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        <title>Gelbe oder säuerliche Pfeffersauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="men-281">
        <head>Gelbe oder säuerliche Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="men-281-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-281-trans">
          <p>Poivre jaunet ou aigret. Prenez gingembre, saffran; puis prengne l'en pain rosty deffait d'eaue de char - et encores vault mieulx la meigre aue de chous - puis boulir, et au boulir mectre le vinaigre.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-281-trans" xml:lang="de" corresp="#men-281-orig">
          <p>Gelbe oder säuerliche Pfeffersauce. Nimm Ingwer und Safran; dann nehme man geröstetes Brot, in Fleischbrühe aufgelöst - und noch besser ist magere Kohlbrühe -, lasse es aufkochen und gebe beim Kochen den Essig hinzu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gingembre">Ingwer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pain rosty">Geröstetes Brot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="eaue de char">Fleischbrühe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="meigre aue de chous">Kohlbrühe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="vinaigre">Essig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-281-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine brotgebundene Gewürzsauce zum Fleisch - der direkte Verwandte der gelben Poivre jaunet und der schärferen Poivre noir der Pariser Küche (vgl. men-282). Im Korpus steht sie neben Martinos gelber Pfeffersauce für Fisch (mar-116) und der ganzen brotgebundenen salse-Familie. Heute am ehesten als pikante Bratensauce zu denken, durch Brot statt durch Mehlschwitze gebunden.

Bindung mit Brot, nicht mit Mehl. Gebunden wird zeittypisch mit geröstetem Brot, das in der Brühe zerfällt - das mittelalterliche Standard-Bindemittel lange vor der Mehlschwitze. Das Rösten gibt Farbe und eine leicht nussige Note; je feiner das Brot zerstoßen wird, desto glatter die Sauce.

Jaunet ou aigret - gelb oder säuerlich. Der Titel beschreibt zwei Spielarten derselben Grundsauce: gelb durch den saffran (Safran als Farb- und Statusgewürz), säuerlich durch den vinaigre, der erst beim Kochen zugegeben wird, damit die Säure frisch bleibt. Es ist keine Zutat namens "Pfeffer-Gelb", sondern eine Charakterisierung.

Fasten-Variante. Statt Fleischbrühe (eaue de char) die magere Kohlbrühe (meigre aue de chous) - das Kochwasser von gekochtem Kohl. Damit wird dieselbe Sauce fastentauglich; der Text nennt die Kohlbrühe sogar als die bessere Wahl.

Praxis. Eine Scheibe Weißbrot trocken dunkel rösten und fein zerbröseln. In etwa 150 ml heißer Brühe (Fleisch- oder Gemüse-/Kohlbrühe) auflösen, eine Messerspitze gemahlenen Ingwer und ein paar Safranfäden zugeben, aufkochen, dann mit einem Schuss Weinessig abschmecken. Soll sämig, würzig und angenehm sauer sein - eine kleine Schale Sauce zu Gebratenem.</note>
        <note type="gloss" target="#men-281-orig" n="Poivre jaunet ou aigret" resp="#fyndling">Kein Zutatname, sondern der Charakter der Sauce: gelb (vom Safran) oder säuerlich (vom Essig), auf pfeffrig-würziger Grundlage. Beschreibt zwei Spielarten derselben Grundsauce.</note>
        <note type="gloss" target="#men-281-orig" n="eaue de char / meigre aue de chous" resp="#fyndling">Fleischbrühe gegen magere Kohlbrühe (Kochwasser von Kohl). Der Tausch macht die Sauce fastentauglich; der Text nennt die Kohlbrühe als die bessere Wahl.</note>
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