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        <title>Frische Bohnen schälen und spalten</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="men-045">
        <head>Frische Bohnen schälen und spalten</head>
        <div type="original" xml:id="men-045-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-045-trans">
          <p>Item, qui veult frazer feves nouvelles, il les couvient premierement fendre au long au coustel, et quant tout est fendu les peler a la main.</p>
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        <div type="translation" xml:id="men-045-trans" xml:lang="de" corresp="#men-045-orig">
          <p>Wer frische Bohnen zubereiten möchte, spalte sie zuerst der Länge nach mit einem Messer. Sind alle Bohnen gespalten, schäle sie von Hand.</p>
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        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="feves nouvelles">Frische Bohnen</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#men-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein fertiges Gericht, sondern ein Vorbereitungs-Handgriff aus dem Ménagier de Paris (um 1393): das Tütschen und Häuten frischer dicker Bohnen (feves nouvelles, Vicia faba, die Acker- oder Saubohne). Wer heute frische Favabohnen aus der Schote palt und dann die einzelne, lederige Kernhaut abzieht, macht exakt dasselbe - der Schritt steht in jedem modernen Favabohnen-Rezept vor dem eigentlichen Garen.

Frazer ist hier das Stichwort: ein Fachverb fürs Putzen/Enthülsen frischer Bohnen, nicht das gleichlautende fraiser (in Teig einarbeiten). Der Folgesatz erklärt es selbst: erst fendre au long (längs mit dem Messer einritzen), dann peler a la main (von Hand abziehen). Es geht also ums Aufschlitzen und Häuten, nicht ums Zerstoßen.

Feves nouvelles meint die jungen, noch grünen Bohnen der Saison (Frühsommer); bei diesen ist die Kernhaut noch zart genug, dass man sie nach dem Anritzen einfach abstreift. Bei älteren, getrockneten Bohnen blanchiert man stattdessen kurz.

Praxis. Frische dicke Bohnen aus der Schote palen. Jeden Kern an der Längsseite mit dem Daumennagel oder einem kleinen Messer einritzen und die wachsige Haut abziehen - geht am leichtesten, wenn man die Bohnen vorher 1 Minute in kochendes Wasser wirft und kalt abschreckt, dann flutschen die Kerne aus der Haut. Der gehäutete, leuchtend grüne Kern ist die Grundlage für die folgenden Bohnengerichte (siehe men-094).</note>
        <note type="gloss" target="#men-045-orig" n="frazer" resp="#fyndling">Fachverb fürs Enthülsen/Putzen frischer Bohnen (anritzen und häuten), nicht 'fraiser' (in Teig einarbeiten) und nicht 'zerstoßen'.</note>
        <note type="gloss" target="#men-045-orig" n="feves nouvelles" resp="#fyndling">Frische junge dicke Bohnen (Saubohnen/Favabohnen, Vicia faba) der Saison - noch zart genug zum Häuten von Hand.</note>
        <note type="gloss" target="#men-045-orig" n="fendre au long" resp="#fyndling">Der Länge nach mit dem Messer einritzen, damit sich die Kernhaut abziehen lässt.</note>
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