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        <title>Vergoldete Brotschnitten</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-159/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-159">
        <head>Vergoldete Brotschnitten</head>
        <div type="original" xml:id="mar-159-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-159-trans">
          <p>Suppa dorata.

Habi de le fette di pane bianco mondato che non habia corteccia, et fa' le ditte fette siano quadre, un pocho brusculate tanto che da ogni parte siano colorite dal foco. Poi habi dell'ove battute inseme col succaro assai et un poca d'acqua rosata; et mettirali a mollare dentro le ditte fette di pane; et cavatile fora destramente le mettirai a frigere un pochetto in una padella con un poco di butiro o de strutto, voltandole molto spesso che non si ardino. Poi le conciarai in un piattello; et di sopra gli mettirai un pocha d'acqua rosata fatta gialla con un pocho zafrano, et del zuccaro habundantemente.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-159-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-159-orig">
          <p>Nimm Scheiben von entrindetem Weißbrot. Schneide die Scheiben quadratisch zu und röste sie leicht, bis sie von allen Seiten vom Feuer goldbraun gefärbt sind. Schlage dann Eier mit reichlich Zucker und etwas Rosenwasser. Weiche die Brotscheiben darin ein. Nimm sie vorsichtig heraus und brate sie kurz in einer Pfanne mit etwas Butter oder Schmalz. Wende sie dabei sehr oft, damit sie nicht anbrennen. Richte sie dann auf einem Tellerchen an. Übergieße sie mit etwas Rosenwasser, das du mit etwas Safran gelb gefärbt hast, und bestreue sie reichlich mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="fette di pane bianco mondato che non habia corteccia">entrindetes Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dell'ove battute">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="succaro assai">Zucker</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="un poca d'acqua rosata">Rosenwasser</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="un poco di butiro">Butter</ingredient> - 2 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="o de strutto">oder Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="un pocho zafrano">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="del zuccaro habundantemente">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-159-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine frühe Form der Armen Ritter (French Toast) aus der italienischen Renaissance-Küche. Entrindete Weißbrotscheiben werden in gezuckerter, mit Rosenwasser parfümierter Eiermasse getränkt, in Butter oder Schmalz gebraten und mit safrangelbem Rosenwasser und Zucker übergossen. Der direkte Korpus-Zwilling ist teg-037 ("Güldene Schnitten" aus dem Tegernseer Speisenbuch).

Der Name suppa dorata - „vergoldete Suppe“ - meint keinen flüssigen Eintopf. Suppa ist hier die eingeweichte Brotschnitte (vgl. „einsuppen“), dorata die goldene Farbe, die das Safran-Rosenwasser und das angebratene Ei geben. Die Vergoldung war bei Hofe ein Schauwert: Gold am Teller, ohne echtes Gold.

Das Brot wird erst brusculate - leicht geröstet -, damit es beim Tränken nicht zerfällt, dann eingeweicht und gebraten. Das doppelte Garen (rösten, dann braten) gibt außen Biss und innen eine cremige, eierdurchzogene Krume.

Praxis. Altbackenes Weißbrot (Toast, Baguette, Brioche) entrinden, in fingerdicke Scheiben schneiden, kurz trocken antoasten. 2 Eier mit ca. 50 g Zucker und einem Schuss Rosenwasser verquirlen, die Scheiben darin gut durchziehen lassen. In Butter oder Schmalz bei mittlerer Hitze beidseitig goldbraun braten, oft wenden. Etwas Rosenwasser mit ein paar Safranfäden gelb ziehen, über die Schnitten träufeln und großzügig mit Zucker bestreuen. Lauwarm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-159-orig" n="Suppa dorata" resp="#fyndling">„Vergoldete Suppe“ - kein flüssiger Eintopf, sondern eingeweichte (suppa) und goldgelb gebratene Brotschnitten. Eine frühe Form der Armen Ritter.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-159-orig" n="brusculate" resp="#fyndling">Leicht angeröstet - das Brot wird vor dem Tränken getoastet, damit es nicht zerfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-159-orig" n="acqua rosata fatta gialla con zafrano" resp="#fyndling">Mit Safran gelb gefärbtes Rosenwasser - die „Vergoldung“ als Schau- und Geschmackselement.</note>
      </div>
    </back>
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</TEI>
