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        <title>Ein Gericht aus Milchkuchen (Fragment)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-26">2026-06-26</date>
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          <title>Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2°43 (CoReMA A1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.a1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. A1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="meb-017">
        <head>Ein Gericht aus Milchkuchen (Fragment)</head>
        <div type="original" xml:id="meb-017-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#meb-017-trans">
          <p>Item Ein essenn von milch kuchenn So soltu sie clein schneyden</p>
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          <p>Ein Gericht aus Milchkuchen: Die sollst du klein schneiden.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="milch kuchenn">Milchkuchen (dünner Eier-Milch-Fladen)</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#meb-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Milch-Eier-Gericht vom Colris-Typ - überliefert ist allerdings nur sein Auftakt. Der lebende Verwandte ist die Flädle- bzw. Frittatensuppe: dünne Fladen werden klein geschnitten und in Milch gegeben. Im Korpus gehört der Eintrag zur Colris-Familie geschnittene Eierfladen in Milch, dünne Eierfladen in Milch und süßer Colrys mit Apfel sowie zum gebratenen Mus mit Eierteigblättern; auf demselben Folio steht direkt davor der Eierkuchen mit Rosinen, der ebenfalls in Stücke geschnitten und angerichtet wird.

Crux: ein Fragment, kein vollständiges Rezept. Überliefert sind nur Gerichtbenennung (Item Ein essenn von milch kuchenn) und der erste Schritt (So soltu sie clein schneyden). Das sie ist Plural und meint die Fladen/Kuchen - „die sollst du klein schneiden“, nicht „schneide ihn“. Was folgt - in Milch geben, sieden, mit Eigelb binden - steht im Manuskript nicht und wird hier bewusst nicht hinzugedichtet. Die folgende Praxis ist daher eine markierte Rekonstruktion nach den verwandten Rezepten, kein überlieferter Wortlaut.

Praxis (Rekonstruktion nach den Colris-Rezepten). Dünne Eierfladen backen (Eier, etwas Mehl oder Semmelbrösel, in Schmalz dünn ausbacken), abkühlen lassen und klein schneiden. In frische, ungesäuerte Milch geben und bei milder Hitze erwärmen - nicht kochen, sonst gerinnt es. Mit verquirltem Eigelb binden und unter Rühren leicht andicken lassen, zum Schluss etwas Schmalz unterrühren. Frisch und warm anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-017-orig" n="essenn" resp="#fyndling">Substantiv „Essen / Gericht“. „Ein essen von X“ ist die stehende Wendung „Ein Gericht aus X“ - eine Gerichtbenennung, keine Anweisung „iss“.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-017-orig" n="milch kuchenn" resp="#fyndling">Milchkuchen: ein mit Milch (und vermutlich Eiern) gebackener dünner Fladen oder Kuchen. Keine festgelegte Bedeutungsbreite hineinlesen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-017-orig" n="sie clein schneyden" resp="#fyndling">„sie“ ist Plural und verweist auf die (Milch-)Kuchen bzw. dünnen Fladen zurück - „die sollst du klein schneiden“. Dieselbe Schneide-Wendung steht wörtlich in den verwandten Colris-Rezepten (bgs-065 „snit daz wuerfeleht“, bgs-066).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-017-orig" n="Fragment / Verweis" resp="#fyndling">Der Text gibt nur Gerichtbenennung und Schneide-Schritt; die Fortsetzung fehlt. Wahrscheinlich der Auftakt einer Milchspeise vom Colris-Typ (geschnittene Fladen in Milch, mit Eigelb gebunden), wie ihn die verwandten Rezepte vollständig zeigen.</note>
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