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        <title>Gebratener Hecht mit Kräuterfüllung</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-01">2026-07-01</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mon-041/</idno>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-041">
        <head>Gebratener Hecht mit Kräuterfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="mon-041-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-041-trans">
          <p>ITem wil dw praten hechten machen so nym gruem hechten schupp In vnd laß den darmm aus also also das er gancz beleyb oder laß awß den gratt vnd stoß sy In ainem morser vnd thue dar czw pheffer vnd saluan saffriann vnd salz da mit full den hechten bespreng mit salcz vnd prat In etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-041-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-041-orig">
          <p>Wenn du gebratenen Hecht zubereiten willst, so nimm einen frischen Hecht. Schuppe ihn und nimm den Darm heraus, sodass der Fisch ganz bleibt.</p>
          <p>Alternativ kannst du den Grat entfernen und das Fischfleisch in einem Mörser zerstoßen. Gib dazu Pfeffer, Salbei, Safran und Salz.</p>
          <p>Damit fülle den Hecht. Besprenge ihn anschließend mit Salz und brate ihn.</p>
        </div>
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          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gruem hechten">Hecht</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pheffer">Pfeffer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saluan">Salbei</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saffriann">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salz">Salz</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer, mit Kräuter-Fisch-Farce gefüllter und gebratener Hecht - der direkte Vorfahre des heute noch bekannten gefüllten bzw. farcierten Hechts der süddeutsch-österreichischen Gasthausküche. Dieselbe Grundtechnik - Fischfleisch im Mörser zu einer Farce zerstoßen, würzen, in die Fischhülle zurückfüllen - lebt auch im Weihnachtskarpfen mit Farce-Füllung und in der französischen Fisch-Quenelle weiter.

Ganzer Fisch oder Farce - zwei Wege, ein Rätsel. Der Text nennt ausdrücklich zwei Zubereitungswege. Weg eins: den Hecht schuppen, ausnehmen, ganz lassen und füllen. Weg zwei: den Fisch entgräten und sein Fleisch im Mörser zerstoßen. Hier wird der Text knapp: Wenn das Fleisch des einen Hechts bereits zur Farce verarbeitet ist, kann es nicht denselben Hecht füllen, dessen Hülle es war. Der enge Zwilling im Königsberger Kochbuch (koe-003) löst genau dieses Rätsel auf - dort wird ausdrücklich ein zweiter, beliebiger Fisch gesotten, entgrätet und zerstoßen, um damit den ganzen, unversehrten Hecht zu füllen. Naheliegend, dass mon-041 dieselbe Praxis voraussetzt, sie aber - wie im Kochbuch öfter zu beobachten - stichwortartig verkürzt, weil der Koch das Verfahren bereits kannte.

Praxis. Für die unkomplizierte Variante: den Hecht schuppen, ausnehmen, den Bauchraum mit einer Farce aus zerstoßenem Fischfleisch (eines zweiten Fischs oder von Resten), Pfeffer, Salbei, Safran und Salz füllen, außen salzen und in der Pfanne oder auf dem Rost braten. Das Zerstoßen im Mörser lässt sich am Marktstand gut durch Fleischwolf oder Blender ersetzen. Die Farce bindet beim Braten von selbst über das gerinnende Fischprotein, eine Mehlschwitze braucht es nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-041-orig" n="saluan" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saluan">Salbei. Eine bairisch-österreichische Dialektform für Salbei (Salvia officinalis).</note>
        <note type="gloss" target="#mon-041-orig" n="morser" resp="#fyndling">Hier kein kleiner Küchenmörser, sondern der grobe Fleisch-/Fischmörser zum Zerstoßen von rohem Fleisch oder Fisch zu Farce - Standardwerkzeug für Füllungen in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-041-orig" n="gruem" resp="#fyndling">Als 'frischen' bzw. 'rohen' Hecht gelesen - eine bairische Lesart von 'grün' im Sinne von unverarbeitet/roh. Gestützt durch den Korpus-Beleg im Münchner Kochbuch cgm5919 (m5919-056), wo dieselbe Lemma-Form 'gruey' im eindeutigen Kontext von rohem, noch ungegartem Fleisch erscheint.</note>
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