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      <titleStmt>
        <title>Mandelmus mit Weißbrot und Wein, länglich angerichtet und mit ganzen Mandeln garniert</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/rfk-017/</idno>
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          <title>Rheinfränkisches Kochbuch (ohne Originaltitel; Ms. germ. fol. 244, fol. 285r-294v)</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b1</idno>
          <note>Transkription: fyndling.de 2026 (Vision-Transkription nach dem PD-Faksimile der SBB Berlin) - CC BY-NC-SA 4.0. Verifikations-Eichung für die ersten 5 Rezepte (fol. 285r-285v): Thomas Gloning, Sample-Edition rfk1.htm (Universität Giessen) - als Methodik-Anker, nicht als Goldstandard. Gedruckte Edition Adelmann/Ehlert/Gloning 1998 (Auer Verlag) lag der Transkription NICHT zugrunde - der Volltext entstand unabhängig aus dem freien Faksimile.</note>
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        <language ident="mhd">Rheinfränkisch (Mittelhochdeutsch, Mittelrhein, ca. 1445)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="rfk-017">
        <head>Mandelmus mit Weißbrot und Wein, länglich angerichtet und mit ganzen Mandeln garniert</head>
        <div type="original" xml:id="rfk-017-orig" xml:lang="mhd" corresp="#rfk-017-trans">
          <p>Wiltu machen ein mandel muß So nym mandelen vnd stoiß sÿ wol vnd mache ein dicke mylch dauon vnd slag sÿ dorch ein duch in ein panne vnd rijp enwenig wÿß brodes dar vnder vnd guß enwenig wins dar ane vnd laß isz erwallen Darnach schudde isz in ein syep vnd sihe das wasser dauon vnd richte isz langlecht an mit mandelkern vnd guß auch mandelen mÿlch daruff als vil dich gut duncket.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rfk-017-trans" xml:lang="de" corresp="#rfk-017-orig">
          <p>Die klassische Fastenspeise der hochmittelalterlichen Hofküche: ein Mandelmus aus der europäischen Blancmange-Tradition - reichhaltig und sättigend, ohne tierische Zutaten.</p>
          <p>Nimm Mandeln und stoße sie gut. Mache eine dicke Mandelmilch davon und schlage sie durch ein Tuch in eine Pfanne. Reibe ein wenig Weißbrot dazu, gieße ein wenig Wein daran und lass es aufwallen.</p>
          <p>Schütte es in ein Sieb und siebe das Wasser ab. Richte es länglich an mit ganzen Mandelkernen und gieße noch Mandelmilch darüber, so viel dir gut dünkt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelen">Süße Mandeln (geschält)</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wÿß brodes">Weißbrotbrösel</ingredient> - 30 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wins">Wein (Weißwein oder Süßwein)</ingredient> - 50 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">Ganze Mandelkerne zur Garnitur</ingredient> - 40 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelen mÿlch">Zusätzliche Mandelmilch</ingredient> - 200 ml</item>
          </list>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="mandel musz" resp="#fyndling">Mandelmus - klassische Fastenspeise. Da Mandeln pflanzlich sind, ersetzt das Mus während der Fastenzeit (oder an Fasttagen) ein Milch-/Sahnedessert. Die mittelalterliche Blancmange-Tradition (= „weißes Essen“) basiert auf demselben Prinzip: weißes, fettreiches, mildes Gericht ohne tierische Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="dicke mylch dauon" resp="#fyndling">„Dicke Milch davon“ = dicke Mandelmilch. Im Gegensatz zur dünnen Tisch-Mandelmilch (mehr Wasser als Mandeln) wird hier eine konzentrierte Variante hergestellt - etwa 1 Teil Mandeln auf 2 Teile Wasser. Diese liefert genug Stärke und Bindung für ein festes Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="slag sÿ dorch ein duch" resp="#fyndling">„Schlage sie durch ein Tuch“ = passiere die zerstoßenen Mandeln samt Wasser durch ein Tuch. Klassische Mandelmilch-Herstellung: die festen Mandel-Reste bleiben im Tuch zurück, die klare Mandelmilch tropft in die Pfanne. Modern: Nussmilch-Beutel oder ein Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="rijp enwenig wÿß brodes dar vnder" resp="#fyndling">„Reibe ein wenig Weißbrot darunter“ - Bindemittel-Trick: Brotbrösel verdicken die Mandelmilch beim Aufwallen und geben mehr Substanz. Funktionell ein mittelalterliches Stärke-Pulver-Äquivalent.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="enwenig wins" resp="#fyndling">„Ein wenig Wein“ - der Wein gibt eine leichte Säure und Aromatiefe. Weißwein/Süßwein passt besser als Rotwein, da das Mus optisch weiß bleiben soll (Blancmange-Tradition).</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="schudde isz in ein syep" resp="#fyndling">„Schütte es in ein Sieb“ = das aufgewallte Mus wird in ein feines Sieb gegeben, das überschüssige Wasser läuft ab. So bekommt das Mus die schnittfeste Konsistenz, die für die anschließende `langlecht`-Anrichtung gebraucht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="richte isz langlecht an" resp="#fyndling">`langlecht` (mhd.) = länglich. Die feste Mus-Masse wird länglich angerichtet - vermutlich in einer schmalen rechteckigen Form gestürzt oder als langer Streifen auf einer Platte ausgegossen. Die Längs-Anrichtung erlaubt die elegante Reihen-Garnitur mit ganzen Mandelkernen entlang der Form.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-017-orig" n="mit mandelkern" resp="#fyndling">Ganze Mandelkerne - als Garnitur entlang der gesamten Länge des Muses platziert. Das ergibt das charakteristische optische Bild der mittelalterlichen Tafel-Inszenierung: ein langer weißer Streifen mit einer Reihe goldbrauner Mandeln darauf. Hinweis: in einer früheren Vision-Lesung hatten wir `mauchstern` gelesen - `mandelkern` ist die paläografisch korrekte Lesung (Scan-verifiziert + CoReMA Böhm/Klug 2021).</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-017-trans" n="1" resp="#fyndling">Die Blancmange-Tradition („weißes Essen“) umfasst eine ganze Familie weißer, milder, fettreicher Gerichte ohne tierische Zutaten - entstanden aus den katholischen Fasten-Vorschriften, verbreitet vom Mittelmeer-Raum bis Skandinavien (12.-17. Jh.). Verwandte Rezepte in fast jedem mittelalterlichen Kochbuch, siehe unten.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-017-trans" n="2" resp="#fyndling">`dicke mylch` - dicke Mandelmilch. Etwa 100 g Mandeln auf 200 ml Wasser, fein zerstoßen, dann durch ein Tuch ausgepresst. Die konzentrierte Variante liefert genug Stärke für die feste Mus-Bindung.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-017-trans" n="3" resp="#fyndling">Klassischer mittelalterlicher Trick zur Konsistenz-Verdichtung - überschüssiges Wasser läuft ab, das Mus wird schnittfest.</note>
        <note type="footnote" target="#rfk-017-trans" n="4" resp="#fyndling">`langlecht` (mhd.) = länglich. Die feste Mus-Masse wird länglich angerichtet (in schmaler Form gestürzt oder als langer Streifen auf einer Platte), dann mit einer Reihe ganzer Mandelkerne entlang der Form garniert - typische höfische Tafel-Inszenierung.</note>
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