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        <title>Grüne Zanzarelli-Klößchen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-24">2026-06-24</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-048/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-048">
        <head>Grüne Zanzarelli-Klößchen</head>
        <div type="original" xml:id="mar-048-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-048-trans">
          <p>Zanzarelli verdi.

Fa' como è ditto di sopra, et non gli porre zafrano et giongili quelle herbe del brodetto verde.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-048-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-048-orig">
          <p>Grüne Zanzarelli. Mache es so, wie oben beschrieben, gib aber keinen Safran hinzu und füge ihm jene Kräuter der grünen Brühe bei.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Fa' como è ditto di sopra">Eier</ingredient> - 8</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Fa' como è ditto di sopra">geriebener Hartkäse</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Fa' como è ditto di sopra">geriebenes Weißbrot</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="non gli porre zafrano">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="quelle herbe del brodetto verde">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="quelle herbe del brodetto verde">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="quelle herbe del brodetto verde">Majoran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="quelle herbe del brodetto verde">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="quelle herbe del brodetto verde">frischer Spinat oder Borretsch</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implied)">Fleischbrühe</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied)">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied)">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied)">Zimt</ingredient>
            </item>
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        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Namens „Klößchen" sind Zanzarelli keine Nudeln und kein gekneteter Teig, sondern eine gerührte Eier-Käse-Brot-Masse, die in kochender Brühe zu weichen Flöckchen stockt. Der lebende Verwandte ist die römische stracciatella-Suppe (Ei-Käse-Fäden in Brühe) und, eingedickter gedacht, der deutsche Eierstich. Diese grüne Variante ist nur eine Farbabwandlung der gelben Grundversion (Martino Nr. 47): Safran raus, grüne Kräuter rein.

Die Masse (fa' como è ditto di sopra). Martino verweist auf das Rezept davor: acht Eier, ein halbes Pfund (ca. 200 g) geriebener Hartkäse und ein geriebenes altbackenes Weißbrot werden glatt verquirlt. Kein Mehl, kein Teig - das geriebene Brot bindet die Masse, sodass sie in der Brühe zu Flöckchen gerinnt statt sich aufzulösen. Für festere Nocken (vgl. die Variante Nr. 49) nimmt man etwas mehr Brot und formt mit einem kleinen Löffel bohnengroße Kügelchen, die einzeln in die Brühe gegeben werden.

Das Grün (quelle herbe del brodetto verde). Den Safran lässt man weg und färbt stattdessen mit den Kräutern von Martinos grüner Brühe (Nr. 46): zerstoßener Mangold und Petersilie, dazu - je nach Saison - Minze, Majoran und Salbei. Die Kräuter werden im Mörser zu einer Paste zerstoßen oder sehr fein gehackt und in die Eiermasse gerührt; ihr ausgepresster Saft gibt das kräftige Grün. Das ist periodentreues Speisefärben - kein moderner Behelf nötig.

Praxis. Für 4-6 Personen reichen 5-6 Eier, ca. 120 g geriebener Parmesan und 2-3 Handvoll Semmelbrösel; alles glatt verquirlen, eine kleine Handvoll fein zerstoßener grüner Kräuter unterrühren, mit Salz abschmecken. Etwa 1,5 l kräftige Fleisch- oder Hühnerbrühe sprudelnd aufkochen, die Masse in einem Schwung hineingießen (oder löffelweise eingeben), einmal umrühren und die Hitze sofort herunternehmen. Nach 1-2 Minuten ist das Ei gestockt - nicht durchkochen, sonst wird es gummig. Heiß mit etwas geriebenem Käse und einer Prise Zimt servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-048-orig" n="Zanzarelli" resp="#fyndling">Keine Nudeln, sondern eine gerührte Klößchen-Masse aus verquirlten Eiern, geriebenem Hartkäse und geriebenem Weißbrot. Sie wird in kochende Brühe gegeben und stockt darin zu weichen Flöckchen oder kleinen Nocken - das mittelalterliche Gegenstück zu Eierstich oder einer Eiertropfsuppe. Das Grundrezept steht direkt davor (Martino Nr. 47).</note>
        <note type="gloss" target="#mar-048-orig" n="brodetto verde" resp="#fyndling">Die grüne Brühe aus Martinos Rezept davor (Nr. 46): die Grundbrühe ohne Safran, gefärbt und gewürzt mit zerstoßenen grünen Kräutern (Mangold, Petersilie, junge Weizenblätter). Die grünen Zanzarelli übernehmen einfach genau diese Kräuter.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-048-orig" n="zafrano" resp="#fyndling">Safran. In der gelben Grundversion färbt er die Brühe golden; hier wird er ausdrücklich weggelassen, damit das Gericht grün statt gelb wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mar-048-orig" n="giongili quelle herbe del brodetto verde" resp="#fyndling">giongili („füge ihm bei") bezieht sich auf die Zanzarelli-Masse: Die grünen Kräuter werden direkt in die verquirlte Eier-Käse-Brot-Mischung gerührt, sodass die Klößchen selbst grün werden - was der Titel zanzarelli verdi (grüne Zanzarelli) verlangt.</note>
      </div>
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