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        <title>Erbsenpüree mit Safran</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français</language>
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      <div type="recipe" xml:id="men-031">
        <head>Erbsenpüree mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="men-031-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-031-trans">
          <p>De tous iceulx poiz, soient vielz, soient nouveaulx, l'en en peut faire des coulez en ung bultel, estamine, ou sacs; mais les vielz poiz l'en les doit jaunir de saffran broyé, dont l'eaue soit mise boulir avec les poiz, et le saffran avec la puree.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-031-trans" xml:lang="de" corresp="#men-031-orig">
          <p>Nimm alle Erbsen, seien sie alt oder neu, und bereite daraus ein Püree. Seihe das Püree durch ein feines Sieb, ein Haarsieb oder ein Tuch. Die alten Erbsen sollst du mit zerstoßenem Safran gelb färben. Gib dazu den Safran ins Kochwasser mit den Erbsen und mische ihn später auch unter das fertige Püree.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="poiz, soient vielz, soient nouveaulx">Erbsen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran broyé">zerstoßener Safran</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eaue">Wasser</ingredient>
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        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein passiertes Erbsenpüree - der direkte Vorfahr der bis heute geliebten Erbsensuppe und des Erbsmus. Der Ménagier macht aus altem wie neuem Erbsenkorn einen glatten, durchgeseihten Brei (coulé); die alten, schon nachgedunkelten Trockenerbsen werden mit Safran wieder schön goldgelb gefärbt. Erbsenpüree zieht sich durch den ganzen mittelalterlichen Korpus - vgl. die Erbsenmus-Sippe foc-068, foc-071 und die klare Tegernseer Fastensuppe teg-004.

Coulé und das Passieren. Das Herzstück ist das Durchseihen durch bultel (grobes Beutelsieb, eigentlich zum Mehlsieben), estamine (feines Haar- oder Leinensieb) oder schlicht ein Tuch. So trennt man Schalen und Fasern ab und bekommt die feine, höfische Konsistenz, die das einfache Bauernmus vom standesgemäßen Püree unterscheidet.

Saffran broyé - Farbe und Status. Alte Trockenerbsen werden grünlich-grau; zerstoßener Safran gibt das appetitliche Gold zurück und ist zugleich ein Statusgewürz. Der Ménagier legt Wert darauf, ihn doppelt einzusetzen - in das Kochwasser der Erbsen und nochmals in das fertige Püree -, damit Farbe und Aroma voll durchziehen.

Praxis. 500 g getrocknete Schälerbsen über Nacht einweichen, dann weich kochen (frische Erbsen entsprechend kürzer). Eine Prise Safran schon ins Kochwasser geben. Weiche Erbsen durch ein feines Sieb oder eine Flotte Lotte passieren, mit etwas Kochwasser auf streichfähige Konsistenz bringen und nochmals Safran unterrühren. Als sämige Beilage oder gestreckt als Suppe servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#men-031-orig" n="coulez" resp="#fyndling">Durchgeseihter Brei/Püree - das Passieren durch Sieb oder Tuch ist hier das namengebende Verfahren.</note>
        <note type="gloss" target="#men-031-orig" n="bultel" resp="#fyndling">Grobes Beutel-/Beutelsieb, ursprünglich zum Mehlsieben.</note>
        <note type="gloss" target="#men-031-orig" n="estamine" resp="#fyndling">Feines Sieb aus Ross-/Pferdehaar oder Leinen für glatte Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#men-031-orig" n="saffran broyé" resp="#fyndling">Zerstoßener Safran - gibt den nachgedunkelten alten Erbsen ihr Goldgelb zurück (periodentreue Gelbfärbung) und dient als Statusgewürz.</note>
      </div>
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