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        <title>Gesalzener Speck und Zunge kochen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-24">2026-06-24</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-037/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-037">
        <head>Gesalzener Speck und Zunge kochen</head>
        <div type="original" xml:id="mar-037-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-037-trans">
          <p>[Sinnata e lingua cotta.]

Principalmente la sinnata non vole essere troppo grassa, et vole essere ben rossa, et cotta nel predicto modo del presutto; et simelmente le lingue; et quanto è più grassa la lingua, tanto è migliore; et vogliono essere un pocho più cotte che 'l presutto. Et così ogni altro salato vole essere cotto in questo modo.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-037-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-037-orig">
          <p>Zuerst soll der gesalzene Speck nicht zu fett sein, sondern schön rot und auf die bereits beschriebene Art wie Schinken gekocht werden. Ebenso verfahre mit den Zungen; und je fetter die Zunge ist, desto besser schmeckt sie. Sie sollen etwas länger gekocht werden als der Schinken. Und so soll auch jedes andere gesalzene Fleisch auf diese Weise zubereitet werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="la sinnata">Gesalzener Speck</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="le lingue">Zungen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied) acqua">Wasser</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochter Pökelspeck und gekochte Pökelzunge - im Kern das, was heute in der Theke als gekochte Rinderzunge oder als Kasseler liegt. Martino setzt es direkt an sein Schinken-Rezept an (del presutto, vgl. mar-036) und behandelt damit eine ganze Gattung in einem Aufwasch: gepökeltes Fleisch wird durch langsames Sieden gar und mild. Die lebende Verwandtschaft ist die klassische Zunge in Madeira-Sauce oder schlicht kalt aufgeschnittene Pökelzunge aufs Brot.

Sinnata - der gepökelte Speck. Gemeint ist gesalzener, durchwachsener Schweinebauch oder Speck, der nicht zu fett, sondern schön rot (gut durchwachsen) sein soll. Beim Speck zählt der Magerfleisch-Anteil; reines Fett würde beim langen Sieden nur zerlaufen.

Lingua - die Zunge, je fetter desto besser. Anders als beim Speck wünscht Martino die Zunge ausdrücklich fett: Eine gut durchwachsene, fettreiche Zunge bleibt beim langen Garen saftig und schmilzt zart, eine magere wird trocken und faserig. Genau deshalb ist Rinderzunge bis heute der Klassiker - sie hat das nötige Fett. Zunge braucht spürbar länger als Speck oder Schinken, weil ihr dichtes Muskelgewebe Zeit zum Mürbewerden braucht.

Praxis. Pökelspeck oder gepökelte Zunge (Metzger; Rinderzunge ist gepökelt erhältlich) in reichlich kaltem Wasser ansetzen, einmal aufkochen, abschäumen, dann bei kleiner Hitze leise simmern lassen - Speck etwa 1 bis 1,5 Stunden, Zunge 2,5 bis 3,5 Stunden, bis sie sich leicht einstechen lässt. Die Zunge noch heiß häuten (die raue Außenhaut lässt sich warm leicht abziehen), dann in Scheiben schneiden. Warm mit einer säuerlichen Sauce (Meerrettich, Senf, Madeira) oder kalt aufs Brot. Stark gepökeltes Fleisch vorab über Nacht in kaltem Wasser wässern, sonst wird die Brühe zu salzig.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-037-orig" n="sinnata" resp="#fyndling">Gesalzener, gepökelter Schweinebauch oder Speck.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-037-orig" n="presutto" resp="#fyndling">Prosciutto, hier im Sinne von gekochtem Schinken.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-037-orig" n="salato" resp="#fyndling">Gesalzenes, gepökeltes Fleisch - allgemein jede Art von Pökelware.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-037-orig" n="lingua" resp="#fyndling">Zunge, meist Rinderzunge. Martino bevorzugt sie ausdrücklich fett, weil sie beim langen Sieden dann zart und saftig bleibt statt trocken zu werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-037-orig" n="ben rossa" resp="#fyndling">„Schön rot“ - gemeint ist gut durchwachsener Speck mit reichlich Magerfleisch-Anteil, nicht reines Fett.</note>
      </div>
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