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        <title>Fischmus mit Wein und Gewürzen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-03">2026-07-03</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mon-056/</idno>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-056">
        <head>Fischmus mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="mon-056-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-056-trans">
          <p>ITem wil dw machen ein gmueß von vischen So nymb ain pratt visch vnd weinpern vnd stoß durch ein ander nym dar nach guetten wein gburcz vnd czucker vnd machs also an die statt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-056-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-056-orig">
          <p>Wenn du ein Mus von Fischen zubereiten möchtest, so nimm einen gebratenen Fisch und Weinbeeren und stoße sie zusammen. Nimm danach guten Wein, Gewürze und Zucker hinzu und mach es damit an dieser Stelle fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ain pratt visch">Gebratener Fisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="weinpern">Rosinen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="guetten wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gburcz">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures Fischmus: gebratener Fisch wird mit Rosinen zerstoßen und anschließend mit Wein, Gewürzen und Zucker zu einer streichfähigen Masse verarbeitet. Das Prinzip - Fisch, Süße und Säure zu einem Mus vereint - gehört zur breiteren Familie süß-saurer Fischgerichte, die bis in barocke und volkstümliche Kochbücher fortlebt, hier aber näher mit Fisch-Farcen und Pastetenfüllungen verwandt ist als mit einem servierten Fischstück in Sauce. Ein nahezu wortgleicher Zwilling findet sich in mha-252 ("Mus von gebratenem Fisch"), was zeigt, dass diese Zubereitung im spätmittelalterlichen Kochbuch-Korpus kein Einzelfall war.

Warum wird der Fisch zuerst gebraten? Rohes Fischfleisch zerfällt beim Stoßen eher in Fasern statt zu einer homogenen Masse zu binden. Das Braten festigt das Fleisch, sodass es sich im Mörser zu einem gleichmäßigen Mus verarbeiten lässt.

Praxis. Brate den Fisch zunächst gut durch und lass ihn etwas abkühlen. Stoße ihn dann zusammen mit den Rosinen im Mörser zu einer feinen Masse - alternativ funktioniert feines Hacken und Pürieren mit dem Stabmixer. Erst danach rührst du guten Wein, die Gewürze und den Zucker ein, bis eine streichfähige, süß-saure Fischmasse entsteht. Der Wein verdünnt die feste Fisch-Rosinen-Paste zur Mus-Konsistenz; eine Mehlschwitze oder andere Bindung ist nicht nötig. Der Text lässt offen, ob das fertige Mus noch einmal erwärmt oder kalt-lauwarm angerichtet wird - beides ist denkbar.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-056-orig" n="gmueß" resp="#fyndling">Mus, Püree. Im Mittelalter oft eine breiige Zubereitung aus zerstoßenen Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-056-orig" n="pratt visch" resp="#fyndling">Gebratener Fisch. Das Verb 'praten' (braten) ist hier als Partizip verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-056-orig" n="stoß durch ein ander" resp="#fyndling">Zerstoße die Zutaten im Mörser oder hacke sie sehr fein, sodass ein Mus entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-056-orig" n="an die statt" resp="#fyndling">Räumlich-substitutive Wendung ('an die/dieser Stelle', 'statt dessen'), korpusweit so belegt (u.a. mon-003, mha-012, mha-072). Gemeint ist: die zuletzt genannten Zutaten (Wein, Gewürze, Zucker) werden dort - an der bereits gestoßenen Fisch-Rosinen-Masse - eingearbeitet und die Speise damit fertiggestellt.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-056-orig" n="guetten wein" resp="#fyndling">Keine Farbangabe im Text - „guetten wein“ ist eine Qualitäts-, keine Farbaussage. Siehe die ausführlichere Einordnung im engen Zwilling mon-102: die moderne Regel „Weißwein zu Fisch“ ist eine überwiegend neuzeitliche Konvention, keine mittelalterliche.</note>
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