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        <title>Krause Eier (gefüllte Eierschalen vom Rost)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-29">2026-06-29</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mon-018/</idno>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-018">
        <head>Krause Eier (gefüllte Eierschalen vom Rost)</head>
        <div type="original" xml:id="mon-018-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-018-trans">
          <p>ITem wil dw ein praten von air machen So slach air auff dacz dem grossen spicz vnd czechlopff sy gar woll vnd thue pheffer vnd saffran dar ein vnd gehackten pettersill vnd saluan vnd rast das in einerr phann vnd hacks chlain vnd tue es wider In dy air schall vnd stoß an ainen vnd legs auff ein rast</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-018-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-018-orig">
          <p>Item, willst du einen Eierbraten machen, so schlage die Eier am großen (stumpfen) Ende auf und verquirle sie sehr gut. Gib Pfeffer und Safran hinein, dazu gehackte Petersilie und Salbei.</p>
          <p>Röste das in einer Pfanne, hacke es klein und fülle es wieder zurück in die Eierschalen. Stecke sie an ein Spießchen und lege sie auf einen Rost.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="air">Eier</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pheffer">Pfeffer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gehackten pettersill">Petersilie, gehackt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saluan">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="air schall">Eierschalen</ingredient>
            </item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist eine Variante der weit verbreiteten ‚Krausen Eier‘ beziehungsweise ‚Kroßeier‘ - eine gewürzte Eierspeise, die in den geleerten eigenen Schalen wieder aufgerichtet und über der Glut gebräunt wird. Die nahezu wortgleichen Schwesterfassungen rfk-047 (‚Krause Eier‘) und m384-081 (‚Kroßeier‘) überliefern jeden Schritt und lösen die Lesart eindeutig.

Der ‚große Spitz‘ ist kein Bratspieß. ‚Schlag die Eier an dem großen Spitz auf‘ meint das große, stumpfe Ende des Eis, an dem die Schale aufgeschlagen wird - so bleibt die Halbschale ganz und dient später als Form. Die Schwesterfassungen sagen es ausdrücklich: ‚brich die eyer ander groszen spiczen uff vnd lere die schalen‘. Der einzige Spieß im Rezept ist das kleine Spießchen am Ende (‚stoß an ainen‘, vgl. rfk-047 ‚stosz sie an ein spisselin‘), an das man die gefüllten Schalen zum Rösten steckt.

Praxis. Eier am stumpfen Ende vorsichtig köpfen, ausleeren, die leeren Halbschalen beiseitestellen. Die Eier gut verquirlen, mit Pfeffer, einer Prise Safran (sattes Gelb und Aroma), fein gehackter Petersilie und Salbei würzen. In etwas Schmalz bei mittlerer Hitze in der Pfanne stocken lassen - nur durchgaren, nicht hart braten, sonst lässt es sich schlecht hacken und wird zäh. Die gestockte Masse fein hacken und in die aufbewahrten Halbschalen zurückfüllen. An ein Holz- oder Metallspießchen stecken und kurz und heiß über der Glut auf dem Rost bräunen. Eine Bindung braucht es nicht - das Ei bindet beim Stocken selbst, period-treu ohne Mehl oder Schwitze.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-018-orig" n="praten von air" resp="#fyndling">Ein ‚Braten von Eiern‘ meint hier kein Bratenstück, sondern eine geröstete, gewürzte Eierspeise - verwandt mit Omelett und Frittata, im Korpus unter den Namen ‚Krause Eier‘ und ‚Kroßeier‘ geläufig.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-018-orig" n="grossen spicz" resp="#fyndling">‚An dem großen Spitz‘ bezeichnet das große, stumpfe Ende des Eis, an dem man die Schale aufschlägt - nicht einen Bratspieß. Die Schwesterfassungen machen das ausdrücklich: ‚brich die eyer ander groszen spiczen uff vnd lere die schalen‘ und ‚schlach ayer vff czuo dem grossen spitz‘. Das stumpfe Ende wird gewählt, damit die geleerte Schale ganz bleibt und später wieder als Form dient.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-018-orig" n="air schall" resp="#fyndling">Die geleerten Eierschalen werden aufbewahrt und nach dem Hacken wieder mit der gewürzten Eiermasse gefüllt - sie sind die Form, die der Speise ihre eiförmige Gestalt zurückgibt.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-018-orig" n="stoß an ainen" resp="#fyndling">Ellipse für ‚stecke (sie) an ein Spießchen‘ - gemeint ist ein kleines Spießchen zum Halten über der Glut, vgl. die Schwesterfassung ‚stosz sie an ein spisselin‘. Dies ist der einzige Spieß im Rezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-018-orig" n="czechlopff" resp="#fyndling">‚zerklopfen‘ im Sinne von verquirlen, kräftig schlagen. Die Schwesterfassungen bestätigen dies mit ‚slag die wol‘ und ‚kropff die gar wol‘.</note>
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