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        <title>Klares Hecht-Gelee</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <title>Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2°43 (CoReMA A1)</title>
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          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.a1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. A1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="meb-021">
        <head>Klares Hecht-Gelee</head>
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          <p>Item Vonn hechtenn wirt garr schoenns vnd lawters gestanndenn also das es durchsichtig wirt</p>
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        <div type="translation" xml:id="meb-021-trans" xml:lang="de" corresp="#meb-021-orig">
          <p>Aus Hechten wird ein sehr schönes und klares Gelee, so dass es durchsichtig wird.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="hechtenn">Hecht</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#meb-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine knappe Qualitäts- bzw. Idealbeschreibung aus der Galrey-/Sulzfisch-Tradition, kein ausgeschriebenes Verfahren: Aus Hecht wird von Natur aus ein sehr klares, durchsichtiges Gelee. Es ist die formelhafte Notiz-Variante eines im Korpus voll ausgeschriebenen Verfahrens - am nächsten verwandt mit Hecht in würzigem Gelee und Fischsülze vom Hecht, beide Hecht-spezifisch und selbstgelierend, sowie Gelee von Fisch.

Warum geliert der Hecht von selbst? Der Schreiber beobachtet einen realen Sachverhalt: Hecht gibt beim Sieden aus Kopf, Haut, Flossen, Schuppen und Gräten viel Kollagen ab, der abgeseihte Sud stockt beim Erkalten von selbst klar - ein zugesetztes Geliermittel braucht es nicht. Genau das machen die verwandten Rezepte explizit; meb-021 nennt mit lawters (lauter/klar) und durchsichtig nur das angestrebte Ergebnis.

Praxis. Den Hecht in wenig Flüssigkeit gar ziehen, das Fleisch grätenfrei zupfen; den Sud mit Kopf, Gräten und Haut einkochen, abseihen, sorgfältig abschäumen und entfetten - Klarheit kommt vom konsequenten Entfetten plus Hechtkollagen. Anschließend kalt stocken lassen. Bei zu schwacher Bindung helfen Hausenblase oder eingeweichte Gelatine, beim Hecht regulär aber nicht nötig. Würze und Färbung nennt diese Notiz nicht; verwandte Fisch-Gelees würzen (Safran, Ingwer, Zimt, Nelken), das ist jedoch Praxis der Zwillinge, nicht Vorgabe dieses Textes. Lagerküche nur eingeschränkt: Das Gelee braucht zum Stocken und zum Haltbarbleiben Kühlung, taugt also nicht als ungekühlter Lagervorrat.</note>
        <note type="gloss" target="#meb-021-orig" n="gestanden" resp="#fyndling">Im Frühneuhochdeutschen so viel wie geronnen, geliert, erstarrt - die Flüssigkeit ist beim Erkalten fest geworden. Die Handnotiz markiert genau dieses Wort als Crux; der Korpus löst es eindeutig auf (vgl. Hecht in würzigem Gelee, Fischsülze vom Hecht).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-021-orig" n="garr" resp="#fyndling">garr ist hier das Intensiv-Adverb 'sehr, ganz' (garr schoenns = 'sehr schön'), nicht die Kochtechnik 'gar, fertig gekocht'. Der Satz beschreibt die Güte des Gelees, keinen Garzustand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#meb-021-orig" n="gestanndenn" resp="#fyndling">gestanndenn = 'gestanden' im Sinne von geliert/geronnen. Im Kontext von 'durchsichtig wirt' bezeichnet das substantivierte Partizip das feste, klare Ergebnis - das Gelee, das aus dem Hecht von selbst stockt.</note>
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