<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Mandelmilch-Creme für die Fastenzeit</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-156/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="mar-156">
        <head>Mandelmilch-Creme für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="mar-156-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-156-trans">
          <p>Per farne una in Quadragesima.

Habi de lo lacte de le amandole con del zuccharo, et dell'acqua rosata, et de la canella. Et per fare che si prenda gli mettirai un pocha di farina d'amitto, observando ine l'altre cose l'ordine del capitolo sopra ditto.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-156-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-156-orig">
          <p>Für die Zubereitung in der Fastenzeit: Nimm Mandelmilch mit Zucker, Rosenwasser und Zimt. Damit die Masse fest wird, gib ein wenig Stärkemehl hinzu. Halte dich im Übrigen an die Anweisungen des zuvor genannten Kapitels.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lacte de le amandole">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zuccharo">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="acqua rosata">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="canella">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farina d'amitto">Weizenstärke</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-156-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gebundene Mandelmilch-Creme für die Fastenzeit - die fleischlose Schwester des biancomangiare (Blancmanger). Statt mit Hühnchen und Milch wird hier rein pflanzlich mit Mandelmilch gearbeitet, gesüßt und mit Rosenwasser und Zimt parfümiert. Der direkte Verwandte heute ist eine Mandel-Pudding-Creme; im Korpus stehen daneben der geschnittene Mandelmilch-Brei aus dem Ménagier (men-237) und der weiße Mandelbrei bei Severin (sev-154).

Der Text verweist auf ein capitolo sopra ditto ("zuvor genanntes Kapitel") - das vorangehende Biancomangiare-Rezept, dessen Grundschritte hier nicht wiederholt werden. Diese Fasten-Variante tauscht nur die Basis: Mandelmilch statt Fleisch und Milch.

Gebunden wird mit farina d'amitto, dem mittelalterlichen Namen für reine Weizenstärke (lat. amylum). Das ist nicht gewöhnliches Mehl, sondern ausgewaschene Stärke - sie bindet klar und ohne Mehlgeschmack. Heute leistet Speisestärke (Mais) oder echte Weizenstärke dasselbe.

Praxis. Mandelmilch (am besten selbst gezogen, sonst ungesüßte gekaufte) mit Zucker und einer guten Prise Zimt erwärmen, einen Spritzer Rosenwasser dazu. Pro 500 ml etwa 1-2 gehäufte EL Stärke kalt anrühren, einrühren und unter Rühren aufkochen, bis es deutlich andickt. In Schälchen füllen und auskühlen lassen, bis es schnittfest steht. Sparsam mit dem Rosenwasser - es dominiert schnell.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-156-orig" n="Quadragesima" resp="#fyndling">Die christliche Fastenzeit vor Ostern - daher die rein pflanzliche Bindung.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-156-orig" n="farina d'amitto" resp="#fyndling">Reine Weizenstärke (lat. amylum), ausgewaschen aus Weizen - ein klar bindendes Stärkemehl, kein gewöhnliches Mehl.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-156-orig" n="capitolo sopra ditto" resp="#fyndling">„Zuvor genanntes Kapitel“ - Verweis auf das vorangehende Biancomangiare-Rezept, dessen Grundschritte hier nicht wiederholt werden.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
