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        <title>Gewürzte Weintraubensauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/koe-026/</idno>
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          <title>Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384)</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b6/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. B6 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch mit ostmitteldeutschen Merkmalen, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="koe-026">
        <head>Gewürzte Weintraubensauce</head>
        <div type="original" xml:id="koe-026-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#koe-026-trans">
          <p>nyme weinber die stoß clein vnd nim denn pesten wein vnd schlag es durch mitt guttenn ??? wurtzenn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="koe-026-trans" xml:lang="de" corresp="#koe-026-orig">
          <p>Nimm Weintrauben und zerstoße sie fein. Gib den besten Wein hinzu und schlage die Mischung mit guten Gewürzen durch.</p>
        </div>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="weinber">Weintrauben</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="denn pesten wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wurtzenn">Gewürze</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#koe-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine rasch angerührte, durchgeschlagene Weintrauben-Sauce mit Wein und Gewürzen - kein Kochgericht, sondern eine kalte, passierte Würzsauce zu Braten oder Geflügel. Sie steht der heutigen Traubensauce zu Wild und Geflügel nahe, entfernt verwandt auch mit der englischen Cumberland Sauce (Wein, Frucht, Gewürz, glatt passiert). Im eigenen Korpus ist sie die gewürzte, gereifte Schwester von koe-025 (ungewürzte Sauce aus unreifen Trauben und Äpfeln zu weißem Huhn) - vermutlich zwei Varianten derselben Grundidee für unterschiedliche Anlässe.

Die Stelle zwischen „guttenn“ und „wurtzenn“ ist im Manuskript beschädigt oder unleserlich; welches Adjektiv das Gewürz näher bestimmte, bleibt offen - auch der Vergleich mit der CoReMA-Handschriftenseite klärt die Lücke nicht auf.

Praxis.

Weintrauben im Mörser fein zerstoßen, mit dem besten verfügbaren Wein aufgießen und die Masse mit Gewürzen durch ein Tuch oder Sieb schlagen, bis eine glatte Sauce entsteht. Der ganze Vorgang bleibt kalt - kein Topf, kein Feuer nötig. Damit die Gewürze überhaupt Aroma abgeben, sollten sie vor dem Durchschlagen fein gemahlen zugegeben werden; ganze Gewürzstücke würden beim Passieren einfach mit den Schalen und Kernen ausgesiebt.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-026-orig" n="nyme" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch für 'nimm'.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-026-orig" n="weinber" resp="#fyndling">Im Königsberger Kochbuch und anderen Quellen des Deutschen Ordens oft für frische Weintrauben verwendet, nicht zwingend Rosinen. Die Anweisung 'stoß clein' (zerstoße fein) deutet auf frische Früchte hin.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-026-orig" n="stoß clein" resp="#fyndling">Zerstoße fein im Mörser. Dies war eine gängige Methode, um Zutaten zu pürieren oder zu zerkleinern.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-026-orig" n="pesten wein" resp="#fyndling">Die Qualität des Weins war ein wichtiger Faktor für den Geschmack der Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-026-orig" n="schlag es durch" resp="#fyndling">Passiere die Mischung durch ein Tuch oder Sieb, um eine feine, glatte Sauce zu erhalten. Die Wendung lässt sich neben der allgemein-mittelhochdeutschen Bedeutung (MHDBDB: durchslahen, 'durchschlagen/durchbohren') auch direkt im ostpreußischen Frischbier-Idiotikon als 'dorchschlage(n)' belegen - ein Hinweis auf die ostpreußische Verwurzelung der Handschrift.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-026-orig" n="??? wurtzenn" resp="#fyndling">Wir haben 'gute Gewürze' übersetzt, da 'wurtzenn' eindeutig Gewürze bedeutet und 'guttenn' davorsteht. Das fehlende Wort ist im Originalmanuskript unleserlich oder fehlt.</note>
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