<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gekoppelte Eier</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/koe-034/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384)</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b6/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. B6 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch mit ostmitteldeutschen Merkmalen, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="koe-034">
        <head>Gekoppelte Eier</head>
        <div type="original" xml:id="koe-034-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#koe-034-trans">
          <p>Copplaytt eyr

So reib ein w??? semell vnd ??? ???</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="koe-034-trans" xml:lang="de" corresp="#koe-034-orig">
          <p>Reibe eine weiße Semmel und ... - die Handschrift ist an dieser Stelle beschädigt und unleserlich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyr">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="semell">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#koe-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Rezepttext bricht nach der Anweisung „Reibe eine weiße Semmel“ ab; die Handschrift ist an dieser Stelle beschädigt und lief erkennbar weiter ("vnd ??? ???"), ist aber nicht mehr zu entziffern. Belegt sind damit nur zwei Zutaten - Eier und geriebene Semmel -, aber kein Garverfahren. Ob daraus ein mit Semmelbröseln gebundenes Rührei, eine Art Eierkuchen oder ein paniertes bzw. gefülltes Eiergericht wurde, lässt sich aus dem Fragment nicht entscheiden; alle drei sind mit den zwei erhaltenen Zutaten vereinbar, keine davon ist belegt.

Auch der Titel „Copplaytt eyr“ bleibt ein Hapax legomenon im Korpus. Zwei Lesarten sind lexikalisch möglich: „gekoppelte Eier“ (zu fnhd. ‚kopeln', kuppeln/binden/paaren) oder „Eier in Schälchen“ (zu lat./roman. ‚coppella', kleine Schale) - keine ist gesichert, siehe die dokumentierten Lesarten.

Praxis. Da der überlieferte Text nach dem Reiben der Semmel endet, lässt sich keine verlässliche Zubereitungsangabe geben. Wer das Fragment dennoch nachkochen möchte, kann sich an der im Korpus verbreiteten Technik orientieren, geriebene Semmel als Bindemittel unter verquirlte Eier zu geben und die Masse in der Pfanne zu stocken - das ist jedoch eine freie Ergänzung ohne Textbeleg, keine Übersetzung des Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-034-orig" n="semell" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot bzw. Semmelbrösel; im Korpus verbreitet als Bindemittel oder Streckmittel für Eierspeisen (vgl. mon-108). Ob es diese Funktion auch in diesem abgebrochenen Rezept hatte, ist nicht belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-034-orig" n="w???" resp="#fyndling">Die Textstelle ist beschädigt. ‚weiß' ist die wahrscheinlichste Ergänzung, da Weißbrot eine gängige Zutat war.</note>
        <note type="gloss" target="#koe-034-orig" n="Copplaytt" resp="#fyndling">Hapax legomenon im Korpus (nur hier belegt). CoReMA stuft den Rezeptstatus als ‚unclear' ein und glossiert den Titel nicht. Zwei Wurzeln sind lexikalisch möglich: fnhd. ‚kopeln/kopelen' (kuppeln, binden, paaren) und lat./roman. ‚coppella' (kleine Schale/Näpfchen) - keine ist gesichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-034-orig" n="Copplaytt" resp="#fyndling">Gekoppelte Eier. Das fnhd. Verb ‚kopeln/kopelen' (kuppeln, binden, paaren) stützt eine Zubereitung, bei der die Eier mit dem geriebenen Brot verbunden werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#koe-034-orig" n="w??? semell" resp="#fyndling">eine weiße Semmel. Die beschädigte Stelle ‚w???' wird am plausibelsten als ‚weiß' ergänzt, da Weißbrot (Semmel) eine gängige Zutat und ein gängiges Bindemittel in mittelalterlichen Rezepten war.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
