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        <title>Ei in eine Flasche bringen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-05">2026-07-05</date>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-155">
        <head>Ei in eine Flasche bringen</head>
        <div type="original" xml:id="mon-155-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-155-trans">
          <p>I Tem wil dw ein gancz ay Ineinen angster pringen so leg das ay In einen essich trey tag vnd drey nacht vnd wen es waich wirt so gewß es dan in den angster vnd laß dan den essich her ab so wirt es gancz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-155-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-155-orig">
          <p>Willst du ein ganzes Ei in eine Flasche mit engem Hals bringen, so lege das Ei für drei Tage und drei Nächte in Essig.</p>
          <p>Wenn es weich wird, gieße es dann in die Flasche und lasse den Essig ab. So wird das Ei wieder ganz und fest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein gancz ay">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="einen essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen angster">Flasche mit engem Hals</ingredient> - 1</item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-155-trans" resp="#fyndling">Kein Kochrezept - ein chemisches Kunststück. Essigsäure löst den Kalk der Eierschale auf; nach ein paar Tagen bleibt nur noch die weiche, gummiartige Eihaut übrig, durch die man das Ei unbeschadet zusammendrücken und durch einen engen Flaschenhals schieben kann - ein Trick, der bis heute in Chemie-Vorführungen gezeigt wird.

So gelingt es (ungefährlich, gut vorführbar). Ein rohes Ei drei Tage und Nächte vollständig in Essig legen, bis sich die Schale komplett aufgelöst hat und nur die durchsichtige Membran übrig bleibt - das Ei fühlt sich dann gummiartig-elastisch an. Vorsichtig samt Essig in die enge Flasche gießen, dann den Essig wieder abgießen. Mit "wieder ganz und fest" ist gemeint, dass die feuchte Eihaut beim Trocknen wieder straff wird und wie ein intaktes Ei aussieht - die Kalkschale selbst kommt nicht zurück.

Für die Vorführung. Gut sichtbar am Lagerfeuer erklären: das Ei wird VOR den Augen des Publikums weich und schlüpft durch den engen Hals - der eigentliche „Aha-Effekt" entsteht, wenn man das fertige Ei später aus der Flasche zeigt und erklärt, wie es hineingekommen ist, ohne die Flasche zu zerbrechen.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-155-orig" n="angster" resp="#fyndling">Ein Angster ist eine kleine Flasche oder ein Gefäß mit engem Hals, oft für Essig oder Öl verwendet. Der Begriff ist verwandt mit dem lateinischen ‚angustus‘ (eng).</note>
        <note type="gloss" target="#mon-155-orig" n="gancz" resp="#fyndling">Hier bedeutet ‚ganz‘ nicht nur ‚unversehrt‘, sondern auch ‚fest‘ oder ‚wieder in fester Form‘, nachdem die Schale durch den Essig weich und flexibel geworden ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-155-orig" n="gancz" resp="#fyndling">Die Lesart ‚ganz‘ im Sinne von ‚fest‘ oder ‚wieder in fester Form‘ wurde gewählt, da das Ei nach dem Ablassen des Essigs seine ursprüngliche Festigkeit zurückgewinnt, nachdem die Schale weich geworden ist.</note>
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