<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Thunfisch in Essig einlegen</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mar-260/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Libro de arte coquinaria</title>
          <date when="1465">1465</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/martino2.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning / Valeria Romanelli, Universität Giessen (Digitale Edition 2004)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="it-med">Frühitalienisch (15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="mar-260">
        <head>Thunfisch in Essig einlegen</head>
        <div type="original" xml:id="mar-260-orig" xml:lang="it-med" corresp="#mar-260-trans">
          <p>La tonnina.

Falla stare a mollo in l'acqua tepida sei hore mutandoglilla doi o tre volte, et falla bollire un pochetto, cioè doi o tre bolli, poi cavala fuori et mettila nell'aceto.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mar-260-trans" xml:lang="de" corresp="#mar-260-orig">
          <p>Nimm den Thunfisch und lasse ihn sechs Stunden lang in lauwarmem Wasser einweichen. Wechsle das Wasser zwei- oder dreimal während dieser Zeit. Danach lasse ihn ein wenig kochen, das heißt, zwei oder drei Aufwallungen lang. Nimm ihn dann aus dem Wasser und lege ihn in Essig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="La tonnina">Thunfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="l'acqua tepida">Lauwarmes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="l'aceto">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mar-260-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das Wässern und Einlegen von tonnina - gesalzenem Thunfisch - in Essig, eng verwandt mit Martinos Tarantello-Rezept (mar-259, gesalzener Thunfischbauch) und dem Ménagier-Thunfisch men-196. Hier geht es nicht um den fetten Bauch, sondern um gepökeltes Thunfischfleisch allgemein, das vor dem Verzehr genießbar gemacht wird.

Falla stare a mollo in l'acqua tepida sei hore mutandoglilla doi o tre volte - sechs Stunden in lauwarmem Wasser wässern, das Wasser zwei- bis dreimal wechseln. Das Lauwarme löst das Salz schneller als kaltes, der Wasserwechsel trägt es ab. Doi o tre bolli - nur "zwei oder drei Aufwallungen", also ganz kurz aufkochen, damit das feste Fleisch nicht zäh wird. Dann mettila nell'aceto, in Essig einlegen: das säuert mild und macht haltbar.

Praxis. Gesalzenen Thunfisch 6 Stunden in lauwarmem Wasser wässern, das Wasser 2-3 mal wechseln (Probe abschneiden, ob mild genug). Frisch aufsetzen, nur kurz zum Sieden bringen und sofort vom Feuer ziehen. Abtropfen lassen und in Wein- oder Kräuteressig einlegen. Bei frischem Thunfisch entfällt das Wässern - dann dient das Verfahren als einfache gekochte Essig-Marinade.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-260-orig" n="tonnina" resp="#fyndling">Gesalzener Thunfisch (Pökelware) - hier gewässert, kurz gegart und in Essig eingelegt.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-260-orig" n="acqua tepida" resp="#fyndling">Lauwarmes Wasser - löst das Pökelsalz schneller als kaltes.</note>
        <note type="gloss" target="#mar-260-orig" n="doi o tre bolli" resp="#fyndling">"zwei oder drei Aufwallungen" - nur ganz kurz aufkochen, damit das Fleisch nicht zäh wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mar-260-orig" n="La tonnina" resp="#fyndling">Gesalzener Thunfisch, der gewässert werden muss - dafür sprechen das mehrfache Wässern und der Wasserwechsel.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
