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      <titleStmt>
        <title>Knoblauchsauce zu gebratener Gans</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/rfk-036/</idno>
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          <title>Rheinfränkisches Kochbuch (ohne Originaltitel; Ms. germ. fol. 244, fol. 285r-294v)</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.b1</idno>
          <note>Transkription: fyndling.de 2026 (Vision-Transkription nach dem PD-Faksimile der SBB Berlin) - CC BY-NC-SA 4.0. Verifikations-Eichung für die ersten 5 Rezepte (fol. 285r-285v): Thomas Gloning, Sample-Edition rfk1.htm (Universität Giessen) - als Methodik-Anker, nicht als Goldstandard. Gedruckte Edition Adelmann/Ehlert/Gloning 1998 (Auer Verlag) lag der Transkription NICHT zugrunde - der Volltext entstand unabhängig aus dem freien Faksimile.</note>
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      <langUsage>
        <language ident="mhd">Rheinfränkisch (Mittelhochdeutsch, Mittelrhein, ca. 1445)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="rfk-036">
        <head>Knoblauchsauce zu gebratener Gans</head>
        <div type="original" xml:id="rfk-036-orig" xml:lang="mhd" corresp="#rfk-036-trans">
          <p>WJltu ein sulcze czu einer gans machen so nym ein junge gans so sij ander wele sij vnd brat die gar schone Darnach so nym clobelauch vnd wysz brot glijch vil vnd stoisz das wol vnd gusz win dar ane vnd esczig vnd strijch isz dar ane vnd worcze isz wol wan der safferan benymmet yme den gesmacke</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rfk-036-trans" xml:lang="de" corresp="#rfk-036-orig">
          <p>Willst du eine würzige Sauce zu einer Gans machen, so nimm eine junge Gans, wenn sie gut gewachsen ist, und brate sie sehr schön.</p>
          <p>Danach nimm Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen und stoße es gut. Gieße Wein und Essig hinzu und streiche die Mischung durch. Würze sie gut, denn Safran nimmt ihr den Geschmack.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein junge gans">Junge Gans</ingredient> - 1</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="clobelauch">Knoblauch</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wysz brot">Weißbrot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="esczig">Essig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="worcze">Gewürze</ingredient>
            </item>
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    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#rfk-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Knoblauchsauce zu gebratener Gans - im Original sulcze, hier aber keine Gallerte, sondern eine sämige, säuerliche Tunke aus gleichen Teilen Knoblauch und Weißbrot, mit Wein und Essig passiert. Sie ist die rheinfränkische Variante der weit verbreiteten Knoblauch-Galray zur Bratgans (vgl. m384-039, m384-044) und im Geiste eng verwandt mit der mediterranen agliata.

Glijch vil - Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen im Mörser stoßen. Das Brot bindet die Sauce und mildert die Schärfe des rohen Knoblauchs; es ist das tragende Strukturmittel.

Strijch isz dar ane - die Masse wird mit Wein und Essig durchgestrichen/passiert, bis eine glatte Sauce entsteht.

Wan der safferan benymmet yme den gesmacke - das Rezept verbietet ausdrücklich Safran, "denn der Safran nimmt ihr den Geschmack". Das ist bemerkenswert: Safran galt als Prestige-Gewürz und Farbmittel, wird hier aber bewusst weggelassen, damit der herbe, knoblauchscharfe und säuerliche Charakter der Sauce nicht überdeckt wird.

Praxis. Eine junge Gans am Spieß oder im Ofen knusprig braten. Für die Sauce gleich viel geschälten Knoblauch und entrindetes Weißbrot im Mörser zu einer Paste stoßen, mit Wein und Essig zur streichfähigen Sauce verdünnen und durch ein Sieb passieren. Mit Pfeffer und Salz (und ggf. weiteren Gewürzen) abschmecken - keinen Safran. Die kalte oder lauwarme Sauce zur heißen Gans reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-036-orig" n="sulcze" resp="#fyndling">Hier KEINE Gallerte, sondern eine würzige, sämige Sauce/Tunke zur Gans. Die breiten „Gelee“-Begriffe des Buches meinen oft Sauce oder Eingelegtes, nicht kalte Sülze.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-036-orig" n="glijch vil" resp="#fyndling">Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen. Das Brot bindet die Sauce und mildert die Schärfe des rohen Knoblauchs.</note>
        <note type="gloss" target="#rfk-036-orig" n="wan der safferan benymmet yme den gesmacke" resp="#fyndling">Das Rezept verbietet Safran ausdrücklich („denn der Safran nimmt ihr den Geschmack“). Ungewöhnlich für die Zeit - hier soll der herbe, knoblauchscharfe, säuerliche Charakter nicht von Safran überdeckt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rfk-036-orig" n="ander wele sij" resp="#fyndling">Wir folgen Gloning und lesen „ander wele sij“ als „wenn sie gut gewachsen ist / eine gute Größe hat“ - sinnvoll für die Auswahl einer jungen Gans.</note>
      </div>
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