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        <title>Eingelegte Mandeln und Nüsse</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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          <title>Le Ménagier de Paris</title>
          <date when="1393">1393</date>
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          <note>Transkription: Base de Français Médiéval, ENS Lyon (Etalab Open License)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="men-367">
        <head>Eingelegte Mandeln und Nüsse</head>
        <div type="original" xml:id="men-367-orig" xml:lang="fro" corresp="#men-367-trans">
          <p>Agmidala rescencia recipe, et ab eis cum gladio remove eciam subtiliter primum corticem, et postea perforetur quodlibet agmidalum uno foramine in medio. Et hiis peractis, dicta agmidala ponantur in aqua dulci, in qua stent per quinque vel sex dies. Sed qualibet die fiat mutacio aque semel en die. Deinde lapsis quinque vel sex diebus, dicta agmidala extrahantur a dicta aqua et ponantur in aliqua aqua ubi stent per unum diem naturalem ad exteandum et removendum vaporem dicte aque. Postea habeatur sufficiens quantitas boni et optimi mellis respectu quantitatis dictarum agmidalarum. Et illud mel buliatur bene et decoquatur sufficienter et decoquendo purgetur, et cum decoctum fuerit et refrigeratum, ponatur in quolibet foramine dicti agmidali unum gariofilum, et respositis omnibus dictis agmidalis in aliquo bono vase terreo, ponatur desuper. Item fiat de nucibus conficiendis, sed ille habent stare in aqua per novem dies qualibet die mutanda, dictum mel bene decoctum et dispositum pro mensura coperiente dicta agmidala, elapsis duobus mensibus postea comedantur.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="men-367-trans" xml:lang="de" corresp="#men-367-orig">
          <p>Nimm frische Mandeln und entferne mit einem Messer vorsichtig die äußere Haut. Stich danach jede Mandel in der Mitte durch. Sind diese Schritte getan, lege die Mandeln in frisches Wasser und lasse sie dort fünf oder sechs Tage lang stehen. Wechsle das Wasser jedoch jeden Tag einmal. Nach Ablauf der fünf oder sechs Tage nimm die Mandeln aus dem Wasser und lege sie in frisches Wasser, wo sie einen ganzen Tag lang verbleiben sollen, um den Geruch und unerwünschten Geschmack des vorherigen Wassers zu entfernen. Danach nimm eine ausreichende Menge guten und besten Honigs, passend zur Menge der Mandeln. Lasse diesen Honig gut kochen und ausreichend einkochen, und reinige ihn dabei. Wenn er gekocht und abgekühlt ist, stecke in jedes Loch der Mandeln eine Nelke. Lege alle Mandeln in ein gutes Tongefäß und gieße den Honig darüber. Ebenso verfahre mit Walnüssen, doch diese müssen neun Tage lang im Wasser stehen, wobei das Wasser täglich zu wechseln ist. Der gut gekochte und zubereitete Honig soll die Mandeln und Nüsse bedecken. Nach zwei Monaten können sie gegessen werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Agmidala rescencia">frische Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aqua dulci">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="boni et optimi mellis">Honig</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gariofilum">ganze Nelken</ingredient> - 10</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="nucibus">Walnüsse</ingredient> - 250 g</item>
          </list>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#men-367-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Honigkonserve aus Mandeln und Walnüssen - der direkte Verwandte der bis heute in Süditalien und am Balkan beliebten in Honig oder Sirup eingelegten Nüsse und der „schwarzen" grünen Walnüsse. Die Nüsse werden tagelang gewässert, mit Nelken gespickt und in eingekochtem Honig zwei Monate gereift. Dasselbe Verfahren - mit der Ahle durchstechen, wässern, in Honig-Sud setzen - findet sich fast wortgleich in den deutschen Walnuss-Konserven des Korpus.

Ungewöhnlich ist, dass dieser Text lateinisch überliefert ist (agmidala = Mandeln, nuces = Walnüsse), während der Ménagier sonst auf Mittelfranzösisch schreibt.

Das lange Wässern mit täglichem Wasserwechsel - fünf bis sechs Tage für Mandeln, neun für Walnüsse - zieht Bitter- und Gerbstoffe heraus. Der Schritt, die Nüsse zum Schluss noch einen Tag in frisches Wasser zu legen, um den vapor dicte aque zu entfernen, meint, den muffigen Geruch und Beigeschmack des alten Wassers loszuwerden.

Der Honig wird decoquatur … et purgetur, also eingekocht und dabei abgeschäumt (geklärt), bis er dickflüssig genug ist, um die Nüsse vollständig zu bedecken und haltbar zu konservieren. In jedes vorgestochene Loch kommt eine Nelke (gariofilum), die Würze und Konservierung beisteuert.

Praxis. Mandeln häuten, mittig durchstechen, 5-6 Tage wässern (täglich Wasser wechseln), Walnüsse 9 Tage. Zum Schluss einen Tag in frischem Wasser. Honig sanft einkochen und abschäumen. In jedes Loch eine Nelke stecken, Nüsse in ein Tongefäß schichten, mit dem heißen Honig randvoll bedecken. Verschlossen 2 Monate durchziehen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#men-367-orig" n="Agmidala" resp="#fyndling">Mandeln (lat., für amygdala). Der Text ist - untypisch für den Ménagier - lateinisch.</note>
        <note type="gloss" target="#men-367-orig" n="vapor dicte aque" resp="#fyndling">Geruch und Beigeschmack des Wassers - der muffige Ton, den das Einweichwasser annimmt und der durch frisches Wasser ausgewaschen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#men-367-orig" n="decoquatur … purgetur" resp="#fyndling">Einkochen und dabei abschäumen/klären - der Honig wird eingedickt und von Trübstoffen befreit.</note>
        <note type="gloss" target="#men-367-orig" n="gariofilum" resp="#fyndling">Nelke - kommt in jedes vorgestochene Loch der Nuss, für Würze und Haltbarkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#men-367-orig" n="vase terreo" resp="#fyndling">Tongefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#men-367-orig" n="vapor dicte aque" resp="#fyndling">Geruch und unerwünschter Beigeschmack des alten Einweichwassers, der durch einen letzten Tag in frischem Wasser entfernt wird.</note>
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