-066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Pastete auf welsche (italienische) Art - der Teig wird als Behälter ("Hafen") gebacken und mit einer Mischung aus vorgegartem Fleisch, Geflügel, Würsten und Birnen in einer Ei-Brüh-Milch-Wein-Bindung gefüllt. Eng verwandt mit Martinos Tauben-/Hühnerpastete (mar-010) und der Pastete mit Schweinefleisch und Vögeln (foc-160).

Die zentrale Crux ist das Backgeschirr-Vokabular: Der Hafen ist hier der aus Teig geknetete Topf (die essbare Pastetenhülle), nicht ein Tongefäß. Die verglast scherben dagegen ist eine glasierte Tonschale - das äußere Gefäß, in das der Teighafen gestellt wird und das ihn vor direkter Glut schützt und die durchsickernde Butter auffängt. (Achtung: bloßes "scherben" meint in anderen Quellen die Teigform selbst - hier ist es durch verglast eindeutig das glasierte Tongefäß.)

Welsche art verweist auf den italienischen Einfluss in der frühneuzeitlichen Oberschichtküche.

Die Backführung ist raffiniert: in rauchfreier Glut, von oben mit einer warmen Pfanne abgedeckt (Oberhitze), regelmäßig drehen und mit Butter begießen; mit einem Hölzchen bis zum Boden einstechen, damit die heiße Butter durchzieht und die Füllung fest wird.

Praxis. Aus 500 g Mehl, 250 g Butter und etwas Wasser einen festen Mürbteig kneten und daraus einen dickwandigen Topf formen. Diesen in eine passende, gut gebutterte glasierte Schale (oder Gusseisenform) setzen. Vorgegarte Füllung (gebratenes Huhn, Geflügel, Fleisch, Dörrwurst, feste Birnen) einschichten, mit verquirlten Eiern, Hühnerbrühe, Milch und Weißwein übergießen, mit Salz und Petersilie würzen. Bei mäßiger, ofenähnlicher Hitze (Glut/Backofen ca. 180 Grad) backen, abgedeckt, gelegentlich mit Butter beträufeln, bis die Füllung gestockt ist. Vor dem Auftragen den Teighafen aus der Schale heben.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="Welsche art" resp="#fyndling">italienische Art - Hinweis auf den italienischen Kücheneinfluss.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="Hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">hier der aus Teig geformte Pasteten-Behälter (essbare Hülle), nicht ein Tongefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="verglast scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben">glasierte Tonschale als äußeres Backgefäß; durch "verglast" eindeutig Geschirr (nicht die Teigform).</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="derre Würst" resp="#fyndling">Dörrwürste, getrocknete/geräucherte Würste.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="Gluot/ on rauch" resp="#fyndling">glühende Kohlen ohne offene Flamme und Rauch - rauchfreie, gleichmäßige Backhitze.</note>
        <note type="gloss" target="#kkm-066-orig" n="Höltzlin" resp="#fyndling">kleines Hölzchen zum Einstechen, damit die heiße Butter zum Boden durchzieht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#kkm-066-orig" n="Hafen / verglast scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Zwei verschiedene Gefäße: der "Hafen" ist der gebackene Teigbehälter, die "verglast scherben" die äußere glasierte Tonschale, die ihn vor direkter Glut schützt.</note>
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