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      <titleStmt>
        <title>Wurmschutz für Pflanzensaatgut</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-11">2026-07-11</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/mon-251/</idno>
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          <title>Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.gr1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. GR1 (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="mon-251">
        <head>Wurmschutz für Pflanzensaatgut</head>
        <div type="original" xml:id="mon-251-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#mon-251-trans">
          <p>Nym piessen ckraut vnd seuds gar woll dar nach lass das selbig wasser erkalten vnd spreng den phlanczen sam da mit so der sey gedruckett sa yn so mugen dy wurmm des selbigen sam ckrawtt nit essenn etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mon-251-trans" xml:lang="de" corresp="#mon-251-orig">
          <p>Nimm Mangold und siede ihn gründlich durch. Lass danach dasselbe Sudwasser abkühlen. Besprenge den Pflanzensamen damit, sodass er gut durchtränkt ist. Säe ihn dann ein. So können die Würmer die aus diesem Samen wachsende Pflanze nicht fressen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="piessen ckraut">Mangold</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="phlanczen sam">Pflanzensamen</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mon-251-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Speiserezept, sondern eine Garten-Anleitung: Saatgut wird vor der Aussaat in abgekühltem Mangold-Sud besprengt, um die daraus wachsende Pflanze angeblich vor Wurmfraß zu schützen. Eine strukturell verwandte Praxis lebt bis heute in der Garten- und Permakultur-Tradition fort, etwa beim Besprengen von Saatgut mit abgekühlten Pflanzenjauchen und -aufgüssen (Brennnessel-, Beinwell- oder Knoblauchsud) vor der Aussaat - dieselbe volkstümliche Logik, nur mit anderer Pflanze.

Praxis. Mangold wird gründlich in Wasser durchgekocht, danach lässt man den Sud vollständig abkühlen, denn kochend heißes Wasser würde den Keimling im Samen schädigen. Erst dann wird der Same mit dem abgekühlten Sud besprengt (nicht eingelegt), bis er gut durchtränkt ist - Besprengen statt Eintauchen vermeidet, dass der Same in stehender Flüssigkeit erstickt oder fault. Direkt danach wird ausgesät, eine Trocknungspause ist nicht vorgesehen. Ob der Mangold-Sud tatsächlich Würmer fernhält, bleibt eine unbelegte Behauptung des Rezepts selbst; die Abfolge Kochen - Abkühlen - Besprengen - Säen ist aber handwerklich in sich stimmig.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-251-orig" n="piessen ckraut" resp="#fyndling">Laut der CoReMA-Sachglosse zu diesem Rezept (Wikidata Q157954) ist damit Mangold gemeint, nicht Kraut im allgemeinen Sinn. Das Grundwort 'kraut' bedeutet im Mittelhochdeutschen allgemein 'Pflanze/Gemüse', hier präzisiert durch 'piessen' auf die Mangold-Pflanze.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-251-orig" n="gedruckett" resp="#fyndling">Von 'drücken' abgeleitet, hier im Sinn von 'durchtränkt/eingeweicht' gelesen: der Same soll vom abgekühlten Sudwasser durchzogen sein.</note>
        <note type="gloss" target="#mon-251-orig" n="sa yn" resp="#fyndling">Vermutlich Imperativ von mhd. 'sæen' (säen) mit angehängtem 'ein' - also 'säe [es] ein'. Die Wortform ist im Wörterbuch nicht direkt belegt, ergibt aber im Satzzusammenhang (Same einweichen, dann aussäen) den einzig sinnvollen Sinn.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-251-orig" n="piessen ckraut / ckrawtt" resp="#fyndling">Mangold, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse dieses Rezepts, die das Wort mit dem Wikidata-Eintrag für Mangold (Q157954) verknüpft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-251-orig" n="sa yn" resp="#fyndling">‚säe [es] ein', als Imperativ von mhd. sæen (säen) mit angehängtem 'ein' gelesen: das eingeweichte Saatgut soll in die Erde gesät werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mon-251-orig" n="gedruckett" resp="#fyndling">durchtränkt/eingeweicht - der Same soll vom abgekühlten Sudwasser vollständig durchzogen sein.</note>
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