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        <title>Meerrettich-Mandel-Salse für die Fastenzeit</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-26">2026-06-26</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/meb-002/</idno>
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          <title>Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2°43 (CoReMA A1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.a1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. A1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="meb-002">
        <head>Meerrettich-Mandel-Salse für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="meb-002-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#meb-002-trans">
          <p>Wiltu ein gutte salsen machen in der fastenn Nym merrech vnd mandel kernn vnd stoß die in einem moerserr vnd thue wein dar zu das ist gut</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="meb-002-trans" xml:lang="de" corresp="#meb-002-orig">
          <p>Willst du eine gute Salse für die Fastenzeit zubereiten:</p>
          <p>Nimm Meerrettich und Mandelkerne und stoße sie in einem Mörser. Gib Wein dazu - das ist gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="merrech">Meerrettich</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel kernn">Mandeln, gemahlen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wein">Weißwein</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#meb-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte, scharf-nussige Würztunke für die Fastenzeit - Meerrettich und Mandelkerne werden gemeinsam im Mörser zerstoßen und mit Wein zu einer streichfähigen Sauce gelöst. Die Mandel ersetzt das in der Fastenzeit verbotene tierische Fett, mildert die Krenschärfe und gibt der Salse Körper. Dasselbe Gericht steht im selben Korpus ein zweites Mal als Meerrettich-Salse für die Fastenzeit und überregional in der böhmischen Meerrettich-Mandel-Sauce zu Fisch.

Kein Kochschritt. Das salsen (Würztunke, kein Salz) wird nur gestoßen, nie erhitzt - die Schärfe des Meerrettichs ist flüchtig und verfliegt beim Erwärmen wie nach einer halben Stunde an der Luft. Deshalb den Meerrettich erst kurz vor dem Servieren frisch reiben oder stoßen, nicht vorproduzieren.

Praxis. Mandeln deutlich überwiegen lassen (etwa 2:1 bis 3:1 Mandel zu Meerrettich), sonst wird die Salse brutal scharf. Den Wein tröpfchenweise zugeben, bis die gewünschte streichfähige bis gießbare Konsistenz erreicht ist; ein Schuss Verjus statt oder neben dem Wein bringt mehr Säure und hält die Farbe hell. Klassisch kalt zu Fisch reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-002-orig" n="salsen" resp="#fyndling">Eine Salse ist eine würzige Tunke oder Sauce, die oft kalt zu Fleisch oder Fisch gereicht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-002-orig" n="moerserr" resp="#fyndling">Im Mittelalter waren Mörser oft große, schwere Gefäße aus Stein oder Metall, die zum Zerstoßen von Fleisch, Nüssen oder Wurzeln verwendet wurden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-002-orig" n="merrech" resp="#fyndling">Meerrettich. Die Lesart ist über den Korpus selbst gesichert: Dasselbe Gericht erscheint im Kochbuch Meister Eberhards ein zweites Mal mit der Schreibung 'merrich' (Meerrettich-Salse für die Fastenzeit), und die böhmische Meerrettich-Mandel-Sauce zu Fisch nennt explizit 'chřen' (Meerrettich). Die scharfe Salse-Charakteristik bestätigt die Lesart zusätzlich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-002-orig" n="kernn" resp="#fyndling">Kerne, hier Mandelkerne. Die Endung -nn ist eine typische bairische Doppelkonsonantenschreibung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-002-orig" n="moerserr" resp="#fyndling">Mörser. Die Doppelkonsonantenschreibung -rr ist eine typische bairische Variante.</note>
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