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        <title>Grüne Mandelmilch-Gelee</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-16">2026-07-16</date>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-165">
        <head>Grüne Mandelmilch-Gelee</head>
        <div type="original" xml:id="mha-165-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-165-trans">
          <p>Item Ein grune mandel milich . wiltu machen ain gronne milich aus mandel So nym ain pfunt mandel vnd visch schuppen ain schussel vol vnd seud die In wasser Vnd seich dann das wasser dauon vnd wind sy wol auss vnd nym das wasser vnd czwing den mandel wol halben damit durch ob ainem mullterlein vnd lass das gestan als ein sullcz Nym es dann vnd prich es dann auf ain schussel mit ainem loffel Als ain annder grune milich vnd geusz dann daran ain guot dick mandel milich .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-165-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-165-orig">
          <p>Willst du eine grüne Milch aus Mandeln machen, nimm ein Pfund Mandeln und dazu eine Schüssel voll Fischschuppen. Siede beides zusammen in Wasser.</p>
          <p>Seihe das Wasser danach ab und winde die Schuppen gut aus. Presse die Mandeln gut zur Hälfte damit durch, über einem kleinen Gefäß. Lass das Ganze stehen, bis es fest wird wie eine Sülze.</p>
          <p>Nimm die gestockte Masse und brich sie mit einem Löffel in eine Schüssel, so wie man es bei einer anderen grünen Milch tut. Gieße zum Schluss eine gute, dicke Mandelmilch darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain pfunt mandel">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch schuppen ain schussel vol">Fischschuppen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ain guot dick mandel milich">Mandelmilch, dick</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-165-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Kern ein festes Mandelmilch-Gelee - eine Sülze, aber statt aus Fleisch- oder Fischbrühe aus Mandelmilch gebunden. Die Bindung liefert nicht Blattgelatine, sondern das Kollagen aus ausgekochten Fischschuppen - fastentauglich, weil Fisch in der Fastenzeit erlaubt war, Gelatine vom Schlachttier aber nicht.

Die Fischschuppen-Gelatine. Fischschuppen bestehen zu großen Teilen aus Kollagen. Ausgekocht geben sie es tatsächlich als Gelatine ab - schwächer und unzuverlässiger im Ertrag als aus Hausenblase oder Knochen, aber real. Das Wasser wird abgeseiht, die Schuppen ausgewunden, damit möglichst viel der Gelatine-Flüssigkeit von den festen Schuppen getrennt wird.

Das Durchpressen. Der Text nennt für diesen Schritt nur das Gefäß ('mullterlein'), kein Tuch - anders als das Nachbarrezept mha-164 derselben Handschrift, das an der Parallelstelle ausdrücklich 'durch ain tuch' sagt. Der Text setzt außerdem stillschweigend voraus, dass die Mandeln vorher zerstoßen wurden - ganze, ungestoßene Mandeln ließen sich kaum durchpressen; der lexikalische Zwilling kkm-042 nennt diesen Schritt ausdrücklich ('stoße die Mandeln, wie es üblich ist'), mha-165 selbst nicht.

Praxis. Mandeln fein stoßen bzw. mahlen, mit dem abgeseihten Fischschuppensud gründlich durch ein Tuch in ein kleines Gefäß pressen und kühl stehen lassen, bis die Masse sülzeartig fest wird - das braucht eher Stunden als Minuten, praktisch am ehesten über Nacht im Kühlen. Die gestockte Masse mit einem Löffel in Stücke in eine Schüssel brechen und mit dicker, ungegelierter Mandelmilch übergießen, sodass ein Kontrast aus fester Gelée-Masse und flüssiger Milch entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-165-orig" n="visch schuppen" resp="#fyndling">Fischschuppen. Ausgekocht geben sie Kollagen ab, das als Gelatine die Mandelmilch zu einer Sülze bindet - clever, weil Fisch in der Fastenzeit erlaubt war, Knochen-Gelatine vom Schlachttier aber nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-165-orig" n="sullcz" resp="#fyndling">Sülze, geliert-feste Masse, hier aus Fischschuppen-Gelatine statt aus Fleischbrühe.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-165-orig" n="mullterlein" resp="#fyndling">Kleines Gefäß oder Trog, in das die durchgepresste Mandelmasse zum Stocken gegeben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-165-orig" n="czwing" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für pressen/auspressen (von 'twingen'), hier: die eingeweichte Mandelmasse mit dem Fischschuppen-Sud auspressen. Ob dabei - wie beim Nachbarrezept mha-164 derselben Handschrift ausdrücklich gesagt - ein Tuch verwendet wurde, nennt der Text von mha-165 selbst nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-165-orig" n="grune milich" resp="#fyndling">Wird im Text dreimal genannt (Titel, 'wiltu machen ain gronne milich', 'als ain annder grune milich') - vermutlich der Name einer ganzen Gerichtsfamilie in dieser Quelle, nicht unbedingt eine tatsächlich grüne Farbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-165-orig" n="grune milich / gronne milich" resp="#fyndling">Der Name 'grüne Milch' wird als etablierter Gerichtsname innerhalb der Quelle gelesen (der Text verweist selbst auf 'eine andere grüne Milch'), nicht zwingend als eine tatsächlich grün gefärbte Speise - im Rezept fehlt jeder Farbstoff wie Petersilie oder Spinat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-165-orig" n="czwing den mandel wol halben damit durch" resp="#fyndling">Die Mandeln werden mit dem Fischschuppen-Sud gründlich durch ein Tuch gepresst/ausgezogen, sodass die Gelierkraft des Wassers auf die Mandelmasse übergeht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-165-orig" n="czwing ... durch ob ainem mullterlein (kein Tuch im Transkript genannt)" resp="#fyndling">Die Mandeln werden durch ein Tuch gepresst, bevor die Masse ins Gefäß (mullterlein) zum Stocken kommt - so lässt sich aus den Mandeln überhaupt Flüssigkeit gewinnen.</note>
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