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        <title>Gekochte Forellenkutteln mit Minze</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-24">2026-06-24</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-061/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-061">
        <head>Gekochte Forellenkutteln mit Minze</head>
        <div type="original" xml:id="mar-061-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-061-trans">
          <p>Menestra de trippe de trute.

Nettale inprima molto bene, et falle ben cocere. Et quando sonno meze cotte, mettevi del petrosillo, et menta tagliata menuta, et un pocho di pepe. Et quando sonno cotte fa' le menestre, et ponvi di sopra di spetie dolci.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-061-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-061-orig">
          <p>Reinige die Forellenkutteln zuerst sehr gründlich und koche sie gut durch. Wenn sie halb gar sind, gib Petersilie, fein geschnittene Minze und etwas Pfeffer hinzu. Sind sie gar, richte die Portionen an und bestreue sie mit süßen Gewürzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="trippe de trute">Forellenkutteln</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="petrosillo">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="menta tagliata menuta">Minze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="un pocho di pepe">Pfeffer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="spetie dolci">Süße Gewürzmischung</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes Fasten-Innereiengericht: gut geputzte Forellen-Innereien (vor allem der Magen), in Wasser weichgekocht und mit Petersilie, Minze und Pfeffer abgeschmeckt, zum Schluss mit süßen Gewürzen bestäubt. Der lebende Verwandte ist das herzhafte Innereienragout - hier in der mageren Fasten-Variante vom Fisch, eng verwandt mit dem englischen Fisch-Innereien-Eintopf Gyngawdry (foc-091, dort Magen und Leber).

Trippe de trute meint die Innereien der Forelle, vor allem den Magen - die mageren Reste, die Martino hier nicht wegwirft, sondern eigens zum Gericht macht. Menta tagliata menuta ist fein geschnittene Minze; sie ist das Leitkraut dieser Forellen-Folge (auch im Rogen-Rezept mar-062). Spetie dolci sind süße Gewürze (Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat, Zucker), erst nach dem Garen darübergestreut - der süß-würzige Schluss, der das magere Innere aufwertet.

Ehrlich gesagt: Das ist ein knappes, sehr mageres Rezept - kaum Fett, keine Bindung, nur Kraut und Gewürz auf gekochten Fischkutteln. Es lebt von der Qualität und absoluten Frische der Innereien und vom Reiz des Ungewöhnlichen, nicht von kulinarischer Raffinesse. Ein Kuriosum der Resteverwertung, kein Festtagsgericht.

Praxis. Frische Forellen-Innereien (beim Fischhändler erfragen; die Magenwand sorgfältig aufschneiden, ausspülen, von Schleim und Galle befreien - daher das ausdrückliche „zuerst sehr gründlich reinigen“) in leicht gesalzenem Wasser sieden. Bei halber Garzeit reichlich gehackte Petersilie, fein geschnittene Minze und etwas Pfeffer zugeben, fertig garen. Anrichten und mit einer Prise süßer Gewürzmischung bestreuen. Wer keine Fischinnereien bekommt, nähert sich der Textur am ehesten mit fest gegartem Wels- oder Karpfenfilet, bleibt damit aber eine andere Speise.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-061-orig" n="menestra" resp="#fyndling">Bei Martino meist die fertige Portion bzw. das angerichtete Gericht, nicht zwingend eine Suppe.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-061-orig" n="trippe de trute" resp="#fyndling">Innereien der Forelle, vor allem der Magen - die mageren, sonst weggeworfenen Teile, die hier eigens zum Gericht gemacht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-061-orig" n="menta tagliata menuta" resp="#fyndling">Fein geschnittene Minze - das Leitkraut dieser Forellen-Innereien-Folge bei Martino (auch im Folgerezept mit dem Forellenrogen).</note>
        <note type="gloss" target="#mar-061-orig" n="spetie dolci" resp="#fyndling">Süße Gewürze, eine Mischung aus Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat und Zucker, die im Mittelalter häufig verwendet wurde.</note>
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