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        <title>Eier-Mehl-Mus in Milch</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-29">2026-06-29</date>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-012">
        <head>Eier-Mehl-Mus in Milch</head>
        <div type="original" xml:id="mon-012-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-012-trans">
          <p>ITem wildw ain guete air prue von airen ein gmuß machen so nymb air vnd hack die mit mell auff ein vnd Sewdt das gehack in einem milich etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-012-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-012-orig">
          <p>Wenn du aus Eiern ein gutes Mus (eine Eierbrühe) machen willst, so nimm Eier und hacke sie mit Mehl zu einer Masse.</p>
          <p>Und siede das Gehackte in Milch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="air">Eier</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mell">Mehl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="milich">Milch</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht? Ein karges Eier-Mehl-Mus, das in Milch gegart wird - eine Vorform des Einlauf- oder Nockerlmus: Eier und Mehl werden zu einer Masse verschlagen und in heißer Milch zum Stocken gebracht. Es gehört in die Familie der gesottenen Eier-Milch-Muse, am engsten verwandt mit dem Gebratenen Mus mit Eierteigblättern, wo ebenfalls eine Eiermasse fein zerteilt und mit Eiern und Milch zum Mus gebunden wird. Vom gestockten Wasserbad-Custard (Gebratene Milch) unterscheidet es sich durch das Mehl und das direkte Sieden im Topf.

Crux. Die Wendung hack die mit mell auff ein meint nicht zwei Schritte, sondern einen: Eier und Mehl werden zu einer Masse verhackt, also zu einem dicklichen Teig verschlagen. Sewdt das gehack heißt dann, eben diese Masse in der Milch zu sieden.

Praxis. Eier mit so viel Mehl verquirlen, dass ein dicklicher, gerade noch tropffähiger Teig entsteht. Milch nur leicht köcheln lassen - nicht stark kochen, sonst gerinnt sie oder brennt an. Den Teig löffelweise einlaufen lassen oder unter Rühren einrühren und sanft stocken lassen. Das Original bricht mit etc. ab und setzt das Fertig-Binden als bekannt voraus; eine Würzung (etwa Salz oder, süß, etwas Zucker) ist Sache des Kochs.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-012-orig" n="air prue" resp="#fyndling">Bairisch für „Eierbrühe" (air = Eier, prue = brüeje/Brühe; mittelhochdeutsch brüeje, MHDBDB belegt). Hier Gattungsbezeichnung für eine in Milch gesottene Eierspeise. Bildet eine kleine quellinterne Mondseer Reihe (mon-004, mon-009, mon-012, mon-014).</note>
        <note type="gloss" target="#mon-012-orig" n="gmuß" resp="#fyndling">Bairische Synkope von „gemüese"/„muos" = Mus, breiige Speise (MHDBDB-Lemma gemüese). Nicht „Gemüse" im modernen Sinn, sondern die mittelalterliche Gattung weicher, gestoßener oder gekochter Speisen, süß oder herzhaft.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-012-orig" n="hack die mit mell auff ein" resp="#fyndling">Ein Schritt, nicht zwei: Die Eier werden mit Mehl „auf ein(s)" = zu einer einzigen Masse verhackt, also zu einem dicklichen Teig verschlagen. „auff ein" heißt „zu einer Masse / zusammen", nicht örtlich „auf eines"; parallel zur Schlag-/Verrührformel in m384-051.</note>
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