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        <title>Erdbeermus mit Wein und Gewürzen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 725</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.m5/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M5 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (ostmittelbairisch, Kloster Tegernsee, spätes 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m725-003">
        <head>Erdbeermus mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="m725-003-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m725-003-trans">
          <p>Zw dem Erbermusz

Item zw einem Erbermusz gutten wein vnd der woll sey dar Inne vnd treib sy dann durch ein tuech vnd ein wenig weis prott Rur darein das Reiben vor vnd sewd es dann mit gutten Specerey So ist es gerecht vnd beraitt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m725-003-trans" xml:lang="de" corresp="#m725-003-orig">
          <p>Zum Erdbeermus:</p>
          <p>Nimm guten Wein, in dem die Erdbeeren liegen sollen. Treibe die Erdbeeren dann durch ein Tuch. Rühre ein wenig geriebenes Weißbrot hinein und koche es dann mit guter Spezerei. So ist es recht und bereit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Erbermusz / sy">Erdbeeren</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig weis prott">Weißbrot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten Specerey">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten Specerey">Zucker</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m725-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Erdbeermus - frische Erdbeeren in Wein, durch ein Tuch passiert, mit geriebenem Weißbrot gebunden und mit Spezerei abgeschmeckt. Das Schwesterrezept zu den anderen Tegernseer Musen (Kirschmus m725-004, Holunderblüten-Mus m725-005).

Technik. Das Passieren durch ein Tuch gibt die feine Konsistenz; geriebenes Weißbrot ist das mittelalterliche Bindemittel (lange vor der Mehlschwitze). Nur kurz aufkochen, bis es bindet.

Spezerei = Gewürze und Zucker. „Specerey“ meinte die teure Krämerware - dazu zählte auch Zucker. Bei diesem süßen Mus also mit Zimt, Ingwer und Nelken UND mit Zucker (oder Honig) abschmecken.

Praxis. Reife Erdbeeren mit etwas Wein pürieren und passieren, mit wenig geriebenem Weißbrot binden, kurz aufkochen, mit Zucker und Gewürzen abschmecken. Frische Erdbeeren sind saisonal - gut für die Lagerküche.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="Erbermusz" resp="#fyndling">Erdbeermus. Ein Mus ist eine durch ein Tuch passierte oder fein zerstampfte Frucht- oder Gemüsezubereitung, oft mit Bindemitteln wie Brot oder Stärke angedickt.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="treib sy dann durch ein tuech" resp="#fyndling">Das Passieren durch ein Tuch (oder Sieb) war eine gängige Methode, um eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen und Kerne oder Schalen zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="das Reiben vor" resp="#fyndling">Das Brot sollte vor dem Einrühren gerieben werden, um eine bessere Bindung und Textur zu gewährleisten.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="gutten Specerey" resp="#fyndling">Im Mittelalter waren 'gute Gewürze' eine Mischung aus teuren Importgewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat und Pfeffer, die je nach Verfügbarkeit und Geschmack variierten. Für ein Fruchtmus wurden oft Zimt, Ingwer und Nelken verwendet. ‚Spezerei' umfasste dabei nicht nur Gewürze, sondern auch Zucker - eine teure Krämer-/Apothekerware; bei einem süßen Fruchtmus gehört daher Zucker (oder Honig) mit dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-003-orig" n="gutten wein vnd der woll sey dar Inne" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey">Die Erdbeeren sollen in gutem Wein liegen oder mit gutem Wein zubereitet werden, um ihr Aroma zu entfalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-003-orig" n="Erbermusz (als Zutat)" resp="#fyndling">Obwohl der Text 'Zum Erbermusz' als Titel hat, beschreibt das Rezept die Zubereitung des Muses aus den Grundzutaten. 'sy' im Text bezieht sich auf die Erdbeeren, die die Basis des Muses bilden.</note>
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