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        <title>Wermut-Ziegenmilch gegen Drüsenleiden</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919</title>
          <date when="1505">1505</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M9 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, Regensburg, um 1500-1510)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m5919-023">
        <head>Wermut-Ziegenmilch gegen Drüsenleiden</head>
        <div type="original" xml:id="m5919-023-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m5919-023-trans">
          <p>Wildu machen ain edel getranck das dir kain drues in ainem Iar nit wirt vnd das kain aiter nit geschaden mag so nym wermut vnd sewd sy In gaismilch wenn sy gesotten ist so seig sy durch durch ein thuech vnd stupp es dann aus so pistu sicher das gantz Iar vor dem trusen vnd von den eytter</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m5919-023-trans" xml:lang="de" corresp="#m5919-023-orig">
          <p>Willst du ein edles Getränk zubereiten, das dir ein ganzes Jahr lang kein Drüsenleiden beschert und dich vor Eiter schützt: Nimm Wermut und siede ihn in Ziegenmilch. Wenn er gesotten ist, seihe ihn durch ein Tuch. Drücke dann die Flüssigkeit aus dem Tuch. So bist du das ganze Jahr sicher vor Drüsenleiden und Eiter.</p>
        </div>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wermut">Wermut</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gaismilch">Ziegenmilch</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m5919-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist kein kulinarisches Gericht im heutigen Sinne, sondern ein medizinisches Getränk aus der mittelalterlichen Volksmedizin, das als Prophylaxe gegen Drüsenleiden und Eiter dienen sollte. Es spiegelt die damaligen humoralpathologischen Vorstellungen wider, die Wermut und Ziegenmilch spezifische heilende Eigenschaften zuschrieben und sie als wirksames Mittel gegen solche Beschwerden betrachteten. 

Praxis (als historisches Kuriosum, nicht als Arznei). Die Zubereitung ist denkbar einfach: Wermut wird in Ziegenmilch gekocht, bis er ‚gesotten‘ ist - also gar und seine Wirkstoffe an die Milch abgegeben hat. Anschließend wird die Mischung durch ein Tuch passiert, um die festen Bestandteile zu entfernen, und die Flüssigkeit nochmals kräftig aus dem Tuch gepresst. Was übrig bleibt, ist die ‚Wermut-Ziegenmilch‘. Aus heutiger Sicht ist dies ein historisches Kuriosum und kein Ersatz für medizinische Behandlung. Da es sich um ein Milchgetränk handelt, sollte es, falls man es aus historischem Interesse nachbereitet, umgehend verzehrt und nicht gelagert werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-023-orig" n="drues" resp="#fyndling">Drüsenleiden, Geschwulst oder Schwellung.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-023-orig" n="aiter" resp="#fyndling">Eiter, Sekret von Entzündungen.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-023-orig" n="wermut" resp="#fyndling">Wermut (Artemisia absinthium), eine Heilpflanze, die für ihre bitteren Inhaltsstoffe bekannt ist und traditionell bei Verdauungsbeschwerden und als Tonikum eingesetzt wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-023-orig" n="gaismilch" resp="#fyndling">Ziegenmilch, die im Mittelalter oft als bekömmlicher und heilsamer als Kuhmilch galt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m5919-023-orig" n="stupp es dann aus" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stupp">Drücke dann die Flüssigkeit aus dem Tuch. Im Kontext eines Getränks und des vorherigen Seihens durch ein Tuch ist das Auspressen der restlichen Flüssigkeit die naheliegende Handlung.</note>
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