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      <titleStmt>
        <title>Hutzelmus mit Honig und Zimt</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
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          <title>Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384)</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b6/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. B6 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch mit ostmitteldeutschen Merkmalen, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="koe-018">
        <head>Hutzelmus mit Honig und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="koe-018-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#koe-018-trans">
          <p>Wilthu ein gemueß von huzellen machenn

So wasche die huzell gar schone vnd stos Sie clein vnd streich Sie durch mytt wein vnd seidt sye dann woll vnd thu dan dar ein guett Hoengk vnd wurz genuck vnd wer es zu din so reib prott dar ein vnd thu es In ein haffenn so bleybptt es dir vir ader vj wochenn guett das magst kallt ader warm gebenn vnd stre zucker darvff vnd zimett rindenn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="koe-018-trans" xml:lang="de" corresp="#koe-018-orig">
          <p>Willst du ein Mus von Hutzeln zubereiten, so wasche die Hutzeln sehr sauber und stoße sie klein. Streiche sie anschließend mit Wein durch und koche sie dann gut auf.</p>
          <p>Gib danach guten Honig und genügend Gewürze hinzu. Sollte das Mus zu dünn sein, reibe Brot hinein, um es anzudicken. Fülle es in einen Topf, so bleibt es dir vier oder sechs Wochen lang gut.</p>
          <p>Du kannst dieses Mus kalt oder warm servieren und Zucker sowie Zimtrinde darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="huzell">Hutzeln</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Hoengk">Honig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wurz genuck">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="prott">Brot, gerieben</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zimett rindenn">Zimtrinde</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#koe-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein haltbares Dörrobst-Mus aus Hutzeln (gedörrten Birnen), mit Wein passiert, gesüßt mit Honig und gewürzt - der direkte Verwandte des bairisch-schwäbischen Hutzel-/Kletzenmus und der Birnenmus-Familie (vgl. bgs-081, mha-272, mon-142). Die im Text genannte Haltbarkeit von vier oder sechs Wochen macht es zum klassischen Vorratsgericht.

Technik. Hutzeln gründlich waschen und klein stoßen, dann mit Wein durchstreichen (vermutlich durch ein Tuch passiert, vgl. bgs-081) und gut aufkochen. Erst danach Honig und Gewürz einrühren. Zu dünn? Geriebenes Brot bindet (das mittelalterliche Andickmittel). In einen Topf gefüllt hält es vier oder sechs Wochen. Mit Zucker und Zimt bestreut servieren - kalt oder warm.

Praxis. Hartes Dörrobst lässt sich roh nur schwer fein zerstoßen - deshalb erleichtert ein Einweichen die moderne Umsetzung: Dörrbirnen (ersatzweise Backobst-Mischung) über Nacht in Wein/Wasser einweichen, weich köcheln, pürieren oder durch ein Sieb passieren, mit Honig, Zimt, Nelke, Ingwer abschmecken. Eng verwandt mit Birnen-Latwerge (kkm-107). Hält im sterilen Glas kühl problemlos mehrere Wochen.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="huzell" resp="#fyndling">‚Hutzeln‘ sind gedörrte Birnen oder anderes Trockenobst. Sie wurden durch Trocknung haltbar gemacht und waren eine wichtige Zutat in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="Hoengk" resp="#fyndling">Honig war im Mittelalter das wichtigste Süßungsmittel, da Zucker teuer und selten war.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="wurz genuck" resp="#fyndling">Die genaue Gewürzmischung ist nicht spezifiziert, aber typisch für die Zeit wären wärmende Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken oder Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="prott" resp="#fyndling">Geriebenes Brot diente häufig als Bindemittel und zum Andicken von Speisen.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="zimett rindenn" resp="#fyndling">Zimt war ein beliebtes und kostbares Gewürz, das oft als Garnitur oder zur Verfeinerung von Süßspeisen verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-018-orig" n="vir ader vj wochenn" resp="#fyndling">Das Königsberger Kochbuch ist im Korpus die einzige preußisch-ostmitteldeutsche Quelle - ein regionaler Kontrast zur sonst vorwiegend süddeutsch-alemannischen Überlieferung (Buch von guter Speise, Mondseer Kochbuch, Meister Hans).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-018-orig" n="huzell" resp="#fyndling">Gedörrte Birnen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-018-orig" n="wurz genuck" resp="#fyndling">Eine Mischung aus typischen mittelalterlichen Gewürzen wie Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken oder Muskat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-018-orig" n="zimett rindenn" resp="#fyndling">Zimtrinde als Stange oder grob zerbrochen.</note>
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