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        <title>Kräutersauce mit Essig</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-26">2026-06-26</date>
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          <title>Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2°43 (CoReMA A1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.a1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. A1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="meb-005">
        <head>Kräutersauce mit Essig</head>
        <div type="original" xml:id="meb-005-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#meb-005-trans">
          <p>Item Ein andre salsenn Saluia petrocilius menta vnd pfefferr das soll man zustossenn mit essig das ist ein salsen die macht lustig zu essenn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="meb-005-trans" xml:lang="de" corresp="#meb-005-orig">
          <p>Ferner, eine andere Sauce: Nimm Salbei, Petersilie, Minze und Pfeffer. Diese sollst du mit Essig zerstoßen. Das ist eine Sauce, die das Essen angenehm macht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Saluia">Salbei</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="petrocilius">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pfefferr">Pfeffer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="essig">Essig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#meb-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die schlankeste Variante der mittelalterlichen grünen Kräutersauce: Salbei, Petersilie und Minze werden roh mit Pfeffer und Essig im Mörser zu einer kalten Würztunke zerstoßen - ohne Brotbindung, ohne Wein, ohne Safran. Sie steht am puristischen Ende einer korpusweiten Familie: die enge Verwandtschaft mit Frische Kräutersauce mit Zimt (nahezu identisch, nur Zimt statt Salbei), den brotgebundenen Ausbaustufen Grüne Kräutersauce und Kräutersauce für Edelleute sowie der getrockneten Vorrats-Fassung Mittelalterliches Instant-Soßenpulver zeigt dieselbe Grundachse Salbei-Petersilie-Minze-Pfeffer-Essig.

Die Handschrift markiert zustossenn mit einem Fragezeichen. Gemeint ist eindeutig das Zerstoßen im Mörser - die ganze Saucenfamilie verfährt so (grynde it smal, trita insimul, malæ mæth ædikæ, im eigenen Korpus stoß in einem moerserr). Kein Kochschritt: die Sauce bleibt roh und kalt.

Praxis. Frische Kräuter grob zupfen und mit dem Pfeffer im Mörser anstoßen (zu Hause tut es auch ein Blender), dann den Essig nach gewünschter Konsistenz angießen - von dicker Paste bis spritziger Tunke. Mengenanker liefert der Zwilling hkb-013 ("zu gleichen Teilen"): die drei Kräuter etwa gleich, Pfeffer sparsam, Essig nach Geschmack. Kalt servieren als säuerlich-würziger Appetitanreger zu Braten und Fisch. Frisch zubereiten - die Paste dunkelt nach und schmeckt angesetzt nur zwei bis drei Tage frisch.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-005-orig" n="salsenn / salsen" resp="#fyndling">Im Kontext dieses Rezepts bezeichnet ‚Salse' eine würzige Tunke oder Sauce, nicht Speisesalz.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-005-orig" n="lustig zu essenn" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚appetitlich' oder ‚angenehm zu essen', im Sinne von anregend und schmackhaft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-005-orig" n="zustossenn" resp="#fyndling">zerstoßen. Das Verb ‚zustossen' bedeutet im Frühneuhochdeutschen ‚zerstampfen' oder ‚zerreiben', typischerweise in einem Mörser.</note>
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