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        <title>Angebrannten Geschmack entfernen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="men-346">
        <head>Angebrannten Geschmack entfernen</head>
        <div type="original" xml:id="men-346-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-346-trans">
          <p>Pour oster l'arsure d'un potage, prenez ung pot nouvel et mectez vostre potage dedens. Puis prenez ung pou de levain et le lyez dedens ung drappel blanc et gectez dedens vostre pot, et ne luy laissyez gueres demourer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-346-trans" xml:lang="de" corresp="#men-346-orig">
          <p>Um den angebrannten Geschmack eines Potage zu entfernen, nimm einen neuen Topf und gib deinen Potage hinein. Dann nimm ein wenig Sauerteig, binde ihn in ein sauberes weißes Tuch und wirf es in deinen Topf. Lass es nicht lange darin verweilen.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ung potage">Ein Topf Potage/Eintopf</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ung pot nouvel">Neuer Kochtopf</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ung pou de levain">Sauerteigstarter</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ung drappel blanc">Sauberes weißes Tuch</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-346-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern ein Küchen-Trick: wie man den Brandgeschmack aus einem angebrannten potage (gebundener Eintopf) wieder herausbekommt. Genau dieselbe Notfall-Hilfe steht im Korpus mehrfach - in via-120 (Brandgeschmack aus Eintöpfen entfernen) und ant-117 (Nuss gegen Rauch im Topf), jeweils mit anderem Hilfsmittel.

Erster Schritt - umfüllen. Der Eintopf kommt in einen neuen, sauberen Topf. Das ist der wirksamste Teil: die angebrannte Kruste und der verkohlte Bodensatz bleiben im alten Topf zurück, und nur der noch gute Teil wird gerettet. Bis hierher reine Küchenlogik.

Zweiter Schritt - der Sauerteig im Tuch. Ein wenig Sauerteig (levain) wird in ein sauberes weißes Tuch gebunden und kurz in den Topf gehängt - ausdrücklich nicht lange. Der Gedanke dahinter ist, dass der Teig den rauchig-bitteren Beigeschmack aufnimmt; das Tuch hält ihn sauber zusammen, sodass nichts zerfällt. Ob der Sauerteig wirklich viel bewirkt, ist offen - das Umfüllen leistet die Hauptarbeit. Der Trick ist als Hausmittel überliefert, kein garantiertes Verfahren.

Praxis. Sobald etwas anbrennt: nicht umrühren (das verteilt die Bitterstoffe), sofort vorsichtig in einen sauberen Topf umfüllen, den verbrannten Bodensatz zurücklassen. Wer mag, hängt ein in ein Tuch gebundenes Stück Sauerteig (ersatzweise ein Stück rohe Kartoffel oder Brot) kurz hinein und nimmt es gleich wieder heraus. Dann frisch abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#men-346-orig" n="arsure" resp="#fyndling">Angebrannter Geschmack, Brandgeruch</note>
        <note type="gloss" target="#men-346-orig" n="potage" resp="#fyndling">Im Mittelalter ein dicker, gebundener Eintopf, oft mit Fleisch oder Gemüse, kein klarer Suppen-Bouillon.</note>
        <note type="gloss" target="#men-346-orig" n="levain" resp="#fyndling">Sauerteigstarter, der zum Backen von Brot verwendet wird.</note>
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