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        <title>Dreifarbiges Schichtgericht mit Mandelmilch</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-261">
        <head>Dreifarbiges Schichtgericht mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="mha-261-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-261-trans">
          <p>von ainem essen von dreyerlay farben ze machen

Item Nym dreyerlaj farbe So nym hausen plater die seud In wasser schon vnd nym denn ain dicke mandel mi= lich vnd petersill vnd hack den gar klain vnd nym den drittel der man= del milich vnd zucker darunder das wirt ein grune farbe vnd nym denn die zwaj taill vnd zuckers wol vnd lass den sieden In ainer pfannen vnd ain tail lass also weiss vnd das drit= tail mach eytel gell vnd geuss yett leichs vf ain pfannen vnd lass es denn sten vnd seud die grun In ainer pfannen also lass vnd geuss denn vf ein pfenndlein also lass es sten biss es hert werde So hastu dreyer lay farbe grun weisz vnd gell vnd heb es dann vber das feur vnd pald wider darabe . vnd leg es vf ain anRicht vnd schneid es denn als ein schaffczaglat vnd leg es auf ain schusselein Ains grun Das annder weiss Das dritt gell piss das die schussel vol werde vnd gib es hin zue essen .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-261-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-261-orig">
          <p>Nimm dreierlei Farben. Dazu nimm Hausenblase und siede sie gut in Wasser, bis sie sich vollständig aufgelöst hat.</p>
          <p>Nimm dann eine dicke Mandelmilch und Petersilie, und hacke diese sehr fein.</p>
          <p>Ein Drittel der Mandelmilch vermische mit Zucker und der gehackten Petersilie; das wird eine grüne Farbe.</p>
          <p>Die verbleibenden zwei Drittel der Mandelmilch zuckere gut und lasse sie in einer Pfanne sieden. Einen Teil davon lasse weiß. Den dritten Teil mache ganz gelb.</p>
          <p>Gieße jede der drei farbigen Massen auf eine eigene Pfanne und lasse sie stehen. Die grüne Masse siede ebenfalls in einer Pfanne, lasse sie dann stehen und gieße sie auf ein Pfännlein. Lasse alles stehen, bis es fest wird.</p>
          <p>So hast du dreierlei Farben: grün, weiß und gelb. Hebe die Pfannen dann kurz über das Feuer und nimm sie sogleich wieder herunter, um die festen Schichten zu lösen.</p>
          <p>Lege die festen Schichten auf eine Anrichte und schneide sie dann wie ein Schachbrettmuster. Lege sie abwechselnd grün, weiß und gelb auf ein Schüsselchen, bis die Schüssel voll ist, und gib es zum Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hausen plater">Hausenblase</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ain dicke mandel milich">Mandelmilch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="petersill">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gell">Safran</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-261-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dreifarbiges Mandelmilch-Gelee als Tafel-Schaustück: Mit Hausenblase (Fischschwimmblasen-Gelatine) wird eine dicke Mandelmilch zum Gelieren gebracht, gedrittelt und grün, weiß und gelb eingefärbt, dann in Pfännchen kalt fest werden lassen. Die lebende Verwandtschaft reicht von der Götterspeise/Wackelpudding-Schichttorte bis zu italienischen gelatina- und Blancmange-Traditionen - überall dasselbe Prinzip: geliertes Milchprodukt, mehrfarbig geschichtet, kalt gestürzt. Vier Parallelquellen (Königsberger Kochbuch, Anonymes Kochbuch, Mondseer Kochbuch) belegen, dass dies ein verbreitetes spätmittelalterliches Schaugericht der Tafelkultur war, kein Einzelstück.

Die gelbe Farbe. Das Transkript nennt für die gelbe Schicht nur eytel gell ("ganz gelb") - anders als bei Grün, wo die Petersilie ausdrücklich als Farbgeber genannt wird, fehlt hier ein Färbemittel im Text. Das gilt korpusweit für alle Parallelfassungen. Safran ist eine plausible, periodentreue Ergänzung für die Praxis, aber keine Textaussage.

Das Lösen aus der Pfanne. Heb es dann vber das feur vnd pald wider darabe meint ein kurzes Anwärmen der Pfannenunterseite, damit sich die feste Gallerte löst - kein Garschritt. Die Parallelfassung im Königsberger Kochbuch löst dieselbe Aufgabe anders (Schlagen auf eine Bank) - beides sind eigenständige, textgetreue Verfahren, keine Verwechslung.

Praxis. Hausenblase (ersatzweise Gelatine oder Agar) in Wasser vollständig auflösen, mit dicker Mandelmilch verrühren und dritteln: ein Drittel mit fein gehackter Petersilie und Zucker (grün), die restlichen zwei Drittel gezuckert und in der Pfanne kurz aufgekocht, davon eine Hälfte naturweiß, die andere Hälfte periodentreu z. B. mit Safran gelb gefärbt. In flache Pfännchen gießen und kalt fest werden lassen, zum Lösen kurz die Pfannenunterseite erwärmen, dann würfeln und schachbrettartig grün-weiß-gelb in einer Schüssel anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-261-orig" n="hausen plater" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen">Hausenblase, die getrocknete Schwimmblase des Hausens (einer Störart), diente als Geliermittel.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-261-orig" n="schaffczaglat" resp="#fyndling">Schachbrettmuster. Das Gericht sollte in kleinen Quadraten geschnitten und abwechselnd farbig angeordnet werden.</note>
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