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      <titleStmt>
        <title>Gepresster Fisch nach Presskopf-Art</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-22">2026-07-22</date>
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          <title>Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.bs1/TEI_SOURCE.2021-01-15</idno>
          <note>Transkription: Astrid Böhm &amp; Helmut W. Klug, CoReMA TEI-Edition (Uni Graz, 2021, CC BY 4.0); Sekundäredition: Anton Birlinger, Alemannia 1, Bonn 1865 (Public Domain)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mha-266">
        <head>Gepresster Fisch nach Presskopf-Art</head>
        <div type="original" xml:id="mha-266-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mha-266-trans">
          <p>Von gepressten vischen ze machen Item von gepratten vischen thue die graet auss ainem wolgesoten visch der wol gesoten vnd gesallczen sey vnd hack den klain vnd thue guot gewurcz daran vnd press In gleicher weiss Als dein Sweins kopff wiltu das farben So derre rot rosen vnd annder ding vnd thue das pulluer darauf .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mha-266-trans" xml:lang="de" corresp="#mha-266-orig">
          <p>Für gepressten Fisch nimm einen wohlgekochten Fisch, der gut durchgesotten und gesalzen ist. Löse die Gräten vollständig heraus und hacke das Fischfleisch klein. Gib gute Gewürze dazu und presse die Masse in der gleichen Weise, wie du es von deinem Presskopf vom Schwein her kennst.</p>
          <p>Willst du das Ganze farbig machen, so dörre rote Rosenblätter und weitere Zutaten nach Belieben und gib das Pulver darauf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainem wolgesoten visch der wol gesoten vnd gesallczen sey">Fisch, wohlgekocht</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gesallczen">Salz</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="guot gewurcz">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="rot rosen">Getrocknete rote Rosenblätter</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="annder ding">weitere Zutaten (nach Belieben)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="das pulluer">Rosenpulver, aus den getrockneten Rosen und weiteren Zutaten gestoßen</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mha-266-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fisch-Presskopf: die Sülztechnik vom Schweinskopf - kochen, entgräten, hacken, würzen, pressen, kalt binden lassen - wird hier auf Fisch übertragen. Die 'fischige Schwester' der klassischen Schweine-Sülze, heute am ehesten mit einer Fischterrine oder Fischsülze vergleichbar.

Die fehlende Gelatinequelle. Der Text nennt nur 'wolgesoten' (wohlgekocht), entgrätet, gehackt, gewürzt und gepresst - er sagt nicht, wodurch die Masse beim Erkalten fest wird. Die nächstverwandten Rezepte (mon-073, mon-204, koe-023) kochen dafür die Fischschuppen und -haut separat aus, stoßen sie und geben die dabei entstehende, kollagenreiche Flüssigkeit zur gehackten Fischmasse zurück - erst das liefert die Gelatine, die zum Feststehen nötig ist. mha-266 setzt diesen Schritt offenbar als bekanntes Küchenwissen voraus, nennt ihn aber selbst nicht.

Praxis. Wer das nachkochen will, sollte Haut und Abschnitte des Fisches (Karkassen, Schuppen) separat auskochen und den entstandenen, gelatinereichen Sud mit unter die gehackte, gewürzte Fischmasse mischen, bevor gepresst und für mehrere Stunden kalt gestellt wird - ohne diesen Zusatzschritt bleibt die Masse vermutlich ein loser, feuchter Fischbrei statt einer festen Sülze. Das abschließende Bestäuben mit rotem Rosenpulver ist rein dekorativ für die Farbe und hat keine Konservierungs- oder Geschmacksfunktion.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-266-orig" n="Sweins kopff" resp="#fyndling">Presskopf vom Schwein, eine Art Sülze/Headcheese aus gekochtem Schweinskopf. Hier nur als Vergleichsobjekt für die Presstechnik genannt, keine Zutat dieses Fischrezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-266-orig" n="gepratten" resp="#fyndling">Ungeklärte Lesart mit mindestens drei Möglichkeiten: Schreibvariante von 'gepressten' (Wiederholungsfigur zum Titel), wörtlich 'gebraten', oder das Substantiv 'Brät' (feingehackte Fisch-/Fleischfarce, vgl. 'geprät/prät' im Glossar, z.B. 'hechten prät' = Hechtbrät). Der Rezepttext selbst entscheidet nicht eindeutig zwischen diesen Lesarten.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-266-orig" n="graet" resp="#fyndling">Die Fischgräten, die vor dem Hacken vollständig entfernt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mha-266-orig" n="pulluer" resp="#fyndling">Das Rosen- und Gewürzpulver, das als farbige Bestäubung auf den gepressten Fisch gegeben wird. Der Text nennt kein eigenes Verb für die Umwandlung der gedörrten Rosenblätter zu Pulver.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-266-orig" n="gepratten vischen" resp="#fyndling">Offen zwischen drei Lesarten, die im Text selbst nicht entschieden werden: Schreibvariante von 'gepressten' (Wiederholungsfigur zum Rezepttitel), wörtlich 'gebraten', oder das Substantiv 'Brät' (feingehackte Fisch-/Fleischfarce) im Sinne von 'Item, von Fischbrät'. Keine der drei Lesarten hat im Manuskript selbst einen eindeutigen Beleg.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mha-266-orig" n="annder ding" resp="#fyndling">Als vage Sammelbezeichnung für weitere, dem Koch überlassene Farb- oder Würzzutaten gelesen.</note>
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