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        <title>Gebratener Aal am Spieß, mit Butter, Essig und Wein begossen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.m10/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M10 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, Benediktinerkloster Rott am Inn, 1458/1464)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ri15632-036">
        <head>Gebratener Aal am Spieß, mit Butter, Essig und Wein begossen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-036-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ri15632-036-trans">
          <p>Item wer wil praten ein guten all der schneyd In zw stucken vnd saltz In vnd stoß In an ein klains spisslen vnd be trauf in mit puteren vnd mit essich vnd wein vnder ein ander</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-036-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-036-orig">
          <p>Wer einen guten Aal braten möchte, der schneide ihn in Stücke und salze ihn. Stecke ihn auf ein kleines Spießchen und beträufle ihn dann mit Butter, Essig und Wein, die du zuvor untereinander vermischt hast.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ein guten all">Aal</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz In">Salz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="puteren">Butter</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wein">Wein</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Aal am Spieß, beim Braten mit einer Mischung aus Butter, Essig und Wein begossen - die Säure schneidet das fette Aalfleisch, die Butter hält es saftig. Verwandt mit dem gebratenen Aal mit Kräuterfüllung kkm-019.

Technik. Den Aal in mundgerechte Stücke schneiden, salzen, auf ein dünnes Spießchen (spisslen) stecken und über der Glut braten. Während des Bratens immer wieder mit der verrührten Butter-Essig-Wein-Mischung beträufeln (betrauf) - eine Bratbegießung, keine vorherige Marinade.

Praxis. Aalstücke salzen, auf Spieße oder einen Rost über mittlerer Glut garen, dabei mehrfach mit zerlassener Butter, einem Schuss Wein und Essig bestreichen. In der Fastenzeit Butter durch Öl ersetzen. Frischer Aal muss gekühlt sein.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="all" resp="#fyndling">‚all' = Aal (so auch die wissenschaftliche Edition). Der fette Flussfisch wurde gern gebraten und mit Säure (Essig/Wein) ausbalanciert.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="zw stucken" resp="#fyndling">‚zw stucken' = zu Stücken, also in Stücke schneiden (nicht ‚in zwei Stücke'; ‚zw' steht hier für ‚zu').</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="spisslen" resp="#fyndling">Diminutiv von Spieß = kleines Spießchen. Die Aalstücke werden zum Braten darauf gesteckt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="betrauf in mit puteren" resp="#fyndling">‚beträufle ihn mit Butter' - der Aal wird beim Braten mit der Butter-Essig-Wein-Mischung begossen (puteren = Butter). Eine Bratbegießung, kein vorheriges Einlegen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-036-orig" n="spisslen" resp="#fyndling">‚kleines Spießchen' (Diminutiv von Spieß); die Aalstücke werden darauf gesteckt und über der Glut gebraten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-036-orig" n="zw stucken" resp="#fyndling">‚zu Stücken' = in Stücke schneiden. ‚zw' = ‚zu', nicht ‚zwei' - so liest es auch die wissenschaftliche Edition (‚in Stücke').</note>
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