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        <title>Rheinische Hühner mit Eier-Rosinen-Tunke</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-12">2026-07-12</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mha-052/</idno>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-052">
        <head>Rheinische Hühner mit Eier-Rosinen-Tunke</head>
        <div type="original" xml:id="mha-052-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-052-trans">
          <p>von Reinischen honern wie man die praten sol . Item Reinische huner die sol man praten vnd mach zwelff stuck daraus das Ir vf ain essen genuog sein . Dar zue solt du haben zwai vnd dreissigk ayer vnd ein guote prue vnd schmalcz vnd ain pfunt weinper vnd ain vierdung gewurcz es wol . vnd rur es ob einem feur .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-052-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-052-orig">
          <p>Rheinische Hühner braten und in zwölf Stücke teilen, sodass es für einen Tafelgang genug ist.</p>
          <p>Dazu 32 Eier bereithalten, dazu eine gute Brühe, Schmalz, ein Pfund (ca. 500 g) Weinbeeren (Trauben oder Rosinen) und ein Viertel (ca. 125 g) Gewürz. Alles gut würzen.</p>
          <p>Über dem Feuer verrühren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Reinische huner">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwai vnd dreissigk ayer">Eier</ingredient> - 32</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein guote prue">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmalcz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain pfunt weinper">Weinbeeren (Trauben oder Rosinen)</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain vierdung gewurcz">Gewürzmischung</ingredient> - 125 g</item>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Hühnergericht mit einer separat am Feuer gerührten Ei-Schmalz-Tunke aus Weinbeeren und Gewürz - strukturell nahe dem, was die deutsche Küche bis heute Legieren nennt (eine Sauce mit Ei über Hitze binden), hier allerdings als dicke, süßlich-würzige Tunke statt klarer Suppe. Eine feste Verwandtschaftslinie zu einem bestimmten späteren Gericht lässt sich daraus nicht ableiten, nur die strukturelle Nähe zu ei-gebundenen, fruchthaltigen Geflügelsaucen höfischer Küchen des 15. Jahrhunderts.

Weinbeeren: Trauben oder Rosinen?

Der Text nennt "weinper" ohne Einweich- oder Quellschritt vor der Verwendung. Das spricht eher für frische Trauben, schließt getrocknete Rosinen aber nicht aus - beide Lesarten bleiben offen, für die Praxis eignen sich beide.

Praxis.

Hühner braten und in zwölf Stücke teilen. Parallel Eier, Brühe, Schmalz, Weinbeeren und Gewürz in einem Topf über dem Feuer verrühren, bis die Mischung bindet - bei 32 Eiern auf diese Flüssigkeitsmenge braucht es Aufmerksamkeit, damit die Masse sämig bindet statt zu Rührei zu gerinnen. Das Manuskript endet mit diesem Rührschritt über dem Feuer; ob und wie die Tunke anschließend über die Hühnerstücke gegeben wird, sagt der Text nicht ausdrücklich - naheliegend, aber eine eigene Ergänzung über den Wortlaut hinaus.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-052-orig" n="Reinischen honern" resp="#fyndling">Wörtlich 'rheinische Hühner' - vermutlich eine regionale Herkunftsbezeichnung für besonders geschätztes Geflügel aus dem Rheinland, ein Statusmerkmal auf der Speisekarte.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-052-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Historisches Viertel-Maß, ungefähr ein Viertelpfund. In manchen Quellen auch eine feste Gewichtseinheit von etwa 60 g, hier als Gewürzmenge grob mit 125 g angesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-052-orig" n="weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Wörtlich 'Weinbeeren' - ob getrocknete Rosinen oder frische Trauben gemeint sind, bleibt hier offen; der Text nennt keinen Einweich- oder Quellschritt, wie er bei Rosinen sonst oft vorkommt.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-052-orig" n="prue" resp="#fyndling">Brühe, hier als Grundlage der Eier-Schmalz-Tunke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-052-orig" n="Reinischen honern" resp="#fyndling">Als 'Rheinische Hühner' übersetzt, eine regionale Herkunftsbezeichnung für hochwertiges Geflügel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-052-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Als Viertelpfund-Maß gelesen und mit rund 125 g Gewürz umgerechnet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-052-orig" n="weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Als 'Weinbeeren' übersetzt, ohne Festlegung zwischen frischen Weintrauben und getrockneten Rosinen.</note>
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