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        <title>Hirse mit Fleischbrühe</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-053">
        <head>Hirse mit Fleischbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="mar-053-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-053-trans">
          <p>Miglio con brodo de carne.

Coci il miglio con brodo di carne, et fallo bene bollire adagio menandolo bene, et riguardandolo dal fume, et vole essere giallo di zafrano. Et in prima vole essere ben netto et lavato con acqua calda como il riso.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-053-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-053-orig">
          <p>Koche die Hirse mit Fleischbrühe. Lasse sie gut und langsam sieden, rühre sie dabei sorgfältig um und hüte sie vor dem Anbrennen. Sie soll gelb von Safran sein. Zuvor reinige die Hirse gründlich und wasche sie mit warmem Wasser, wie du es auch mit Reis tun würdest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="il miglio">Hirse</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="brodo di carne">Fleischbrühe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zafrano">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="acqua calda">Warmes Wasser</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein safrangelber Hirsebrei in Fleischbrühe - der unmittelbare Vorläufer der italienischen miglio-Breie und ein naher Verwandter des späteren Risotto-Prinzips: ein Korn wird langsam in Brühe weichgekocht und dabei stetig gerührt. Martino behandelt die Hirse hier ausdrücklich wie Reis, sie war im Norditalien des 15. Jahrhunderts das Alltagskorn der einfachen Leute, das die Hofküche durch Brühe und Safran aufwertete.

Das Waschen mit warmem Wasser (lavato con acqua calda como il riso) ist kein Beiwerk, sondern entfernt die bitteren Spelzreste und das Fett der Schale - bei Hirse spürbar, sie schmeckt sonst leicht kratzig. Darum nennt Martino den Schritt eigens und vergleicht ihn mit der Reiswäsche.

Das giallo di zafrano (gelb von Safran) ist die klassische Statusfarbe der höfischen Küche. Safran liefert hier zugleich Farbe, Aroma und sozialen Glanz.

Praxis. 200 g Hirse heiß abspülen, dann in etwa der vierfachen Menge guter Fleischbrühe bei kleiner Hitze 25-30 Minuten weich köcheln, dabei oft umrühren und vom Topfboden lösen - Hirse setzt schnell an. Eine Prise Safranfäden mitkochen, sie gibt Hirse und Brühe das Gold. Konsistenz wie ein lockerer Brei. Salzig genug ist die Brühe meist schon.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-053-orig" n="como il riso" resp="#fyndling">„wie Reis“ - Martino behandelt Hirse ausdrücklich nach demselben Verfahren wie Reis: vorwaschen, langsam in Brühe garen.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-053-orig" n="riguardandolo dal fume" resp="#fyndling">wörtlich „vor dem Rauch hüten“ - gemeint ist: nicht anbrennen lassen, sonst nimmt die Hirse einen rauchig-bitteren Geschmack an.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-053-orig" n="giallo di zafrano" resp="#fyndling">„gelb von Safran“ - die Statusfarbe der höfischen Küche, zugleich Aroma.</note>
      </div>
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