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        <title>Eine gute Knoblauchsauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-13">2026-07-13</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/koe-024/</idno>
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          <title>Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384)</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b6/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. B6 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch mit ostmitteldeutschen Merkmalen, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="koe-024">
        <head>Eine gute Knoblauchsauce</head>
        <div type="original" xml:id="koe-024-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#koe-024-trans">
          <p>Ein guette salcz

Reybe kloblech auch mitt salcz die heubptt schoelle schone vnd menge vj eir dar vndrer an daß weyß vnd ein wenig wassers darzu so wirtt es ein guette salcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="koe-024-trans" xml:lang="de" corresp="#koe-024-orig">
          <p>Reibe Knoblauch mit Salz und schäle die Zehen sauber. Menge das Eiweiß von sechs Eiern darunter und ein wenig Wasser dazu - so wird es eine gute Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kloblech">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salcz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vj eir ... an daß weyß">Eiweiß</ingredient> - 6</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig wassers">Wasser</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#koe-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe, kalte Knoblauch-Tafelsauce - die schlichteste, ölfreie Ausprägung der weißen Knoblauchsaucen-Familie im Korpus (vgl. Agliata Bianca mar-117, ant-047) und naher Verwandter der Knoblauch-Ei-Sauce bgs-032. Roher Knoblauch wird mit Salz zerrieben und mit Eiweiß sowie etwas Wasser zu einer hellen, leicht gebundenen Sauce vermengt - kein Öl, keine Nüsse, kein Essig, kein Garschritt.

Eiklar oder Eigelb? Der fast wortgleiche Zwilling bgs-032 folgt derselben Zutatenfolge (Knoblauch mit Salz reiben - Zehen schälen - sechs Eier dazu - Wasser dazu), verwendet an identischer Stelle aber ausdrücklich nur das Eigelb (‚on daz wisse‘ = ohne das Weiße) - dort wird die Sauce erhitzt, und Eiweiß würde dabei ausflocken. koe-024 bleibt roh, weshalb technisch sowohl Eiweiß als auch Eigelb möglich wären. Die hier gewählte Lesart ‚mit dem Eiweiß‘ stützt sich auf den koe-internen Beleg von ‚an‘ als Ortspräposition; die Gegenlesart des Zwillings bleibt aber eine ernstzunehmende Alternative (siehe Interpretationsentscheidungen).

Technik. Das Salz wirkt beim Zerreiben des Knoblauchs als Abrasivum und ersetzt dabei den Mörser (Salzkristalle zerkleinern die Zellstruktur mechanisch). Das Eiweiß bindet die Paste zu einer hellen, streichfähigen Suspension - ohne Eigelb bleibt sie weiß; das Wasser stellt nur die Konsistenz ein. Kein Garschritt: eine rohe, proteingebundene Anrühr-Sauce.

Praxis. Knoblauchzehen zuerst schälen, dann mit grobem Salz zu einer Paste zerreiben (das Salz ersetzt den Mörser, ersatzweise geht auch einer). Das Eiweiß von etwa sechs Eiern und wenig Wasser daruntermengen, bis eine helle, streichfähige Sauce entsteht. Passt zu Fisch, Geflügel oder kaltem Fleisch. Hinweis: rohes Ei - frisch verarbeiten, kühl halten, nicht für Risikogruppen; alternativ pasteurisiertes Eiweiß verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-024-orig" n="salcz" resp="#fyndling">Im Königsberger Kochbuch bezeichnet ‚salcz‘ oft eine Sauce oder Würztunke, nicht nur das Würzmittel Salz.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-024-orig" n="Ein guette salcz" resp="#fyndling">Die feminine Adjektivendung ‚guette‘ passt grammatisch zur femininen Lesart ‚die Salse/Sauce‘, nicht zum neutralen ‚das Salz‘ - ein zusätzliches sprachliches Argument für die Sauce-Deutung des Titels.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-024-orig" n="kloblech" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Knoblauch.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-024-orig" n="heubptt schoelle" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Häupter schälen‘, hier im Kontext von Knoblauch als ‚Knoblauchzehen schälen‘ zu verstehen.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-024-orig" n="an daß weyß" resp="#fyndling">‚an das Weiße‘ = nach aktueller Lesart wird das Eiweiß (das Weiße der Eier) verwendet, nicht das Eigelb - passend zur ‚weißen‘ Knoblauchsauce (vgl. Agliata Bianca, mar-117). Der fast wortgleiche Zwilling bgs-032 verwendet an derselben Stelle jedoch ausdrücklich nur das Eigelb (‚on daz wisse‘ = ohne das Weiße) - eine textkritisch ernstzunehmende Gegenlesart, siehe Interpretationsentscheidungen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-024-orig" n="salcz" resp="#fyndling">Sauce</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-024-orig" n="an daß weyß" resp="#fyndling">‚an das Weiße‘ = das Eiweiß der Eier verwenden. Das hält die Sauce hell und passt zur weißen Knoblauchsaucen-Familie (Agliata Bianca, mar-117; weiße Knoblauchsauce ant-047). Gestützt durch den koe-Binnenbeleg: ‚an‘ wird im Korpus (koe-004) zweimal eindeutig lokal/direktional verwendet, ‚ane/on‘ als Wort für ‚ohne‘ ist im koe-Bestand nicht belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-024-orig" n="Reihenfolge: Reiben vor Schälen" resp="#fyndling">Praktisch sinnvolle Reihenfolge: Zehen zuerst schälen, dann mit Salz zu einer Paste reiben.</note>
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