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        <title>Sauce für Braten und Hühnersülze</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-220">
        <head>Sauce für Braten und Hühnersülze</head>
        <div type="original" xml:id="mon-220-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-220-trans">
          <p>ITem will dw machen aine sallsen czw pratten vnd czw sulczen alten hunrn So nym mandel dy reib chlain slach durich ein tuch mit wein vnd mit esseich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-220-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-220-orig">
          <p>Willst du eine Sauce für Braten und für Sülze von alten Hühnern zubereiten, so nimm Mandeln. Reibe sie fein und schlage sie durch ein Tuch mit Wein und Essig.</p>
        </div>
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          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel dy reib chlain">Mandeln, gerieben</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wein">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="esseich">Essig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-220-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte, mandelgebundene Wein-Essig-Sauce für Braten und für Hühnersülze - keine eigenständige Speise, sondern eine Begleitsauce. Mandeln übernehmen die Rolle des Bindemittels: eine helle, sämige Alternative zu Brot- oder Eigelb-Bindungen, die zugleich fastentauglich ist. Ihr lebendiger Nachfahre im deutschen Sprachraum ist die bis heute zu Sülze servierte Essig-Sauce - nur dass moderne Fassungen Öl statt geriebener Mandeln zur Abrundung nutzen.

Sülze oder Sülzen? Die Formulierung „czw sulczen alten hunrn“ lässt offen, ob die Sauce zu einer fertigen Hühnersülze gereicht wird (die im Korpus geläufigere Lesart) oder ob sie selbst als Einlegesud zum Sülzen dient. Für die Praxis macht das keinen Unterschied: In beiden Fällen wird die fertige Sauce kalt über Hühnerfleisch oder Braten gegeben.

Praxis. Mandeln möglichst fein reiben oder gemahlene Mandeln verwenden und mit Wein und Essig zu einer glatten Masse verrühren, dann durch ein Tuch schlagen (passieren), damit nur die feine, sämige Sauce zurückbleibt und keine groben Mandelstücke. Dasselbe Verfahren - eine Basis mit Wein oder Essig durchs Tuch schlagen - findet sich im Korpus mehrfach für verwandte Saucen, es ist also keine Verlegenheitslösung, sondern gängige Technik. Ein Kochschritt ist nicht nötig: Die Sauce wird komplett kalt angesetzt und auch kalt zu Braten oder Hühnersülze serviert. Das Verhältnis von Wein zu Essig lässt sich nach Geschmack variieren, sollte aber insgesamt eine sanft-säuerliche, nicht zu scharfe Note ergeben.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-220-orig" n="sulczen" resp="#fyndling">In der Wendung „czw sulczen“ steckt eine Doppeldeutigkeit: gemeint ist meist die Sülze als fertiges Gericht (Aspik), zu dem die Sauce gereicht wird - die Form kann aber auch als „zum Sülzen“ (Verb, Einlegen/Konservieren) gelesen werden. Andere Mondseer Rezepte (u. a. mon-046, mon-054, mon-131, mon-205) verwenden „Sülze“ durchgängig als benanntes Gericht, was die erste Lesart stützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-220-orig" n="sulczen" resp="#fyndling">Sülze (als Gericht) - Die CoReMA-Glosse verweist auf Wikidata Q837480 (Aspik/Sülze als Gericht). Die Sauce ist demnach zum Servieren mit einer fertigen Sülze gedacht.</note>
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