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        <title>Mandelmus aus Reismehl</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919</title>
          <date when="1505">1505</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M9 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, Regensburg, um 1500-1510)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m5919-030">
        <head>Mandelmus aus Reismehl</head>
        <div type="original" xml:id="m5919-030-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m5919-030-trans">
          <p>Von mandel mus merck nym reisch vnd wasch den aus sier wasseren vnd nym vnd trucken in in ain schussel oder auf ainem thuch an der sunen wan es dann trucken worden ist so stos in ainem morser klain vnd fa es durch ain thuech oder sib so nim vnd mach ain dick mandel milich vnd setz dy zw dem fewr vnd thue das gestossen reisch mal dar ein wol gegen ainen halben loffel vnd zucker</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m5919-030-trans" xml:lang="de" corresp="#m5919-030-orig">
          <p>Nimm Reis und wasche ihn in mehreren Wassern aus. Nimm ihn dann und trockne ihn in einer Schüssel oder auf einem Tuch in der Sonne. Wenn er dann trocken geworden ist, zerstoße ihn in einem Mörser fein und siebe ihn durch ein Tuch oder Sieb.</p>
          <p>Dann nimm und mache eine dicke Mandelmilch und setze diese ans Feuer. Gib das zerstoßene Reismehl, etwa einen halben Löffel voll, hinzu und süße mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reisch">Reis</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel milich">Mandelmilch</ingredient>
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            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestossen reisch mal">Reismehl</ingredient> - 0.5 EL</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#m5919-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein sehr feines, süßes Mus, verwandt mit einem Grießbrei oder Pudding, aber auf der Basis von Mandelmilch und mit selbst hergestelltem Reismehl gebunden, was ihm eine besonders zarte Textur verleiht.

So gelingt es. Der entscheidende Schritt ist die Herstellung des feinen Reismehls und die anschließende Bindung zu einem glatten Mus. Für das Reismehl wäschst du den Reis gründlich und trocknest ihn vollständig - traditionell in der Sonne, heute geht das auch bei sehr niedriger Ofenhitze (ca. 50°C, Ofentür einen Spalt offen) oder im Dörrautomaten. Er muss wirklich knochentrocken sein, sonst lässt er sich nicht fein mahlen. Zerstoße ihn dann im Mörser oder einer Gewürzmühle so fein wie möglich und siebe ihn durch ein sehr feines Sieb oder ein Tuch. Nur das feinste Mehl verwenden.
Für das Mus erhitzt du eine ‚dicke‘ Mandelmilch - das bedeutet, sie sollte reichhaltiger sein als viele kommerzielle Produkte. Als Startpunkt empfehle ich etwa 100g Mandeln auf 500ml Wasser für selbstgemachte Mandelmilch. Rühre das Reismehl (etwa einen halben Esslöffel auf 500ml Mandelmilch) zuerst mit einem kleinen Schuss kalter Mandelmilch glatt an, um Klümpchen zu vermeiden. Gib diese Reismehl-Slurry dann unter ständigem Rühren zur langsam erwärmten Mandelmilch und lass es bei milder Hitze sanft köcheln, bis es leicht andickt und cremig wird. Es soll ein Mus sein, das am Löffel haftet, aber noch fließfähig ist. Der häufigste Fehler ist zu viel Reismehl, was zu einer zu festen Konsistenz führt - lieber vorsichtig dosieren und nach Bedarf etwas mehr Mandelmilch zugeben.

So wird es richtig gut. Die Süße des Mandelmus sollte harmonisch sein, nicht überladen. Schmecke es mit Zucker ab, bis es deinen Vorlieben entspricht. Eine winzige Prise Salz kann die Süße der Mandelmilch wunderbar hervorheben. Achte auf eine absolut glatte Konsistenz; sollte es doch Klümpchen geben, kannst du das fertige Mus nochmals durch ein feines Sieb passieren. Serviere das Mandelmus lauwarm oder gut gekühlt, je nach Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="reisch" resp="#fyndling">Hier ist Reis gemeint, der zu Reismehl verarbeitet wird. Die Schreibweise 'reisch' ist eine mittelhochdeutsche Variante von Reis.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="sier wasseren" resp="#fyndling">Wörtlich 'sauberen Wassern' oder 'klaren Wassern'. Gemeint ist, den Reis gründlich zu waschen, bis das Wasser klar bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="trucken in in ain schussel oder auf ainem thuch an der sunen" resp="#fyndling">Der Reis soll an der Sonne getrocknet werden, um ihm Feuchtigkeit zu entziehen und ihn mürbe für das Zerstoßen zu machen. Dies ist eine alte Konservierungs- und Vorbereitungsmethode.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="stos in ainem morser klain" resp="#fyndling">Der getrocknete Reis soll im Mörser fein zerstoßen werden, um Reismehl herzustellen. Ein großer Mörser war im Mittelalter ein wichtiges Küchengerät zum Zerkleinern von Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="fa es durch ain thuech oder sib" resp="#fyndling">Das zerstoßene Reismehl soll durch ein Tuch oder Sieb passiert werden, um eine besonders feine und klumpenfreie Konsistenz zu gewährleisten.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="dick mandel milich" resp="#fyndling">Eine dickflüssige Mandelmilch, die durch Reduzieren oder die Verwendung von weniger Wasser bei der Zubereitung erreicht wird. Sie dient als Basis für das Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-030-orig" n="wol gegen ainen halben loffel" resp="#fyndling">Eine Mengenangabe, die 'etwa einen halben Löffel' bedeutet. 'Löffel' war eine gebräuchliche, wenn auch unpräzise Maßeinheit.</note>
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