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        <title>Bestes Hühner-Coulis für Fleischtage</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français</language>
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      <div type="recipe" xml:id="men-308">
        <head>Bestes Hühner-Coulis für Fleischtage</head>
        <div type="original" xml:id="men-308-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-308-trans">
          <p>Le meilleur couliz qui soit a jour de char ce sont les colz des poulets et poucins, et doit l'en broyer colz, testes et os, puis broyer a fort, et deffaire d'eaue de joe de beuf ou de giste de beuf, et couler.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-308-trans" xml:lang="de" corresp="#men-308-orig">
          <p>Das beste Coulis für Fleischtage sind die Hälse von Hühnern und Küken. Zerstoße die Hälse, Köpfe und Knochen im Mörser. Zerstoße sie dann kräftig und löse die Masse mit dem Kochwasser von Ochsenbacken oder mit Rinderbrühe auf. Seihe es dann ab.</p>
        </div>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="colz des poulets et poucins, et doit l'en broyer colz, testes et os">Hühner- und Kükenhälse mit Köpfen und Knochen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="eaue de joe de beuf ou de giste de beuf">Kochwasser von Ochsenbacken oder Rinderbrühe</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-308-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Couliz (Coulis) - keine moderne Frucht-Sauce, sondern eine kräftige, durchgeseihte Fleisch-Essenz, die als Bindung und Geschmacksbasis für andere Gerichte dient oder Kranken als nahrhafter Krafttrunk gereicht wird. Der direkte Verwandte im Korpus ist via-062 (Coulis vom jungen Huhn für Kranke). Der Ménagier nennt diesen hier ausdrücklich den „besten" Coulis für Fleischtage.

Die Geflügel-Hälse als Trick. Statt teurer Bruststücke nimmt man die Hälse, Köpfe und Knochen von Hühnern und Küken (colz des poulets et poucins) - die kollagen- und markreichen Teile geben beim Stoßen und Auskochen den vollsten Geschmack und die meiste Bindekraft. Ein Resteverwerter, der gerade deshalb der „beste" ist.

Broyer und deffaire. Alles im Mörser kräftig zerstoßen (broyer a fort), dann mit dem Kochwasser von Ochsenbacken oder mit Rinderbrühe (eaue de joe de beuf, giste de beuf) auflösen und durch ein Tuch passieren (couler). Das Ergebnis ist eine konzentrierte, gebundene Flüssigkeit - die mittelalterliche Antwort auf den modernen Fond.

Praxis. Hühnerhälse, -karkassen und -klein in kräftiger Rinderbrühe ca. 1-1,5 Stunden auskochen. Das gegarte Geflügel mitsamt weichen Knorpeln im Mörser oder Mixer fein zerstoßen, mit der heißen Brühe verdünnen und durch ein feines Tuch passieren. Als sämige Sauce oder als Basis für andere Gerichte verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#men-308-orig" n="couliz" resp="#fyndling">konzentrierte, durchgeseihte Fleisch-Essenz - Bindung und Geschmacksbasis (auch Krafttrunk für Kranke), nicht die moderne Frucht-Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#men-308-orig" n="jour de char" resp="#fyndling">Fleischtag - im Gegensatz zum Fastentag, an dem kein Fleisch erlaubt war.</note>
        <note type="gloss" target="#men-308-orig" n="colz des poulets et poucins" resp="#fyndling">Hälse von Hühnern und Küken - die kollagen- und markreichen Teile, die den vollsten Geschmack und die meiste Bindekraft geben.</note>
        <note type="gloss" target="#men-308-orig" n="eaue de joe de beuf" resp="#fyndling">Kochwasser von Ochsenbacken - eine besonders gelatinereiche, kräftige Brühe; alternativ giste de beuf (Rinderbrühe).</note>
        <note type="gloss" target="#men-308-orig" n="couler" resp="#fyndling">durch ein Tuch oder Sieb passieren - für die feine, höfische Konsistenz.</note>
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