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        <title>Langsam gesottener Steinbutt</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-204/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-204">
        <head>Langsam gesottener Steinbutt</head>
        <div type="original" xml:id="mar-204-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-204-trans">
          <p>Rombo.

Fallo allessare, et perché è molto fragile et si rompe facilmente mettilo a cocere in un canestro, overo lo liga sopra ad un tagliero per poterlo cavar sano quando è cotto, che non si rompa; et vole bollire molto ad ascio. Et nota che ogni pesce generalmente vol bollire ad ascio et bisogna intendere per descritione et conoscere la qualità di pesci, che ve ne sonno de li più saldi et più duri uno che un altro, item de li più teneri et più molli; et così vogliono cocere più et mancho secundo il bisogno, ma tutti vogliono bollire piano, suavemente, ad ascio, tanto che siano ben cotti.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-204-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-204-orig">
          <p>Nimm einen Steinbutt. Lasse ihn sieden. Da er sehr zerbrechlich ist und leicht zerbricht, lege ihn zum Garen in einen Korb oder binde ihn auf ein Brett, damit du ihn nach dem Kochen unversehrt herausheben kannst und er nicht zerbricht. Er soll sehr langsam sieden. Beachte, dass jeder Fisch im Allgemeinen langsam sieden soll. Es ist notwendig, die Beschreibung zu verstehen und die Qualität der Fische zu kennen, denn es gibt solche, die fester und härter sind als andere, ebenso solche, die zarter und weicher sind. Dementsprechend sollen sie mehr oder weniger lange garen, je nach Bedarf, doch alle sollen sanft, sachte und langsam sieden, bis sie gut gar sind.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Rombo">ganzer Steinbutt</ingredient> - 1</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied) acqua">Ausreichend Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="(implied) sale">Salz</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-204-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Sanft gesottener Steinbutt - und zugleich Martinos Grundlehre über das Sieden von Fisch überhaupt. Rombo ist der Steinbutt (Turbot), ein großer, edler Plattfisch. Das Verfahren ist das klassische Pochieren bei niedriger Hitze; es lebt im pochierten Fisch der heutigen Küche unverändert fort. Der Ménagier behandelt Steinbutt parallel (men-215).

Der Kern des Rezepts ist eine Handhabungs-Technik: Weil der Steinbutt molto fragile (sehr zerbrechlich) ist, legt man ihn in einen canestro (Korb) oder bindet ihn auf einen tagliero (Brett, hier: Garbrett), um ihn nach dem Garen heil herauszuheben - der direkte Vorläufer des modernen Fischhebers oder des Pochiergestells im Fischkessel.

Ad ascio - langsam und sachte - ist Martinos Leitwort: Er verallgemeinert hier zur Regel, dass jeder Fisch sanft sieden soll, festere Sorten länger als zarte. Es geht um das Erkennen der qualità di pesci, der Beschaffenheit des jeweiligen Fisches.

Praxis. Steinbutt (oder anderen festen Plattfisch) in reichlich leicht gesalzenem Wasser bei sehr milder Hitze ziehen lassen - es soll nur leise zittern, nie sprudeln. Den Fisch in ein Sieb, einen Korb oder auf ein durchlässiges Brett legen, damit er sich nach dem Garen unzerbrochen herausheben lässt. Garzeit nach Dicke, meist 15-25 Minuten. Das Fleisch ist gar, wenn es sich an der Mittelgräte leicht löst.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-204-orig" n="Rombo" resp="#fyndling">Steinbutt (Turbot), großer Plattfisch mit festem, weißem Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-204-orig" n="allessare" resp="#fyndling">In Flüssigkeit garen; hier sanftes Pochieren bei niedriger Hitze.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-204-orig" n="canestro / tagliero" resp="#fyndling">Korb bzw. Garbrett, auf das der zerbrechliche Fisch gelegt/gebunden wird, um ihn heil herauszuheben - Vorläufer des Pochiergestells.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-204-orig" n="ad ascio" resp="#fyndling">Langsam, sachte - Martinos Leitwort fürs Fischsieden; festere Fische länger, zarte kürzer.</note>
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