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        <title>Schwarzes Fruchtmus mit Lebkuchen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919</title>
          <date when="1505">1505</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M9 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, Regensburg, um 1500-1510)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m5919-040">
        <head>Schwarzes Fruchtmus mit Lebkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="m5919-040-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m5919-040-trans">
          <p>Ain gucz schbarcz mus von ainem andren heb wir ann wer schbarcz gemus well han nem weinper dar zw vnd opfel vnd pirnen dy mustu an dy farb thun das kompt von pray ten lezelten vnd must zucher vnd honig dar zw haben vnd must guten wein haben vnd gewurch auch darann vnd salcz sein mas So machstu es wol machen das mus praun oder schbarcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m5919-040-trans" xml:lang="de" corresp="#m5919-040-orig">
          <p>Ein gutes schwarzes Mus von einem anderen Rezept. Beginnen wir damit: Wer ein schwarzes Mus haben möchte, nimm Weinbeeren, Äpfel und Birnen dazu.</p>
          <p>Diese musst du färben. Die Farbe kommt von gebratenen Lebkuchen. Du musst auch Zucker und Honig dazugeben und guten Wein verwenden.</p>
          <p>Würze es ebenfalls und salze es nach deinem Maß. So kannst du es gut zubereiten, sodass das Mus braun oder schwarz wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="weinper">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="opfel">Äpfel</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pirnen">Birnen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pray ten lezelten">Gebratene Lebkuchen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zucher">Zucker</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="guten wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurch">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salcz">Salz</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m5919-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dunkles schwarzes Fruchtmus: Rosinen, Äpfel und Birnen, gefärbt und gebunden mit gerösteten (gebräunten) Lebkuchen, gesüßt mit Zucker und Honig, mit gutem Wein und Gewürz abgeschmeckt, bis das Mus braun bis schwarz wird. Eng verwandt mit kkm-027 (Schwarzes Fruchtmus) und der schwarzen-Mus-Tradition (teg-024, bgs-009).

Lebkuchen. Gibt Farbe, Würze und Bindung; moderner Ersatz: ungeglaste Aachener Kräuterprinten (oder ungeglaster Honig-Lebkuchen), dunkel geröstet für die tiefe Farbe.

Praxis. Rosinen, geschälte Äpfel und Birnen mit Wein weich kochen und passieren, mit zerkleinertem (dunkel geröstetem) Lebkuchen, Honig und Zucker binden und süßen, mit Gewürz (Zimt, Nelke, Ingwer) und einer Prise Salz abschmecken, bis es dunkel und löffelfest ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-040-orig" n="schbarcz mus" resp="#fyndling">Ein Mus oder Brei, der durch die Zugabe von dunklen Zutaten (hier Lebkuchen) eine schwarze oder sehr dunkle Farbe erhält.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-040-orig" n="weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Weinbeeren, also getrocknete oder frische Trauben. Im Mittelalter oft als Süßungsmittel und Geschmacksgeber verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-040-orig" n="pray ten lezelten" resp="#fyndling">‚Gebratene Lebkuchen‘ oder ‚gebratenes Gewürzgebäck‘. Lebkuchen waren im Mittelalter oft würziger und weniger süß als heute und wurden auch in herzhaften Gerichten verwendet. Das Braten intensiviert den Geschmack und die Farbe.</note>
        <note type="gloss" target="#m5919-040-orig" n="gewurch" resp="#fyndling">Eine mittelbairische Form von ‚Gewürz‘, hier als Verb ‚würze‘ verwendet. Es sind keine spezifischen Gewürze genannt, aber typisch wären Zimt, Nelken, Ingwer oder Muskat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m5919-040-orig" n="pray ten lezelten" resp="#fyndling">‚Gebratene Lebkuchen‘. Pray ten ist eine mittelbairische Form von ‚gebraten‘ (b für w), lezelten bezeichnet Lebkuchen/Gewürzgebäck. Das Anrösten dient hier ausdrücklich der Farbgebung (‚das kompt von …‘) und intensiviert zugleich die Würze.</note>
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