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        <title>Hausenblase-Sülze - die Premium-Aspik auch im Hochsommer fest</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/rfk-013/</idno>
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          <title>Rheinfränkisches Kochbuch (ohne Originaltitel; Ms. germ. fol. 244, fol. 285r-294v)</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b1</idno>
          <note>Transkription: fyndling.de 2026 (Vision-Transkription nach dem PD-Faksimile der SBB Berlin) - CC BY-NC-SA 4.0. Verifikations-Eichung für die ersten 5 Rezepte (fol. 285r-285v): Thomas Gloning, Sample-Edition rfk1.htm (Universität Giessen) - als Methodik-Anker, nicht als Goldstandard. Gedruckte Edition Adelmann/Ehlert/Gloning 1998 (Auer Verlag) lag der Transkription NICHT zugrunde - der Volltext entstand unabhängig aus dem freien Faksimile.</note>
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        <language ident="mhd">Rheinfränkisch (Mittelhochdeutsch, Mittelrhein, ca. 1445)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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        <head>Hausenblase-Sülze - die Premium-Aspik auch im Hochsommer fest</head>
        <div type="original" xml:id="rfk-013-orig" xml:lang="mhd" corresp="#rfk-013-trans">
          <p>Wiltu aber ein hart bestanden gulrey machen in alle hier indem jare So nym husen blasen davon besteet sy schon vnd hart wan vnd wie dick man wil an allen tzwyuel auch sint alle fischblasen gut in galreyen tzubestehen.</p>
        </div>
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          <p>Willst du aber eine hart bestehende Sülze machen, jederzeit im Jahr, so nimm Hausenblasen. Davon besteht sie schön und hart - so dick, wie du willst -, ohne jeden Zweifel.</p>
          <p>Auch sind alle [anderen] Fisch-Schwimmblasen gut, um eine bestehende Sülze zu machen.</p>
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            <item><ingredient en="" commodity="" orig="husen blasen">Hausenblase</ingredient> - 50 g</item>
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        <note type="preparation_tip" target="#rfk-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die kompromisslose Top-Variante der Sülze-Bindung: Hausenblase, der Premium-Rohstoff aller Aspik-Hersteller bis ins 19. Jahrhundert. Anders als die Pulver-Halbprodukte davor ist dies eher eine Qualitäts-Empfehlung - „nimm Hausenblase, dann hält die Sülze schön und hart". Schließt das Gelier-Quartett rfk-010 bis rfk-013 ab; verwandt mit der Münchner Notiz Sülze schnell fest werden lassen.

Warum Hausenblase. Die Schwimmblase des Hausen-Störs liefert das reinste, klarste Kollagen (die fertige Galree wird kristallklar) und die höchste Gel-Stärke aller Schwimmblasen. Weil der Hausen nur in wenigen Flüssen (Donau, Wolga, Don) wandert, war sie seltene und teure Importware - ein Luxus- und Statusprodukt. Der Schreiber betont mit der Formel an allen tzwyuel („ohne jeden Zweifel"), dass es zuverlässig funktioniert.

Sommer-tauglich. Der Hinweis in alle hier indem jare (ganzjährig, auch in der Hitze) ist der Kern: eine Brühe-Sülze geliert bei Wärme nicht mehr, die starke Hausenblase aber trägt. Und der Schreiber bleibt ehrlich - auch alle anderen Fisch-Schwimmblasen taugen, die Hausenblase ist nur die ergiebigste.

Praxis. Hausenblase ist heute im Spezialhandel für Bier-Klärung, Wein-Schönung und Konditorei erhältlich (Blätter oder Pulver). Sehr stark dosieren: ~1-2 g getrocknetes Material auf 1 L Flüssigkeit für eine schnittfeste Aspik. In kaltem Wasser 20-30 Minuten einweichen, dann in die heiße (60-70 °C, nicht kochende) Brühe einrühren bis gelöst, mit Fisch oder Fleisch anrichten und kalt stellen. Über 70 °C zerfällt die Gel-Struktur.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-013-orig" n="husen blasen" resp="#fyndling">Hausenblase - die Schwimmblase des Hausens (Huso huso, eine Stör-Art, Beluga-Stör). Im Spätmittelalter eine teure Import-Ware aus der Donau und Osteuropa. Bis ins 19. Jahrhundert das Premium-Gelier- und Klärmittel der europäischen Hochküche - heute noch zur Bier- und Weinklärung im Einsatz.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-013-orig" n="hart bestanden gallrey" resp="#fyndling">„Hart bestehende Galree" = sehr feste, schnittfeste Aspik. Im Gegensatz zur weichen Brühe-Sülze, die nur bei Kälte hält.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-013-orig" n="in alle hier indem jare" resp="#fyndling">Im Scan klar als zwei Wörter `alle hier` geschrieben. Bedeutung wohl idiomatisch: „[zu] aller [Zeit] hier im Jahr" = jederzeit ganzjährig. Im Sommer bei warmer Witterung produzierte Aspik braucht ein besonders starkes Gelier-Mittel, weil das Gel-Netzwerk bei höheren Temperaturen weicher wird. Hausenblase liefert die Festigkeit, die normale Brühe-Sülze nicht bringt.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-013-orig" n="an allen zwyvel" resp="#fyndling">„Ohne jeden Zweifel" - klassische spätmittelalterliche Beteuerungs-Formel. Der Schreiber unterstreicht, dass die Hausenblase-Variante zuverlässig funktioniert.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-013-trans" n="1" resp="#fyndling">`in alle hier indem jare` - im Scan als zwei Wörter `alle hier` geschrieben; idiomatisch wohl „[zu] aller [Zeit] hier im Jahr“ = ganzjährig, auch im warmen Sommer. Bei Hitze produzierte Aspik braucht ein besonders starkes Geliermittel, weil das Gel-Netzwerk bei höheren Temperaturen weicher wird.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-013-trans" n="2" resp="#fyndling">`husen blasen` - Hausenblase, die Schwimmblase des Hausens (Huso huso, eine Stör-Art / Beluga-Stör). Im Spätmittelalter eine teure Import-Ware aus der Donau und Osteuropa. Bis ins 19. Jahrhundert das Premium-Gelier- und Klärmittel der europäischen Hochküche - heute noch zur Bier- und Weinklärung im Einsatz.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-013-trans" n="3" resp="#fyndling">`an allen tzwyuel` - „ohne jeden Zweifel“, klassische spätmittelalterliche Beteuerungs-Formel. Der Schreiber unterstreicht, dass das Verfahren zuverlässig funktioniert.</note>
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