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      <titleStmt>
        <title>Gebratener Fisch am Spieß mit Safran-Panade</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mha-215/</idno>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-215">
        <head>Gebratener Fisch am Spieß mit Safran-Panade</head>
        <div type="original" xml:id="mha-215-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-215-trans">
          <p>Auss der selben materi mach praten

Item aus der materj magstu praten an ainem spiss Nym ayer schon prot Saffran wein oder essich vnd wasser und visch schuppen Salcz menng das zue samen vnd geuss das wasser vf den praten vnd lass es erwallen eben dick vnd gib es hin zue essen .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-215-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-215-orig">
          <p>Aus derselben Mischung kannst du einen Braten am Spieß zubereiten.</p>
          <p>Nimm einen Fisch, schuppe und salze ihn. Rühre dann eine Panade aus Eiern, feinem Brot, Safran sowie Wein oder Essig und Wasser an. Gieße diese Mischung auf den Braten und lass sie auf dem Fisch aufkochen, bis sie eben dick wird. Dann gib es zum Essen.</p>
          <p>Modern (Backofen-Variante): Ganzen Fisch in eine Auflaufform legen, die Panade etwas dicker anrühren (weniger Wasser) und dick auf dem Fisch verteilen. Bei 180-200 °C Umluft ca. 25-35 Min. überbacken, bis die Kruste goldgelb ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="visch">Fisch (ganz)</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schon prot">Feines Brot (Brotkrumen)</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Saffran">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wein oder essich">Wein oder Essig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Salcz">Salz</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-215-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Fisch wird am Spieß über der Glut gebraten und dabei mit einer flüssigen, safran-gelben Ei-Brot-Panade übergossen, die auf der heißen Fischoberfläche eindickt und zu einer würzigen, gelben Kruste stockt. Der Grundgedanke ähnelt einem heutigen krustierten oder gratinierten Fisch: Ei liefert die Bindung, Brotkrume dickt zusätzlich ein, Safran färbt und würzt.

Praxis. Schuppe und salze den Fisch. Rühre für die Panade Eier, feines Brot (Semmelbrösel), Safran sowie Wein oder Essig und Wasser zu einer gießbaren Mischung an. Als Richtwert für einen mittelgroßen Fisch (ca. 1 kg): 2-3 Eier, 50 g Brotbrösel, etwa 100-150 ml Flüssigkeit (z.B. halb Wein, halb Wasser, mit einem Schuss Essig). Gieße die Mischung über den am Spieß bratenden Fisch und lass sie auf der heißen Oberfläche aufkochen, bis sie eben dick wird - nicht verbrennen lassen, dafür die Glut mäßig halten und den Spieß gleichmäßig drehen. Eine flüssige Panade tropft am offenen Spieß leicht ab; wer das umgehen will, gart im Backofen (siehe Rezepttext).</note>
        <note type="gloss" target="#mha-215-orig" n="materj" resp="#fyndling">‚Materie‘ oder ‚Mischung‘. Der Bezug zu einer vorhergehenden Grundmischung ist im Text nicht ausbuchstabiert; welches Rezept genau gemeint ist, bleibt ungeklärt. Die Zutaten werden für dieses Rezept ohnehin erneut aufgeführt.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-215-orig" n="praten" resp="#fyndling">‚Braten‘ oder ‚Gebratenes‘. Im Mittelalter konnte dies sowohl ein am Spieß gebratenes Gericht als auch ein in der Pfanne gebratenes oder gebackenes Gericht bezeichnen.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-215-orig" n="an ainem spiss" resp="#fyndling">‚An einem Spieß‘. Dies deutet auf eine Zubereitung über offenem Feuer oder in einem Ofen hin, bei der das Gargut gedreht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-215-orig" n="visch schuppen" resp="#fyndling">Keine Zutat, sondern Verb-Anweisung. Mhd. schuppen ist hier Imperativ: „Fisch [und] schuppen [und] Salzen", also den Fisch schuppen und salzen, bevor die Panade darauf gegossen wird. Mittelhochdeutsche Kochbücher schreiben solche Vorbereitungs-Verb-Reihen oft ohne Kommata. Die alternative Lesart „Fischschuppen als Zutat" ist culinary-praktisch ausgeschlossen, Schuppen sind harte Kalk-Bestandteile, die nicht in der Panade bleiben können.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-215-orig" n="erwallen eben dick" resp="#fyndling">‚Aufkochen, bis es recht dick wird‘. Bezieht sich auf das Eindicken der Beschichtung auf dem Fisch während des Bratvorgangs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-215-orig" n="visch schuppen" resp="#fyndling">Verb-Anweisung: nimm den Fisch, schuppe und salze ihn. Mhd. Kochbücher schreiben Vorbereitungs-Verben oft als Reihe direkt hintereinander. Die nachfolgende Anweisung „gieß das Wasser auf den Braten" setzt einen ganzen, vorbereiteten Fisch voraus.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-215-orig" n="praten an ainem spiss / geuss das wasser vf den praten" resp="#fyndling">Ein Fisch wird am Spieß gebraten und dabei mit der flüssigen Mischung (Panade) bestrichen, die auf dem Fisch eindickt.</note>
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