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        <title>Hühnerinnereien in Wildbret-Brühe</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mon-179/</idno>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-179">
        <head>Hühnerinnereien in Wildbret-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="mon-179-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-179-trans">
          <p>ITem in der swarczen prue da die wildt= pratt In gelegen sindt dar ein mach= stu woll machen das den hunr als das hawpp leberel vnd magel etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-179-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-179-orig">
          <p>Nimm die schwarze Brühe, in der das Wildbret gelegen hat. Darin kannst du gut das Hühnerklein garen, nämlich den Kopf, das Leberlein und das Mägelein und was sonst noch an Innereien dazugehört.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="swarczen prue">Brühe vom Wildbret (schwarz)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="das hawpp">Hühnerkopf</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="leberel">Hühnerleber</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="magel">Hühnermagen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="etc.">Weitere Hühnerinnereien</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#mon-179-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Gericht mit fester Zutatenliste, sondern eine kurze Verwertungsnotiz: Die kräftige, dunkle Brühe, in der zuvor Wildbret gelegen hat, wird ein zweites Mal genutzt, um darin Hühnerklein - Kopf, Leber, Muskelmagen und weitere Innereien - garzuziehen. Es ist der Vorfahr des heutigen Hühnerklein-Eintopfs und die kulinarische Schwester des österreichischen Beuschels: Innereien in kräftiger Brühe. Zugleich die Urform des Zweitaufguss-Kochens, bei dem ein aromatischer Fond nicht weggeschüttet, sondern ein weiteres Mal eingesetzt wird.

Die schwarze Brühe ist im unmittelbar vorangehenden Rezept (mon-177, Hirschbraten in schwarzer Gewürzbrühe) im Detail beschrieben: Brot zur Bindung und Färbung, Wein für die Säure, Honig für die Süße, dazu Nelken und Pfeffer; reicht die Farbe nicht, wird mit etwas Lindenkohle nachgedunkelt. Der Satzanfang in der schwarzen Brühe, in der das Wildbret gelegen ist verweist genau darauf zurück - der Text setzt diese Brühe als bekannt voraus.

Das Wort als steht hier explikativ (im Sinne von nämlich oder und zwar) und zählt die verwendbaren Hühnerteile auf: hunr als Oberbegriff, hawpp/leberel/magel als Kopf, Leberlein und Mägelein. Dieselben Kleinteile erscheinen im Korpus als Hühner-Bestandteile (mon-086 nennt leber magel oder fuessel, mon-170 hawpp als Kopf).

Praxis. Ein Ein-Topf-Gericht über der Glut: die fertig abgeschmeckte schwarze Brühe heiß halten (sieden bis knapp darunter), die Innereien einlegen und ziehen lassen. Die Leber darf nicht überkochen, sonst wird sie körnig und hart; sie braucht nur wenige Minuten. Magen und Kopf vertragen längeres Ziehen und geben zusätzliches Aroma ab. Eine weitere Bindung ist nicht nötig - das Brot des Grundsuds bindet bereits. Kein Spezialgerät, nur ein schlichter Topf oder ein Reindl; kein Ausbraten. Der Text nennt keine Mengen und keine Garzeit - die Zubereitung lebt ganz vom Kontext der vorangehenden schwarzen Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-179-orig" n="swarczen prue" resp="#fyndling">Die ‚schwarze Brühe‘ meint hier den dunklen, kräftigen Sud, in dem zuvor das Wildbret gelegen hat. Wie diese Brühe entsteht, beschreibt das vorangehende Rezept (mon-177): dunkles Brot, Wein, Honig, Nelken und Pfeffer, bei Bedarf mit etwas Lindenkohle nachgedunkelt. Der Zweitgebrauch dieses Fonds ist der eigentliche Rezeptkern.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-179-orig" n="wildtpratt" resp="#fyndling">Wildbret - Fleisch von Wildtieren (z.B. Hirsch, Wildschwein, Hase).</note>
        <note type="gloss" target="#mon-179-orig" n="hawpp" resp="#fyndling">Kopf - hier der Hühnerkopf, eine im Mittelalter übliche Zutat, die heute nur noch selten (Wochenmarkt oder Metzger auf Vorbestellung) zu bekommen ist.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-179-orig" n="leberel / magel" resp="#fyndling">Verkleinerungsformen für Hühnerleber und Hühner-Muskelmagen - klassisches Hühnerklein. Dieselben Teile nennt mon-086 als Hühner-Bestandteile (leber magel oder fuessel).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-179-orig" n="hunr als das hawpp leberel vnd magel" resp="#fyndling">‚das Huhn, nämlich den Kopf, das Leberlein und das Mägelein‘. Das Wort als steht explikativ (‚nämlich‘, ‚und zwar‘) und zählt die verwendbaren Hühnerteile auf; hunr ist der Oberbegriff.</note>
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