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      <titleStmt>
        <title>Schwarzes Fruchtmus mit Wein</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-29">2026-07-29</date>
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          <title>Solothurn, Zentralbibliothek, Cod. S 490</title>
          <date when="1487">1487</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.so1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, vermutlich elsässisch, spätestens um 1487)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="so1-003">
        <head>Schwarzes Fruchtmus mit Wein</head>
        <div type="original" xml:id="so1-003-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#so1-003-trans">
          <p>§ xxxiij wiltu machen ein schwartz gem usß So nim winber opfel birn gebratten oder geso tenn vnd zucker ein wenig mels gewurtz vnd saltz das zertrib mit guottem win gar wol Tu es in ein pfann las dan win in siedenn rur es wol versuoch es vnd gib es dar</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="so1-003-trans" xml:lang="de" corresp="#so1-003-orig">
          <p>Willst du ein schwarzes Mus machen, so nimm Weintrauben, Äpfel und Birnen, gebraten oder gesotten, dazu Zucker, ein wenig Mehl, Gewürz und Salz.</p>
          <p>Verreibe das alles gründlich mit gutem Wein.</p>
          <p>Gib es in eine Pfanne und lass den Wein darin einsieden. Rühre es gut durch, probiere es ab und richte es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="winber">Weintrauben</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="opfel">Äpfel</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="birn">Birnen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig mels">Mehl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="guottem win">Wein</ingredient>
            </item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#so1-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein sämiges Frucht-Gewürzmus aus Weintrauben, Äpfeln und Birnen, mit wenig Mehl gebunden und in Wein eingekocht - trotz des Namens „schwarzes Gemüs“ kein Gemüsegericht, sondern der Vorfahr heutiger gewürzter Obstkompotte und -muse (etwa Apfel-Birnen-Mus mit Zimt und Nelke).

Zur Zubereitungsfolge. Die Textstelle „las dan win in siedenn“ (Wein darin sieden lassen) legt eher „einsieden“ (einkochen, reduzieren) nahe als bloßes kurzes Aufkochen - für ein Mus, das andicken soll, ist Reduzieren die naheliegendere Technik.

Praxis. Weintrauben, Äpfel und Birnen zunächst rösten oder kochen, bis sie weich sind - der Text nennt beide Verfahren als gleichwertige Alternative. Dazu Zucker, wenig Mehl, Gewürz und Salz geben und das Ganze mit gutem Wein gründlich zu einer glatten Masse verreiben. In die Pfanne geben und den Wein darin einsieden lassen, dabei gut durchrühren, bis die Masse bindet. Das Mehl wird direkt untergerührt, nicht vorher in Fett angeschwitzt - keine Mehlschwitze, das ist zeittypisch. Abschmecken, anrichten. Garzeiten, das Mengenverhältnis von Obst zu Wein zu Mehl und die genaue Zieltextur nennt der Text nicht - das ist medizeittypische Knappheit; rund 30 Minuten bei mittlerer Hitze sind ein guter Richtwert.</note>
        <note type="gloss" target="#so1-003-orig" n="schwartz gemusß" resp="#fyndling">Wörtlich „schwarzes Mus“. CoReMA glossiert „gemuesß“ als Brei/Püree - gemeint ist eine dunkle Fruchtmasse, kein Gemüsegericht im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#so1-003-orig" n="winber" resp="#fyndling">Kann Weintrauben oder Rosinen bedeuten. Hier plausibler als frische Trauben gelesen, weil sie neben Äpfeln und Birnen ausdrücklich 'gebraten oder gesotten' werden - das passt eher zu frischem Obst als zu bereits getrockneten Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#so1-003-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Unspezifisches Wort für 'Gewürz' - der Text nennt keine konkrete Mischung. Typisch für die Zeit wäre eine Kombination aus Pfeffer, Ingwer und Zimt.</note>
        <note type="gloss" target="#so1-003-orig" n="zertrib" resp="#fyndling">Von mhd. zertreiben - verreiben, zu einer glatten Masse vermengen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#so1-003-orig" n="winber" resp="#fyndling">Frische Weintrauben, da sie zusammen mit Äpfeln und Birnen gebraten oder gesotten werden sollen - das passt zu frischem Obst. An anderen Stellen desselben Solothurner Manuskripts wird 'winber' zudem eindeutig für frische Trauben verwendet (z.B. 'die vnzittigenn winbere heist man agres' für unreife Trauben/Agrest, oder 'welscher winber' als Traubensorte) - ein Indiz für die Grundbedeutung 'frische Traube' im Manuskript, aber kein direkter Beleg für diese eine Stelle.</note>
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