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        <title>Salse mit Petersilie, Salbei und Birnen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-26">2026-06-26</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.m2/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M2 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 2. Hälfte 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m384-002">
        <head>Salse mit Petersilie, Salbei und Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-002-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-002-trans">
          <p>Saltz

Wilt du saltz machen so nym peterli selbin vnd rugin brot vnd ayer totter vnd birnen czelten vnd stos es wol klain vnd mer es mit essich vnd czuchs durch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-002-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-002-orig">
          <p>Willst du eine Salse machen, so nimm Petersilie, Salbei und Roggenbrot, dazu Eigelb und Birnenkuchen (Birnenzelten). Stoße alles fein, reichere es mit Essig an und streiche es durch ein Tuch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="peterli">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="selbin">Salbei</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="rugin brot">Roggenbrot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer totter">Eigelb</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="birnen czelten">Birnenzelten (gewürztes Birnen-Backwerk)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m384-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die reichste Sauce des kleinen Salse-Blocks: eine grüne, süß-saure Kräuter-Salse mit Eigelb und Birnenzelten - ein früher Verwandter der grünen Sauce / Salsa verde, hier aber mit Frucht-Süße und Eigelb-Bindung. Zu Gebratenem. Vgl. die schlichtere Block-Variante m384-003 (nur Petersilie und Roggenbrot).

Technik: Petersilie, Salbei, Roggenbrot, Eigelb und Birnenzelten im Mörser fein stoßen, mit Essig verrühren und durch ein Tuch streichen. Brot, Eigelb und das geriebene Birnen-Backwerk binden zugleich, die Birnen-Süße steht gegen die Essig-Säure (süß-sauer), die Kräuter geben Farbe und Würze.

Praxis: Birnenzelten sind ein flaches, gewürztes Birnen-Backwerk (Birnenfladen, in der Funktion wie Lebkuchen), das fein gerieben als Binder und Süßungsträger dient - nicht zu verwechseln mit getrockneten Birnenscheiben. Ersatzweise einen kleinen Lebkuchen oder ein Stück Hutzelbrot/Früchtebrot reiben. Eine Handvoll Petersilie mit ein paar Salbeiblättern, etwas eingeweichtem Roggenbrot, 1-2 Eigelb und 1-2 EL geriebenem Birnenzelten (oder Lebkuchen) fein mörsern, mit Essig zu einer glatten Sauce verrühren, durch ein Sieb streichen. Gehört zum Salse-Block der Handschrift (vgl. m384-003, m384-004, m384-006).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="Saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Der Saucenname (Salse), keine Zutat: eine würzige, oft säuerliche Tunke zu Fleisch oder Fisch - nicht Speisesalz und nicht mit moderner Sülze zu verwechseln. Mehrere aufeinanderfolgende Rezepte tragen diese Rubrik (Salse-Block).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="peterli selbin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#selbin">Petersilie und Salbei - zwei Kräuter. selbin ist Salbei (nicht ‚selbst'), wie der Block-Zwilling m384-004 zeigt, wo dasselbe Wort als sälbin = Salbei steht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="birnen czelten" resp="#fyndling">‚Birnenzelten' ist ein flaches, gewürztes Birnen-Backwerk (zelten = Fladen / flacher Kuchen), das gerieben als Süßungsmittel und Bindemittel dient - verwandt mit dem Lebzelten (Lebkuchen). Ehlert übersetzt ‚Birnenkuchen'. Nicht getrocknete Birnenscheiben (Dörrobst).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="stos es wol klain / czuchs durch" resp="#fyndling">Im Mörser fein stoßen und durch ein Tuch streichen - Standard für eine glatte, ‚höfische' Saucenkonsistenz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-002-orig" n="birnen czelten" resp="#fyndling">‚birnen czelten' = Birnenzelten, ein flaches gewürztes Birnen-Backwerk (zelten = Fladen / flacher Kuchen), gerieben als Binder und Süßungsträger. Ehlert übersetzt ‚Birnenkuchen'; das Korpus-Glossar verzeichnet zelten/bimezelten als flaches (Gewürz-)Backwerk, verwandt mit dem Lebzelten (Lebkuchen).</note>
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