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        <title>Fisch kochen und Frische erkennen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français</language>
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      <div type="recipe" xml:id="men-167">
        <head>Fisch kochen und Frische erkennen</head>
        <div type="original" xml:id="men-167-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-167-trans">
          <p>A cuire poisson couvient premierement mectre l'eaue fremir, et du sel, et puis mectre les testes boulir ung petit, puis les queues, et boulir ensemble, et puis le remenant. Tout poisson freschement mort est ferme soubz le poulce et dur, et a l'oreille vermeille; et s'il est vieil mort, secus.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-167-trans" xml:lang="de" corresp="#men-167-orig">
          <p>Um Fisch zu kochen, bringe zuerst das Wasser zum Sieden und gib Salz hinzu. Dann lasse die Köpfe ein wenig kochen, danach die Schwänze, und koche sie zusammen, und dann den Rest des Fisches. Jeder frisch getötete Fisch ist fest und hart unter dem Daumen und hat rote Kiemen; ist er hingegen schon länger tot, verhält es sich anders.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="l'eaue">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="du sel">Salz</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="poisson">Fisch</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-167-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Keine einzelne Speise, sondern eine Grundlehre: wie man Fisch im Sud gart und woran man frischen Fisch erkennt. Das Verfahren - gestaffeltes Garen nach Stückdicke - ist bis heute Küchenpraxis beim pochierten Fisch.

Der Kern ist das zeitversetzte Einlegen nach Garzeit: Zuerst kommen die testes (Köpfe) ins siedende Salzwasser, weil dicke, knochige Teile am längsten brauchen, dann die queues (Schwänze) und zuletzt der remenant (der übrige, dünnere Rumpf). So wird alles gleichzeitig gar, ohne dass die zarten Teile zerfallen, während die dicken noch roh sind. Das Wasser soll fremir - leise sieden, nicht sprudelnd kochen, sonst zerfällt das Fleisch.

Die Frischeprobe ist handfest: Frisch getöteter Fisch ist ferme soubz le poulce et dur - fest und hart unter dem Daumen (das Fleisch federt zurück) - und hat oreille vermeille. Wörtlich heißt das "rotes Ohr"; gemeint sind die leuchtend roten Kiemen, die bei länger totem Fisch verblassen und gräulich werden. Secus (lateinisch "andersherum") fasst knapp zusammen: bei altem Fisch ist es umgekehrt.

Praxis. Wasser salzen und zum leisen Sieden bringen. Ganze Fische oder Stücke nach Dicke gestaffelt einlegen - dicke, kopfnahe Teile zuerst, dünne zuletzt -, damit alles gleichzeitig gar wird. Nur ziehen lassen, nicht sprudelnd kochen. Beim Einkauf auf pralles, festes Fleisch und leuchtend rote Kiemen achten.</note>
        <note type="gloss" target="#men-167-orig" n="fremir" resp="#fyndling">Sieden, leicht kochen</note>
        <note type="gloss" target="#men-167-orig" n="boulir" resp="#fyndling">Kochen</note>
        <note type="gloss" target="#men-167-orig" n="poulce" resp="#fyndling">Daumen</note>
        <note type="gloss" target="#men-167-orig" n="oreille vermeille" resp="#fyndling">Rote Kiemen (wichtiges Frischemerkmal bei Fisch)</note>
        <note type="gloss" target="#men-167-orig" n="secus" resp="#fyndling">Anders, gegenteilig</note>
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