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        <title>Erbsenmus mit Reis-Einlage</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-21">2026-07-21</date>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-206">
        <head>Erbsenmus mit Reis-Einlage</head>
        <div type="original" xml:id="mha-206-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-206-trans">
          <p>Item Nym Aber von arbassen arbass die lass sieden das die paellg dauon kummen vnd reib sy gar klain vnd geuss sy darein vnd das sy nicht zue dunne sind Nym reiss der wol geschwoelt sej den leg mitten darein vnd gibs hin ze essen .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-206-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-206-orig">
          <p>Nimm noch einmal Erbsen. Lass sie sieden, bis sich die Schalen von ihnen lösen. Reibe sie dann ganz fein und gib sie zurück in den Sud, sodass die Masse nicht zu dünn wird.</p>
          <p>Nimm Reis, der gut aufgequollen ist, und lege ihn in die Mitte der Erbsenmasse. Dann gib es hin zum Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="arbassen arbass">Erbsen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="reiss">Reis</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="">Wasser</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-206-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zweigeteiltes Breigericht: fein gestoßenes Erbsenmus, mit dem eigenen Kochsud auf die passende Konsistenz zurückgeführt, und mittig eine Portion gut aufgequollener Reis. Die nächste lebende Verwandte ist das klassische Erbspüree; die Reis-Einlage in der Mitte hat keine direkte moderne Entsprechung, folgt aber demselben Grundprinzip wie heutige Kombinationen aus Hülsenfrucht-Mus und Getreide, etwa Linsen mit Reis.

Die getrockneten Erbsen werden gesiedet, bis sich die Schalen (paellg) von ihnen lösen - diese werden verworfen, nicht mitgegessen. Das weiche Innere wird danach fein gerieben und mit dem eigenen Kochsud so weit aufgegossen, dass die Masse nicht zu dünn wird. Der Text nennt kein zusätzliches Bindemittel wie Mehl oder Ei; die Bindung entsteht allein durch die zerriebenen Erbsen selbst.

Der Reis wird getrennt vorgekocht, bis er gut aufgequollen (geschwoelt) ist, und erst danach mittig in die Erbsenmasse gelegt. Das Rezept beschreibt nur diesen fertigen Zustand, nicht den separaten Kochvorgang des Reis.

Praxis. Getrocknete Erbsen über Nacht einweichen und anschließend etwa 60-75 Minuten sieden, bis sich die Schalen lösen. Der Text nennt keine Methode zum Entfernen der gelösten Schalen - ein Passieren durch ein feines Sieb oder Tuch ist naheliegend, bevor die Erbsen fein gerieben werden. Mit etwas vom eigenen Kochsud zu einem streichfähigen, nicht zu dünnen Mus verarbeiten. Reis separat weich kochen, bis er gut aufgequollen ist, und mittig in das Erbsenmus einlegen. Mengenverhältnisse und genaue Garzeiten nennt das Original nicht - hier hilft nur Erfahrung beim Nachkochen.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-206-orig" n="paellg" resp="#fyndling">Die sich beim Kochen lösenden Schalen der Erbsen. Sie werden verworfen, nicht mitgegessen - das Wort ist mit dem Wikidata-Eintrag 'pea skin' belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-206-orig" n="geschwoelt" resp="#fyndling">Von mhd. 'swellen' (schwellen). Gemeint ist Reis, der beim Kochen Wasser aufgenommen hat und weich-voluminös geworden ist.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-206-orig" n="arbass / arbassen" resp="#fyndling">Erbsen (Hülsenfrucht). Die doppelte Nennung im Text ist vermutlich eine Schreiber-Wiederholung zur Betonung, keine zwei verschiedenen Zutaten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-206-orig" n="arbassen arbass" resp="#fyndling">Erbsen, wobei die doppelte Nennung eine Schreiber-Wiederholung oder Betonung ist, keine zwei unterschiedlichen Zutaten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-206-orig" n="geschwoelt" resp="#fyndling">Gut aufgequollen/weichgekocht, bezogen auf Reis, der beim Kochen Wasser aufgenommen hat.</note>
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