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      <titleStmt>
        <title>Gegrillter Aal mit Kräutern und Kruste</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-251/</idno>
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          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
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        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mar-251">
        <head>Gegrillter Aal mit Kräutern und Kruste</head>
        <div type="original" xml:id="mar-251-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-251-trans">
          <p>[Anguilla.]

De l'anguilla n'è ditto in un altro capitolo abastanza, ma per ricordo, quando metti i pezi de l'anguilla ad uno ad uno nel speto, sempre si vol mettire una foglia di salvia o di lauro tra l'uno et l'altro, voltando il ditto speto tanto ad ascio quanto sia possibile; et spesse volte la bagnarai con una salimora como si dice di sopra fatta. Et gli altri pezi, quando ti pare presso che cotta, habi un poca di farina, overo un poco di pane grattato con un poca di canella et sale mescolati inseme, le buttirai dextramente sopra l'anguilla per fargli con questo a modo d'una crosta intorno, che li darà bon gusto. Et quando è piccola la poi lessare con acqua et vino, herbe, spetie, como è dicto in l'altro capitolo di sopra.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-251-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-251-orig">
          <p>Über den Aal ist in einem anderen Kapitel bereits ausreichend gesprochen worden, doch zur Erinnerung: Wenn du die Stücke des Aals einzeln auf den Spieß steckst, lege immer ein Salbeiblatt oder ein Lorbeerblatt zwischen die einzelnen Stücke. Drehe den besagten Spieß dabei so langsam wie möglich. Befeuchte den Aal oft mit einer Salzlake, wie sie oben beschrieben ist. Und wenn die anderen Stücke dir fast gar erscheinen, nimm ein wenig Mehl oder etwas geriebenes Brot, vermischt mit etwas Zimt und Salz. Streue dies geschickt über den Aal, um ihm damit eine Art Kruste zu verleihen, die ihm einen guten Geschmack geben wird. Und wenn der Aal klein ist, kannst du ihn mit Wasser und Wein, Kräutern und Gewürzen sieden, wie im anderen Kapitel oben beschrieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Anguilla">Aal</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="foglia di salvia">Salbeiblatt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="lauro">Lorbeerblatt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salimora">Salzlake</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="farina">Mehl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pane grattato">Paniermehl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="canella">Zimt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="sale">Salz</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="acqua">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="herbe">Kräuter</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="spetie">Gewürze</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-251-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Aal vom Spieß mit aromatischer Kruste - ein Nachtrag zu Martinos ausführlichem Aal-Kapitel. Verwandt mit den anderen Aal-Zubereitungen des Korpus: dem gegrillten Aal mit Kräuterfüllung (bgs-018), dem Aal im Teigmantel (bgs-037) und Ménagiers 'Aal auf verschiedene Arten' (men-180).

Zur Aal-Beschaffung. Der Europäische Aal gilt heute als vom Aussterben bedroht (IUCN 'Critically Endangered'); Wildfang ist EU-weit streng reglementiert (CITES Anhang II). Zuchtaal aus nachhaltiger Aquakultur ist beim Fischhändler aber normal erhältlich und die empfohlene Wahl zum Nachkochen. Wer lieber verzichtet, kann auch zu nachhaltig gezüchtetem Wels oder zu Makrele greifen, die ähnlich fett und festfleischig sind.

Die Spießtechnik. Die Aalstücke werden einzeln aufgespießt, zwischen je zwei Stücke ein Salbei- oder Lorbeerblatt - das würzt und trennt zugleich. Ad ascio - so langsam wie möglich drehen: der fette Fisch soll gleichmäßig durchziehen, ohne dass das Fett zu schnell ausbrät. Häufiges Befeuchten mit der salimora (Salzlake) hält ihn saftig und würzt nach.

Die Kruste. Kurz vor Ende wird farina (Mehl) oder pane grattato (geriebenes Brot) mit Zimt und Salz vermischt geschickt über den Aal gestäubt - es backt zu einer würzigen Kruste an. Anders als beim Andicken einer Sauce ist 'Mehl' hier nicht anachronistisch: der Text nennt es ausdrücklich als Alternative zum geriebenen Brot, und beides dient nur als äußere Panade, nicht als Bindung.

Praxis. Zuchtaal-, Wels- oder Makrelenstücke (je 4-5 cm) auf Metallspieße ziehen, dazwischen Salbei-/Lorbeerblätter. Über milder Glut langsam drehen, dabei mehrfach mit Salzlake (Wasser + Salz, etwas Essig und Kräuter) bestreichen. Wenn fast gar, mit einer Mischung aus geriebenem Brot (oder Mehl), etwas Zimt und Salz bestäuben und kurz nachbräunen. Kleine Fische lassen sich alternativ in Wasser, Wein, Kräutern und Gewürzen sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-251-orig" n="speto" resp="#fyndling">Bratspieß, über offenem Feuer oder Glut gedreht.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-251-orig" n="ad ascio" resp="#fyndling">Mehrdeutig - im Garkontext am ehesten 'langsam, gemächlich' (das langsame Drehen des Spießes), wörtlich auch 'mit Leichtigkeit'.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-251-orig" n="salimora" resp="#fyndling">Salzlake/Würzbrühe zum Befeuchten des Bratguts; Martino verweist auf eine andernorts beschriebene Rezeptur.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-251-orig" n="pane grattato" resp="#fyndling">Geriebenes (alt-)Brot - hier zusammen mit Mehl als äußere Krusten-Panade, nicht als Saucenbindung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mar-251-orig" n="ad ascio" resp="#fyndling">'So langsam wie möglich' - der Spieß soll gemächlich gedreht werden, damit der fette Fisch gleichmäßig durchzieht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mar-251-orig" n="farina overo pane grattato" resp="#fyndling">'Mehl oder geriebenes Brot' als äußere Krusten-Panade - beides vom Text gleichwertig genannt.</note>
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